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Potsdam Weiter Streit um Kurt von Plettenberg
Lokales Potsdam Weiter Streit um Kurt von Plettenberg
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00:19 16.06.2017
In der Diskussion: Namensgeber Kurt von Plettenberg. Quelle: Foto: Gartenschläger
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Bornstedt

Der Streit um Freiherr Kurt von Plettenberg geht weiter. Die Vita des Widerstandskämpfers des 20. Juli 1944, der nach seinem Freitod im Gestapo-Hauptgefängnis Berlin im März 1945 auf dem Bornstedter Friedhof beigesetzt wurde und nach dem seit 2006 in Potsdam eine Straße benannt ist, sei eine Geschichtsfälschung. Das behauptet zumindest Hobby-Historiker Hans Ulrich Gräf aus dem niedersächsischen Bückeburg, wo von Plettenburg geboren wurde.

Nun hat Gräf in einem Brief an die Potsdamer Stadtpräsidentin Birgit Müller (Linke) seine Vorwürfe erneuert. Der Brief liegt der MAZ vor. In ihm schreibt Gräf: „Mir geht es ausschließlich um die Aufklärung einer Geschichtsfälschung. Was ich in Archiven und an Instituten von Universitäten vorgefunden habe, stellt die öffentliche Würdigung Kurt von Plettenbergs als Widerstandkämpfer in Abrede und kommt zum Ergebnis, dass die Geschichte vom Widerstand frei erfunden ist.“ Gräf weiter: „Über die organisatorische Einbindung Kurt von Plettenbergs in den politischen Widerstand und in den Putsch des 20. Juli 44 liegen keine schriftlichen Belege vor, übrigens auch nicht in den Archiven der Stadt Potsdam und des Landes Brandenburg.“

„Ob Gräf Recht hat, oder nicht, können letztlich nur Historiker beantworten“, erklärte die Vorsitzende des Kulturausschusses Karin Schröter (Linke) auf MAZ-Nachfrage. Aufgrund ihr bekannter Bücher und Artikel gehe sie davon aus, dass Kurt von Plettenberg am Widerstand gegen Hitler beteiligt war. Ähnlich äußerte sich der Historiker Klaus Arlt, der als exzellenter Kenner der Potsdamer Stadtgeschichte gilt. Zur Forderung von Gräf, die Von-Plettenberg-Straße umzubenennen, sagte Arlt: „Dazu gibt es keinen Grund.“

Von Jens Trommer

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