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00:20 06.03.2018
Geschichte zum Anfassen - stolz präsentiert Thomas Frick die Hefte mit seiner Erzählung Quelle: Marcel Kirf
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Babelsberg

Seine Leidenschaft hat Thomas Frick schon viel Ärger eingebracht. Aber sie führte ihn auch rund um die Welt. Zu Begegnungen mit Stars. Nach Hollywood und ins Stasi-Verhör. Thomas Frick ist leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Jetzt erschien eine seiner Storys in der neuesten Perry Rhodan-Ausgabe.

Ein Beitrag zur Reihe gilt unter Sci-Fi-Fans als Adelung

„Die peinlichste Stunde des Konsul Gruner“ heißt sie. Darin erinnert sich ein gealterter Industrieller an die Eskapaden seiner Jugend. An eine Filmdiva, der er auf das Raumschiff „Stellaris“ hinterher steigt. Und an einen Fehler, der sein weiteres Schicksal bestimmen sollte. Es ist nicht die Hauptgeschichte in Heft 2950 der seit 1961 wöchentlich erscheinenden Perry Rhodan-Reihe. Die aktuelle Episode des Fortsetzungsromans haben die Stammautoren Uwe Anton und Christian Montillon verfasst. Aber überhaupt einen Text zur langlebigsten deutschen Science-Fiction-Serie beitragen zu können, gilt Genre-Fans als Adelung.

Frick: „Da bin ich sehr stolz drauf“

Zumal Thomas Frick gebeten worden ist, eine Kurzgeschichte einzureichen. Von Autor Uwe Anton selbst, dem Frick bei einem Schreib-Seminar vor zwei Jahren begegnet ist. „Die haben das Ding sofort genommen, fast ohne Änderung“, sagt er. „Da bin ich sehr stolz drauf. Denn obwohl ich mich vorher mit der Reihe nicht befasst hatte, weiß ich, dass es nicht leicht für Autoren ist, da reinzukommen.“

Der Filmemacher und Schriftsteller war unter Stasi-Beobachtung

Wie es ist, dafür kämpfen zu müssen, dass eigene Geschichten in der Welt sein dürfen, weiß Thomas Frick nur zu gut. Seine erste Liebe gehörte dem Film. In der DDR der frühen Achtziger drehte er mit russischen Quarzkameras und Super-8-Filmen von Orwo selbst geschriebene und privat finanzierte Schmalspur-Streifen und organisierte Underground-Filmfestivals. Da war er Anfang zwanzig. Seiner Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Das rief die Staatsmacht auf den Plan. Die Stasi füllte dicke Akten mit Überwachungsprotokollen. Seine Filme wurden konfisziert, sein Umfeld eingeschüchtert, Frick selbst mehrfach festgenommen. Der Inlandsgeheimdienst der DDR sah eine Gefahr in dem Träumer. Seinen Ideen. Seiner Tatkraft. Doch Frick ließ sich nicht entmutigen. Spontan besuchte er Regie-Star Heiner Carow („Die Legende von Paul und Paula“, „Coming Out“). Dessen Nummer hatte er aus dem Telefonbuch.

„In seinem Wohnzimmer hab ich ihm das Beste gezeigt, was ich bis dahin gedreht hatte“, erinnert sich Frick. Kurze und lange Filme waren das. Literaturverfilmungen, Genrestreifen und Alltagsgeschichten. Insgesamt rund acht Stunden Material. Was Carow davon sieht, begeistert ihn, er öffnet Frick die Tür zur Defa. 1988 wird er als Volontär in Babelsberg und an der Filmhochschule HFF angenommen. In dieser Zeit ist Regisseur Claus Dobberke sein Mentor. Und auch der damalige HFF-Rektor und spätere PDS-Politiker Lothar Bisky hält seine schützende Hand über den Unangepassten.

Nach der Wende kommt Frick sogar nach Hollywood

Nach dem Zusammenbruch der DDR scheint dann plötzlich alles möglich. Frick reist, dreht, trifft Politiker und Film-Größen, gewinnt internationale Preise. Sein Abschlussfilm entsteht 1993 in Hollywood. Sein dortiger Mentor ist Roland Emmerich.

Gern hätte Frick so weitergemacht. Unzählige Plots hatte er im Kopf, zumeist fantastische. Seit seiner frühen Jugend schreibt er. Science-Fiction, Fantasy, Horror, Action und Thriller sind seine Welt. Genres, die bis heute Stiefkinder auf dem hiesigen Kino-Markt sind. Fricks Drehbuch-Ideen sprengen das Vorstellungsvermögen deutscher Filmproduzenten. Nur einen großen Film macht er noch. 2002 erscheint „Detective Lovelorn und die Rache des Pharao” mit Horst Buchholz in seiner letzten Kinorolle.

Auch einen Mittelalter-Zeitreise-Thriller hat er geschrieben

Auch danach führt Frick weiter Regie. Aber fortan jenseits des Massenmarktes. Für Umweltschutz-Organisationen und andere NGOs dreht er weltweit und leitet Seminare. Seit den frühen Neunzigern bereits gibt er sein Wissen als Autor und Filmemacher weiter.

Seine Geschichten aber erzählt Thomas Frick bis heute. Vor einigen Jahren begann er, seine Drehbücher zu Romanen umzuschreiben. „Das Narrengericht“, ein Mittelalter-Zeitreise-Thriller, hat inzwischen einen Verlag gefunden und wird voraussichtlich im kommenden Jahr veröffentlicht. „Der Hecht“, eine Verarbeitung seiner Stasi-Erfahrungen, befindet sich gerade im Vor-Lektorat.

Dauerbrenner Perry Rhodan

Seit 1961 erscheint Perry Rhodan wöchentlich als Heftroman bei der Verlagsunion Pabel-Moewig.

Die 3000. Ausgabe wird voraussichtlich im Februar 2019 erscheinen. Das aktuelle Heft trägt die Nummer 2950.

Rund 60 000 Exemplare beträgt die Druckauflage laut Verlagsangaben derzeit. Zusätzlich wird Perry Rhodan als E-Book veröffentlicht.

13 Autoren gehören zum Stammteam. Daneben steuern prominente Gastautoren und ein paar freie Mitarbeiter Geschichten bei.

Von Marcel Kirf

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