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Wellemeyer inszeniert „Drei Schwestern“

Premiere am Hans-Otto-Theater Wellemeyer inszeniert „Drei Schwestern“

Das Potsdamer Hans-Otto-Theater wagt sich an einen Klassiker. Intendant Tobias Wellemeyer führte Regie bei Tschechows „Drei Schwestern“, die am Freitag erstmals auf die Bühne kommen. Besonders gespannt dürfen die Besucher auf das Bühnenbild von Harald Thor sein.

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„Drei Schwestern“ ab Freitag im Hans-Otto-Theater.

Quelle: HOT/Böhme

Potsdam. Wenn am Freitagabend im Hans-Otto-Theater der Vorhang zur Premiere des über einhundert Jahre alten, vielgespielten Stücks „Drei Schwestern“ des russischen Dramatikers Anton Tschechow aufgeht, werden sich gleich mehrere Fragen des Potsdamer Publikums beantworten. Neben der nach den grundsätzlichen Erwägungen, die sich bei Inszenierung von Klassikern ergeben und den Gründen, die den Intendanten Tobias Wellemeyer bewogen haben, selbst die Regie zu übernehmen, wird das auch die Frage nach dem Bühnenbild sein.

Das Stück, das meist als Dokument der gesellschaftlichen Lethargie im vorrevolutionären zaristischen Russland gelesen wird, bietet reichlich Deutungsansätze und somit auch Zeitbezüge. Außerdem ist es ein Traumstück für jeden Schauspieler und das gilt nicht nur für die Rollen der drei Schwestern Olga (Melanie Straub), Mascha (Marianna Linden) und Irina (Nina Gummich). So offen manche Fragen auch noch sein mögen, die Frage nach dem Bühnenbild ist bereits beantwortet. Die MAZ hatte Gelegenheit mit Harald Thor zu sprechen, den man mit Fug und Recht als einen der Stars der Inszenierung bezeichnen kann.

Der 1956 in Salzburg geborene Österreicher studierte am dortigen Mozarteum Bühnengestaltung und machte 1982 seinen Abschluss mit Auszeichnung. Nach einer ersten Anstellung in Coburg gelangte er 1984 an die Staatsoper in München und übernahm dort nach zwei Jahren die Ausstattungsleitung. Seither hat der unprätentiös auftretende sympathische Bühnenbildner mit seinen Kreationen weltweit Erfolge gefeiert. Sie lückenlos aufzuzählen ist schon aus Platzgründen unmöglich. Von den rund zweihundert Bühnenbildern seien stellvertretend nur die für die großen Bühnen in Hamburg, München, Berlin, Dresden, Frankfurt, Wien, Basel, Havanna, Seoul, Moskau und Tokyo genannt. Im vergangenen Jahr wurde der umtriebige Künstler mit dem Faust- Theaterpreis ausgezeichnet. Thor erhielt diese Auszeichnung für sein Bühnenbild in „Die Soldaten“ mit einem bespielbaren überdimensionalen mobilen Kreuz als zentralen Blickfang. Diese Inszenierung der Staatsoper München wurde im gleichen Jahr als Aufführung des Jahres geehrt.

Befragt was ihn bei solchen Erfolgen immer wieder auch an kleinere Bühnen, wie das Potsdamer Theater, verschlagen würde, nennt er zwei Gründe: „Ich finde es richtig toll, was solche Häuser mit einem relativ kleinen Etat auf die Beine stellen.“ Außerdem sei ihm die Zusammenarbeit mit den Regisseuren wichtig und da gäbe es einige, mit denen man eben besser harmoniere als mit anderen. Bei denen erübrige sich dann vieles und man verstehe sich blind. Auch deshalb habe er immer wieder mit Regisseuren wie Andreas Kriegenburg und Stefan Huber zusammengearbeitet. Gleiches gelte für Wellemeyer mit dem er nun schon das fünfte Projekt angehe. Thor sagt: „Er ist ein unglaublich gut vorbereiteter Regisseur, der sehr lange probt.“ Da kann es nicht überraschen, dass nach der Premiere von „Drei Schwestern“ am Freitag schon das nächste gemeinsame Unternehmen feststeht. Anfang 2017 wollen Wellemeyer und Thor dann ihre Sicht auf Lessings „Nathan der Weise“ in Potsdam vorstellen.

Von Lothar Krone

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