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„Welcome Dinner“ für Flüchtlinge

Potsdam „Welcome Dinner“ für Flüchtlinge

Die Initiative „Welcome Dinner Potsdam“ hat sich beim Sommerfest im Treffpunkt Freizeit am Neuen Garten vorgestellt. Die Idee: Potsdamer laden Flüchtlinge zum gemeinsamen Essen in ihre vier Wände ein, und man lernt sich ganz ungezwungen kennen. Mehr als 50 Potsdamer Familien haben schon zu „Welcome Dinners“ eingeladen.

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Ein überbordendes Buffet beim Sommerfest im Treffpunkt Freizeit.

Quelle: Christel Köster

Nauener Vorstadt. Die Idee ist genial einfach und einfach genial: Potsdamer laden Flüchtlinge zum gemeinsamen Essen in ihre vier Wände ein, und man lernt sich bei Spargel mit Kartoffeln und Schinken kennen. Das dachten sich auch Produktmanagerin Antje Bachmann und Juristin Sabine Lang, die im Herbst vergangenen Jahres die Initiative „Welcome Dinner Potsdam“ auf den Weg brachten. Mehr als 50 Familien und Singles haben seither Essen für 100 Flüchtlinge aus elf Ländern ausgerichtet.

„Wir wollten nicht immer nur Nachrichten gucken und abwarten, dass andere etwas tun“, sagte Antje Bachmann. Ziel sei es, geflüchteten Menschen „ein gutes Ankommen und Freunde finden“ zu ermöglichen. Tatsächlich seien Freund- und Patenschaften nach dem gemeinsamen Schlemmen entstanden. Potsdamer helfen bei Behördengängen, bei Wohnungs- oder Praktikumssuche.

Beim Sommerfest am Sonntag im Treffpunkt Freizeit am Neuen Garten haben die Besucher – mehr als 700 kamen – zwar auch Flohmarktstände und Bühne umringt. Aber die eigentliche, weil köstlich duftende Attraktion war das Buffet unterm Blätterdach mit iranischen, syrischen, afrikanischen, russischen Köstlichkeiten. Neu-Potsdamer hatten Speisen aus ihren jeweiligen Heimatländern zubereitet – als Dankeschön für die Gastgeber. Christian Nkawo, gebürtiger Kameruner, brachte Reis mit Möhren sowie Fleisch mit Zwiebeln und Gewürzen aus der alten Heimat mit: „Kochen ist meine Leidenschaft“, erzählte der 30-Jährige. Der Fliesenverkäufer lebt seit bald zwei Jahren in Potsdam: „Ein schöner Ort.“ Das „Welcome Dinner“ habe geholfen, sich hier einzufinden.

Durch süße und herzhafte Speisen probierte sich Familie Große mit ihren drei Söhnen (fünf bis 13 Jahre). „Ich bin immer neugierig auf neue Küche“, freute sich Anne Große. Sie möchte auch ein „Welcome Dinner“ ausrichten. „Das ist eine schöne Idee. Man kennt das doch von Partys: Letztlich findet immer alles in der Küche statt“, so die Babelsbergerin. Und auch beim Sommerfest tat das Essen seine beabsichtigte Wirkung: Man kam übers gute Essen ins Gespräch.

Mitmachen ist übrigens kinderleicht. Man füllt ein Formular aus, trägt Name und Telefonnummer ein – und schon kann’s losgehen. In Flüchtlingsunterkünften werde für die Essen direkt geworben. „Sie erreichen wir mit Flyern nicht so gut“, sagte Sabine Lang, die schon zwei Essen ausgerichtet hat.

Alles, was am Sonntag auf die reich gedeckten Tische kam, haben die Neu-Potsdamer aus ihren eigenen Taschen bezahlt. Um ihnen die Auslagen zu ersetzen, wurden Spenden gesammelt. Antje Bachmann hatte sich eine kleine Finanzspritze einer Stiftung erhofft. Doch offenbar mochte man dort keine private Initiative unterstützen. Einen Verein wollen die Frauen trotzdem nicht gründen. „Wir bleiben lieber zu Zweit“, sagte Antje Bachmann. Die Initiatorinnen der „Welcome Dinner“ haben sich für den von der städtischen Pro-Potsdam-Holding zum dritten Mal ausgelobten „Für Potsdam“-Preis beworben, mit dem die beste Idee für die Integration von Migranten ausgezeichnet wird. Ab 13. Juli kann dafür im Internet abgestimmt werden: www.fuer-potsdam.de

Infos unter www.welcomedinner-potsdam.de

Von Ricarda Nowak

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