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Potsdam Weniger Unfälle und bessere Luft auf der Zeppelinstraße
Lokales Potsdam Weniger Unfälle und bessere Luft auf der Zeppelinstraße
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01:16 15.12.2018
Die Luft in der Zeppelinstraße ist besser geworden und die Zahl der Unfälle gesunken. Quelle: Peter Degener
Potsdam-West

Die Verengung der Zeppelinstraße ist umstritten, doch die Neuaufteilung des Straßenraums zugunsten von Radfahrern, Bussen und Fußgängern zeigt Wirkung. Die Luftqualität ist 2018 deutlich besser geworden und die Zahl der Autos und der Unfälle zurückgegangen.

Zahl der täglichen Autos ist um mindestens 2500 Stück zurückgegangen

„Durch die Umgestaltung des Verkehrsraumes durchfahren heute täglich 4250 Autos weniger den Bereich. Rechnet man die Zunahmen im übrigen Straßennetz dagegen, beträgt der Rückgang immer noch rund 2500 Autos am Tag für das gesamte Untersuchungsgebiet“, so das aktuelle Resümee zur Umgestaltung von Norman Niehoff, dem städtischen Verkehrsplaner, im Bauausschuss am Dienstagabend.

Mit solchen „Passivsammlern“ misst das Landesumweltamt nun auch in den Nebenstraßen die Schadstoffbelastung. Quelle: Peter Degener

Schadstoffbelastung ist 2018 deutlich unter dem Grenzwert geblieben

Die Schadstoffbelastung ist 2018 – im Vergleich zu 2016 vor Beginn der Einengung – deutlich zurückgegangen. Während damals in zehn von zwölf Monaten der Grenzwert für Stickstoffoxide deutlich überschritten wurde, war das in diesem Jahr nur im Februar und September der Fall. Das wegen möglicher Anwohnerklagen entscheidende Jahresmittel lag mit 36 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm.

Seit Oktober wird auch die Schadstoffbelastung in den umliegenden Straßen genauer erfasst. Acht kleine Messstationen, sogenannte Passivsammler wurden vom Landesumweltamt in der Geschwister-Scholl-Straße, Nansenstraße, Kastanienallee und der Forststraße angebracht, um die Effekte der zusätzlichen Autos, die auf diesen Wegen die Zeppelinstraße umfahren, zu messen. Nach sechs Monaten sollen die Werte ausgewertet werden.

Neue Einbahnstraße an der Maybachstraße macht Schleichweg dicht

Gegen einen der Schleichwege, den allein in den Morgenstunden von 7 bis 10 Uhr rund 300 Autofahrer täglich auf sich nehmen, um der Zeppelinstraße zu entgehen, soll ab Januar mit einer neuen Einbahnstraßenregelung vorgegangen werden. Die Maybachstraße wird dann in ihrem letzten Abschnitt, der zur Geschwister-Scholl-Straße führt, zur Einbahnstraße erklärt. Dadurch können Autofahrer nicht mehr über die Kastanienallee in die Geschwister-Scholl-Straße und damit parallel zur Zeppelinstraße fahren.

„Uns ist bewusst, das wir die Erschließung der Brandenburger Vorstadt für die Anwohner damit ein Stück weit einschränken“, gab Niehoff nach Kritik an der Maßnahme durch den Ausschussvorsitzenden Ralf Jäkel (Linke) zu. Vorerst handele es sich um einen Versuch, der sechs Monate andauern soll.

Weniger Autos auf der Zeppelinstraße

Rund 20 000 Autos kamen binnen von 24 Stunden werktags aus Richtung Geltow in die Stadt, bevor die Zeppelinstraße verengt wurde. Mittlerweile fahren etwa 2550 Autos weniger von dort nach Potsdam.

Auf Höhe des Bahnhofs Charlottenhof hat sich die tägliche Autozahl sogar um 4250 Autos verringert. Hier spielen aber auch Schleichwege in die Statistik. Wo viele Schleichwege wieder zusammenkommen, werden immerhin noch 3850 weniger Autos pro Tag gezählt.

Unfälle mit Radfahrern auf der Zeppelinstraße um 75 Prozent gesunken

Je nach Blickwinkel ist die Zahl der Unfälle leicht oder sogar dramatisch zurückgegangen. Wenn das gesamte Untersuchungsgebiet mit den Nebenstraßen der Zeppelinstraße betrachtet wird, ist die Gesamtzahl der Unfälle mit allen Verkehrsbeteiligten von 14 auf 12 Unfälle pro Woche zurückgegangen.

Durch die eigene Radspur kommt es seltener zu Konflikten von Radfahrern und Fußgängern, wie früher auf dem Gehweg. Und wer früher eng von Autos überholt wurde, hat mit der Radspur mittlerweile sicheren Abstand zum Autoverkehr. Quelle: Peter Degener

Die Zahl der Unfälle an denen Radfahrer und Fußgänger beteiligt sind, hat sich seit 2016 sogar halbiert. Laut der Polizeistatistik werden pro Woche nur noch 0,4 solche Unfälle gezählt. Bevor die Radfahrer 2017 stadtauswärts ihre eigene Spur bekamen und sich nicht mehr den engen Gehweg mit Fußgängern teilten oder ohne eigene Markierung auf der Straße fuhren, lag die Quote bei 0,9 wöchentlichen Unfällen.

Betrachtet man nur Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern in der Zeppelinstraße, ist deren Häufigkeit von 0,8 auf 0,2 wöchentliche Unfälle noch stärker zurückgegangen.

Busspur von Geltow soll ab Herbst 2019 gebaut werden

Um weitere Autofahrer aus Richtung Werder zum Umstieg auf den Bus zu bewegen, warten viele noch immer auf die Busspur entlang der Bundesstraße 1 ab Geltow. „Wir wollen das Genehmigungsverfahren in den nächsten Monaten zum Abschluss bringen“, sagte Niehoff. Im Herbst 2019 soll dann Baustart für die neue Spur sein.

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Von Peter Degener

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