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Sozialdezernentin: Keine Zelte als Unterkunft

Flüchtlinge in Potsdam Sozialdezernentin: Keine Zelte als Unterkunft

Wieviele Kriegsflüchtlinge der jüngsten Welle nach Potsdam kommen, weiß die Stadt nicht, aber Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger verspricht, dass sie nicht in Zelten unterkommen. Zwei Dutzend Institutionen, Verbände und Vereine haben am Montag ein „Bündnis für Beschäftigung“ gegründet, das Asylbewerbern zu Ausbildung und Arbeit verhelfen will.

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Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger will den Asylbewerbern eine vernünftige Unterbringung garantieren.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Das Flüchtlingsthema beschäftigt nun auch den regionalen Arbeitsmarkt: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam hat das Interesse von rund 300 Betrieben an der Einstellung von Flüchtlingen aufgenommen und am Montag mit der Stadt Potsdam sowie zwei Dutzend Vereinen, Verbänden und Institutionen ein „Bündnis für Beschäftigung“ gegründet. Es soll binnen zwei Monaten ein Welcome-Center einrichten, das Asylbewerbern zu Ausbildung und Arbeit verhilft. Anfang 2016 soll es arbeitsfähig sein, bestückt durch Personal der IHK und der Bündnis-Teilnehmer. Ziel ist nach Auskunft von Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger, den Ausländern ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Flüchtlinge wollen in den Berufsmarkt einsteigen

Das Center soll Beratung aus einer Hand bieten für Flüchtlinge und für Unternehmen, die sie einstellen würden. Die Befragung der Neuankömmlinge nach Personalien, Bildungsstand, Fähigkeiten und Zukunftswünschen beginnt aber nicht erst dort, sondern bereits in den Unterkünften. Die tatsächlichen Fähigkeiten werden später in Werkstätten der IHK und der Handwerkskammer, aber auch bei Firmen wie Mercedes und Edis ermittelt; weitere Unternehmen sind willkommen.

„Ein Elektriker aus Syrien hat womöglich nur Drähte zusammengeknüppert und kann den hiesigen Anforderungen noch gar nicht genügen“, veranschaulichte Müller-Preinesberger die Notwendigkeit der Tests. Interessenbefragungen in bisherigen Unterkünften hätten den erfreulichen Trend gezeigt, dass viele Flüchtlinge gerne in einen anderen Beruf einsteigen wollen als den in der Heimat ausgeübten. Es gebe Wünsche, im Gesundheitswesen und der Altenpflege zu arbeiten, also in Berufen mit Personalmangel, die Zustrom gebrauchen können.

Neun-Monats-Frist soll verkürzt werden

Müller-Preinesberger zufolge dürfen Asylbewerber nicht sofort arbeiten. Ausbildungswillige können drei Monate nach Einreise eine Ausbildung beginnen; soviel Zeit vergehe meist schon, bis sie ihren endgültigen Aufenthaltsort erreicht haben. Für zwei Ausbildungsjahre bekommen sie eine Aufenthaltsgestattung für Deutschland; das soll um zwei Berufsjahre erweitert werden. Wer Arbeit will, bekommt sie frühestens nach neun Monaten und einer Vorrangprüfung, ob es für den Job nicht auch deutsche oder Bewerber aus anderen EU-Ländern gibt; die haben immer Vorrang. Es gibt der Dezernentin zufolge auf Bundesebene die Absicht, die Neun-Monats-Frist auf drei Monate zu verkürzen.

Bei 1600 Flüchtlingen liegt die geplante Quote Potsdams für das laufende Jahr; 650 sind schon angekommen und untergebracht. „Wir wollen sie so gut wie möglich in der Stadt verteilen“, sagte Müller-Preinesberger am Montag: „Aber wir kommen an unsere Grenzen.“ Keiner wisse, wieviele Menschen aus den „München-Zügen“ in Potsdam landen werden, Potsdam rechne aber damit, dass 200 bis 300 weitere Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmelager Eisenhüttenstadt in die Landeshauptstadt geschickt werden, und das könne sehr schnell passieren, mit einer Vorwarnzeit von nur zwei bis drei Tagen. Zeltunterkünfte schließt die Stadt für diese Menschen aus. Wo man sie dann unterbringt, weiß niemand.

Von Rainer Schüler

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