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Potsdam Fassade soll nun doch anders werden
Lokales Potsdam Fassade soll nun doch anders werden
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00:22 20.05.2015
Der Redlich-Entwurf sollte eigentlich umgesetzt werden. Quelle: MAZ
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Potsdam

Rätselraten um die Alte Post am Platz der Einheit: Inwieweit wird sich der geplante Neubau der Berliner Volksbank tatsächlich am vorgegebenen Entwurf des Potsdamer Architekten Bernd Redlich orientieren, der von den Stadtverordneten abgesegnet worden ist? Oder wird es ein paar Überraschungen für die Öffentlichkeit geben?

Zur Vorgeschichte: Die kommunale Immobilienholding Pro Potsdam verkaufte 2014 sowohl die Baugenehmigung als auch den Redlich-Entwurf an die Berliner Volksbank. Daran geknüpft war die Bedingung, dass die neuen Bauherren nicht von den Vorgaben abweichen dürften. Im Redlich-Entwurf sind unter anderem eine farbig eingefärbte Putzfassade und ein Gesims zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss vorgesehen. Insgesamt stellt der Entwurf ein modernes Zitat der historischen spätbarocken Fassade der Alten Post dar, die 1783 von Georg Christian Unger erbaut wurde. Für den Fall, dass es Änderungen an dem Redlich-Entwurf geben sollte, hat die Pro Potsdam für die Stadt ein Rücktrittsrecht vom Vertrag mit der Berliner Volksbank vereinbart.

Soll die „Alte Post“ so wieder aufgebaut werden? Viele Fragen bleiben offen. Quelle: MAZ

Derzeit werden im Auftrag der Berliner Volksbank die Entwürfe nun vom Potsdamer Architektenbüro Axthelm/Rolvien ausgeführt. Kürzlich wurden die Ansichten der Fassaden-Entwürfe auf der Internetseite des Projektsteuerers, der Witte Projektmanagement GmbH, veröffentlicht. Allerdings weisen sie einige Unterschiede zu Redlichs Entwurf auf:

Von einer Putzfassade weit und breit keine Spur mehr - stattdessen ist die in der Ansicht gezeigte Fassade komplett mit Stein verkleidet. Auf das Gesims über dem Erdgeschoss wurde verzichtet, dieses gestreckt und somit die gesamte Wirkung des Baukörpers verändert.

Teil der barocken Stadterweiterung

Am Ende der Regierungszeit Friedrichs des Großen wurde die Alte Post im Gebiet der ersten barocken Stadterweiterung erbaut. Architekt war Georg Christian Unger. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts richtete die Deutsche Bank in der Alten Post eine Filiale ein. Bei den Bombenangriffen auf Potsdam im April 1945 wurde die Alte Post getroffen.

Nach langem Stillstand wurden die Reste 1958 abgerissen und in den 1960er Jahren entstand der Achtgeschosser „Haus des Reisens“, der zu DDR-Zeiten neben Wohnungen auch die städtische Verkehrsaufsicht beherbergte. 2009 ließ die kommunale Immobilienholding den Plattenbau abreißen. Danach fielen mehrere Entwürfe für einen Neubau in der Öffentlichkeit und bei den Stadtverordneten durch.

Die Alte Post wurde einst von Attikafiguren geziert, die Allegorien der vier damals bekannten Erdteile - Europa, Amerika, Afrika, Asien - zeigten. Ob die historischen Figuren, die sich heute im Depot der Schlösserstiftung befinden, aber nun für eine entfernte Interpretation des Unger-Hauptwerkes zur Verfügung stehen werden, bleibt abzuwarten.

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Grünen-Stadtverordnete und Bauausschuss-Mitglied Saskia Hüneke ist erstaunt über die dargestellten Änderungen: „Das ist nun ganz neu.“ Sollte das Gebäude der Volksbank anstelle der Alten Post so umgesetzt werden, erwarte sie zunächst eine Information der Stadtverordneten: „Denn hier handelt es sich nicht um den auf Antrag der FDP beschlossenen Nachbau, sondern um eine Art neoklassizistische Adaption.“

Hüneke, die diese neuesten Entwicklungen im nächsten Bauausschuss thematisieren will, kann sich zwar „prinzipiell so etwas vorstellen, es ergeben sich aber Fragen zur Helligkeit, zu den dann deplatziert erscheinenden historischen Skulpturen und zum Naturstein, der zum städtebaulichen Kontext passen sollte.“

Bei der Berliner Volksbank will man den derzeitigen Stand der Planungen vorerst nicht kommentieren. Sprecherin Nancy Mönch erklärt auf Anfrage: „Wir sind derzeit mit den Beteiligten in Gesprächen über die Ausführung.“ Und: „Wir halten uns an das, was wir von der Pro Potsdam gekauft haben.“

Inzwischen wurde der Entwurf von Axthelm/Rolvien wieder von der Internet-Seite genommen.

Von Ildiko Röd

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