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Potsdam Mine im Sacrow-Paretzer Kanal gesprengt
Lokales Potsdam Mine im Sacrow-Paretzer Kanal gesprengt
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18:05 13.02.2019
Im Sacrow-Paretzer Kanal wurde am Mittwoch eine deutsche Panzerabwehrmine aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und unter Wasser gesprengt. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Eine Mine deutscher Bauart aus dem 2. Weltkrieg ist am Mittwoch im Sacrow-Paretzer-Kanal zwischen der Brücke der Bundesstraße 273 und der Eisenbahnbrücke gefunden und am Nachmittag gegen 17.1o Uhr durch Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg kontrolliert gesprengt worden. Seit 14.30 Uhr lief die Evakuierung einer Gartensparte, einer Flüchtlingsunterkunft, der Schiffbauversuchsanstalt und dreier Einfamilienhäuser.

Mine im Wasser gefunden: In einem Kanal bei Potsdam in der Nähe der B273 wurde eine Panzermine gefunden. Auch drei Einfamilienhäuser müssen geräumt werden. Quelle: Julian Stähle

Gefunden wurde die so genannte Riegelmine mit einem Meter Länge und rund 4 Kilogramm Amatol-Sprengstoff in sich bei einer koordinierten Munitionssuche in der Fahrrinne des Kanals. Dessen Boden ist mit einer Schotterschicht bedeckt, was bei der Sprengung dazu hätte führen können, dass Steine durch die Luft fliegen. Deshalb wurde der Sperrkreis so weit gezogen wie zuletzt bei der Entschärfung an der Speicherstadt in der Nähe des Hauptbahnhofes. Offenbar hat es aber keinen Steinschlag gegeben.

Die Bundesstraße 273 war gesperrt; man hatte weiträumige Umleitungen über Fahrland und die Bundesstraße 2 angewiesen. Trotzdem gab es lange Staus, denn der Berufsverkehr setzte ein.

Wegen des Blindgängers im Kanal und der bevorstehenden Sprengung im Wasser ist die B273 gesperrt; Staus bauen sich auf. Quelle: Julian Stähle

Die Mine liegt dort, weil es hier im Zweiten Weltkrieg eine Brücke über den Kanal gab. Sie hat nach Auskunft des Munitionsbergungsdienstes zwei als gefährlich eingestufte Zünder. Sie ist außerdem nach 70 Jahren Liegezeit stark verrostet und keinesfalls hebbar und nicht transportfähig.

Ein Spezialtaucher brachte zwei Sprengladungen an; die Zündung erfolgte dann aus sicherer Entfernung. Sprengmeister Mike Schwitzke rechnet mit weiteren Funden von Blindgängern im Kanal.

So eine Riegelmine 43 aus dem Zweiten Weltkrieg liegt am Grunde des Sacrow-Paretzer Kanals. Quelle: wikipedia

Die Riegelmine 43 wurde 1943 als Panzerabwehrmine in die Wehrmacht eingeführt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden ungefähr drei Millionen Stück hergestellt. Sie war ein Nachbau der italienischen Riegelmine B-2 und wurde verdeckt oder offen abgelegt. Sie löste durch Druck auf die Druckplatte auf dem gesamten Deckel aus. Zum Auslösen brauchte es 200 Kilogramm auf den Seiten und 400 Kilogramm in der Mitte. Befüllt war die Mine mit Amatol – einer Streckung des teuren TNT-Sprengstoffes mit Ammoniumnitrat, aber als Mix kaum weniger gefährlich als TNT.

Die Mine lag etwa zehn Meter vom Ufer entfernt. Die Firma Boskalis hatte sie bei einer geplanten Suchmaßnahme gefunden. Quelle: Julian Stähle

Von Julian Stähle und Rainer Schüler

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