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Weiter keine Abfahrt von Nuthestraße zum Humboldtring

Straßenverkehr in Potsdam Weiter keine Abfahrt von Nuthestraße zum Humboldtring

Es bleibt vorerst dabei – von der Nutheschnellstraße auf den Humboldtring soll es weiter keine Abfahrt geben. Knackpunkt sind offenbar die Kosten für entsprechenden Neubau. Die liegen bei rund 800.000 Euro. Das ist aber nicht der einzige Grund.

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Der Humboldtring als Sackgasse, im Hintergrund die Nutheschnellstraße.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Geht es nach der Potsdamer Verwaltung, bleibt die einstige Zufahrt von der Nutheschnellstraße in den Humboldtring geschlossen. Das geht aus einer Mitteilungsvorlage des Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD) und des Fachbereichs Grün- und Verkehrsflächen für die Stadtverordnetenversammlung am 2. November hervor, die der MAZ vorliegt. In dem Papier heißt es: „Auf der Grundlage der vorliegenden Untersuchungsergebnisse besteht kein Handlungsbedarf, die Anschlussstelle des Humboldtrings an die Nuthestraße seitens der Landeshauptstadt Potsdam wieder herzustellen, weder als Voll- noch als Teilanschluss.“

Der Prüfung der Vor- und Nachteile einer Wiedereröffnung der Anschlussstelle war ein Beschluss der Stadtverordneten vom 27. Januar 2016 vorausgegangen. Zudem fand am 22. April im Zentrum Ost eine Einwohnerversammlung statt, auf der unter professioneller Moderation Pro und Kontra gegeneinander abgewogen wurden.

Für die Schließung der Anschlussstelle spräche die größere Sicherheit an der Straßenbahntrasse und für Radfahrer. Zahlreiche Anwohner monierten indes, dass die Verkehrsberuhigung im Humboldtring zu stärkerem Verkehr und Staus in der Lotte-Pulewka-Straße führe. So verlängere sich der Weg von der Berliner Straße ins Zentrum Ost um circa 900 Meter. Rettungsfahrzeuge bräuchten in Notfällen länger. Auch gäbe es in der Sackgasse Humboldtring keine Wendeschleife, so die genervten Anwohner.

Nahezu alle Argumente finden sich in der mehrseitigen Verwaltungsvorlage wieder. Knackpunkt sind offenbar die Kosten für den Neubau der Anschlussstelle. Eine einfache Abfahrt Richtung Zentrum Ost soll demnach 500.000 Euro kosten, für den Neubau von Ab- und Auffahrt werden insgesamt 800.000 Euro veranschlagt. Fazit: „Die Verwaltung empfiehlt diese nicht.“

Zudem wird noch einmal der Sicherheitsaspekt hervorgehoben: „Mit der Aufgabe der Gleisquerung konnte eine Gefährdungsstelle beseitigt und der Straßenbahnbetrieb sicherer und zuverlässiger gestaltet werden.“ Bei einer Wiederherstellung der Abfahrt müsse hingegen eine aufwendige Ampelanlage installiert werden. Rückstaus könnten die Folge sein.

Kleine Veränderungen soll es in der Lotte-Pulewka-Straße geben. Möglich sei die Installation einer zusätzliche Fußgängerinsel im Bereich der Lieferzufahrt des Rewe-Marktes bis Dezember, heiß es seitens der Verwaltung. Und auf der Schnellstraße soll die bis dato irreführende Beschilderung für die Abfahrt Lotte-Pulewka-Straße verändert werden. Kosten 2500 Euro.

Humboldtbrücke und Zentrum Ost

Die Humboldtbrücke über die Havel wurde Mitte der 1970er-Jahre erbaut. Zuvor gab es dort nur eine Seilfähre für Fußgänger.

Von Mai 2005 bis Mai 2015 erfolgte die Sanierung. Dabei wurde die Straßenbahnlinie von der Mitte an die Seite am Zentrum Ost verlegt. Das Neubaugebiet entstand von 1972 bis 1978.

Die Sanierung der Brücke hat 55 Millionen Euro gekostet. Das Geld wurde etwa zur Hälfte von der Stadt und vom Land aufgebracht.

50 000 Kraftfahrzeuge nutzen die Brücke täglich im Schnitt. Sie ist die meistgenutzte Verkehrsverbindung aus dem Potsdamer Osten.

Von Jens Trommer

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