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Potsdam Weltreligionen als Publikumsmagnet
Lokales Potsdam Weltreligionen als Publikumsmagnet
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22:48 18.10.2016
Dieses syrische Paar war unter den ersten Besuchern. Quelle: Gartenschläger
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Potsdam

„Anders als du glaubst“ gestaltete sich am Dienstagabend der Auftakt zur gleichnamigen sechswöchigen Veranstaltungsreihe. Denn anders als mancher zuvor geglaubt haben mochte, gab es einen regelrechten Besucheransturm auf den Saal in der Stadt- und Landesbibliothek. Die Folge: Etwa 150 Interessierte verfolgten – teilweise stehend – die Eröffnungsreden zur Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“. Die Wanderausstellung tourt seit Jahren um die Welt und hatte Millionen Besucher. Bis zum 30. November wird sie im Bibliotheksfoyer zu sehen sein. Sie beleuchtet neben den großen Weltreligionen auch die Religion der Sikh aus Nordindien und den Glauben der Bahai, der in seinem Ursprungsland Iran verfolgt wird.

Zwischen Friedensgebet und EU-Türkei-Deal

19. Oktober, 18 Uhr, Nagelkreuzkapelle: Friedensgebet. Jeden Mittwoch sind Interessierte und Neugierige herzlich willkommen in der Nagelkreuzkapelle zum Friedensgebet mit Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst auf Deutsch und Englisch.

19. Oktober, 19 Uhr, Nagelkreuzkapelle: Vortrag und Diskussion zu „Der EU-Türkei-Deal – Wo bleiben die Menschen(rechte)?“. Der EU-Türkei-Deal sollte die Zuwanderung von Flüchtlingen in die EU regeln. Die Realität sieht anders aus: Geflüchtete stranden und verzweifeln. Menschenrechte sind in Gefahr. Wie geht es weiter? Fadi Sujaa spricht über die Situation in seiner Heimat. Harald Glöde, „borderline-europe Menschenrechte ohne Grenzen“, berichtet über die aktuelle Lage auf Lesbos. Übersetzung: Deutsch-Arabisch. Eintritt frei.

20. Oktober, 18 Uhr, Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10, Haus 9, 1. OG, Raumnummer 1.14: Vortrag und Gespräch zu „Die Erfindung der Weltreligionen“. Weltreligionen glauben wir zu kennen. Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und zuweilen auch einige andere Religionen. Dabei ist die Vorstellung der Weltreligionen relativ neuen Datums. Hans-Michael Haußig zeigt im Vortrag die Entstehung und Problematik eines selten hinterfragten Konzepts auf. Eintritt frei.

20. Oktober, 18 Uhr, Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße. 4, Hörsaal 1, Zugang über den Alten Markt: Vortrag und Gespräch zu „Vom Zusammenleben mit unterschiedlichen kulturellen Identitäten“. Den Vortrag hält Birgit Ammam, Fachhochschule Potsdam. In einer von Migrationsprozessen geprägten Gesellschaft bedarf es multilateraler Aushandlungen und Vereinbarungen zum Zusammenleben, da die Lebensumstände von Zugewanderten und bereits Ansässigen nachhaltig betroffen sind. Keiner der beiden Gruppen weist jedoch eine einheitliche kulturelle Identität auf. Regionale, sprachliche, sozialisatorische, politische, sozialökonomische Faktoren differenzieren und ergeben mitunter auch Gemeinsamkeiten, die ethnische Zugehörigkeiten weitgehend überlagern können. Eintritt frei.

21. Oktober, 19 Uhr, Kultur-Agentur, Clara-Zetkinstraße 7: Gebete für Frieden. Die Bahá’ì-Gemeinde Potsdam lädt zur offenen Andacht ein. Eintritt frei. Übersetzung Deutsch-Arabisch.

Noch spannender als die Schau mit ihren 15 Tafeln verspricht das Begleitprogramm unter dem Motto „Anders als du glaubst“ zu werden, das sich um den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen dreht. 75 Veranstaltungen verteilen sich über die ganze Stadt. Das Panorama reicht von Vorträgen, Diskussionen, Theater, Filmen und Gottesdiensten bis hin zu Lesungen, Konzerten und Workshops. Das vielfältige Spektrum ist einem Schulterschluss von 25 Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Bildungsträgern, Kultureinrichtungen und Sozialverbänden zu verdanken. „Das ist ein Angebot, das seinesgleichen sucht“, sagte Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (beide SPD) die Schirmherrschaft inne hat.

Die Ausstellung besteht aus 15 Schautafeln Quelle: Bernd Gartenschläger

Ganz explizit wendet sich das Programm auch an Flüchtlinge. Sie waren in die Programmgestaltung eingebunden und beteiligen sich an Kulturevents. „Geflüchtete sind eingeladen, ihre Sichtweisen einzubringen. So können wir gemeinsam das Leben in Potsdam trotz sprachlicher und kultureller Hürden friedlich gestalten“, erklärte Flüchtlingspfarrer Bernhard Fricke. Deshalb werden einige Veranstaltungen ins Arabische übersetzt. Für Besucher wie den Syrer Mohammad Alfadel, der bei der Eröffnung ratlos in der rein deutschsprachigen Begleitbroschüre blätterte, wäre so eine Übersetzung ein Segen: „Ich lebe seit acht Monaten hier und spreche noch nicht so gut Deutsch“, erzählte der ehemalige Lkw-Fahrer. Alfadel wohnt nun am Schlaatz.

„Es geht nicht nur darum, diesen Menschen ein Dach über dem Kopf anzubieten – der zweite Schritt ist, dass man aufeinander zugeht und einander zuhört“, betonte Oberbürgermeister Jakobs in seiner Rede: „Interreligiöser Dialog ist eine Voraussetzung für Integration.“

Das Programm ist unter www.anders-als-du-glaubst.info zu finden.

Von Ildiko Röd

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