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Wenn alte Gemäuer zu Zeitzeugen werden

Tag des offenen Denkmals in Potsdam Wenn alte Gemäuer zu Zeitzeugen werden

60 Denkmale hatten am Sonntag in Potsdam ihre Türen für Besucher geöffnet, allein 20 davon befanden sich in Babelsberg. Die letzte unsanierte Villa am Ufer des Griebnitzsees war der offizielle Startpunkt der Stadt für einen Rundgang durch die Neubabelsberger Straßen, in denen es von alten Gemäuern und Erinnerungen nur so wimmelt.

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Das Interesse an Potsdams Denkmälern ist groß – hunderte Besucher erforschten unter anderem die Villa Treitel.

Quelle: Friedrich Bungert

Babelsberg. Die Villa Treitel platzte aus allen Nähten. Hunderte Besucher betraten bereits am Sonntagvormittag das 1889 erbaute Haus im Babelsberger Villenviertel in der Virchowstraße, denn dort begann ganz offiziell der Tag des offenen Denkmals, der in Potsdam wieder im Dreiklang aus Jazz, Kunst und Denkmal begangen wurde. Diese drei Komponenten vereinte die Villa Treitel mit einem Eröffnungskonzert des Müller-Mückenheim-Quartetts und einer Ausstellung des Künstlers Mathias Wunderlich. „Dieser Tag vergegenwärtigt uns, was für Schätze diese Stadt hat“, erklärte der Baubeigeordnete Bernd Rubelt.

Die Villa Treitel von der Virchowstraße aus betrachtet

Die Villa Treitel von der Virchowstraße aus betrachtet.

Quelle: Friedrich Bungert

60 Denkmale hatten gestern ihre Türen für Besucher geöffnet – ein Rekord in der Landeshauptstadt. Allein 20 davon lagen in Babelsberg. „Wir haben schon überlegt, ob das noch zu toppen ist und werden uns bis zum nächsten Jahr etwas einfallen lassen“, kündigte Bernd Rubelt an. Im vergangenen Jahr zählte die Stadt insgesamt 14 000 Gäste in den Denkmälern. Für den Sonntag rechnete man mit einem ähnlich großem Zulauf. Die Villenkolonie Neubabelsberg bildete den Schwerpunkt des Denkmaltages, der bundesweit unter dem Motto „Macht und Pracht“ stand.

Eröffnungskonzert in der vollen Villa

Eröffnungskonzert in der vollen Villa

Quelle: Friedrich Bungert

Die Villa Treitel ist die letzte unsanierte Villa am Ufer des Griebnitzsees. Der Architekt Emanuel Heimann erbaute sie für den Holzgroßhändler Louis Treitel. Ab 1922 gehörte sie Karl Menckhoff, einem bekannten Potsdamer Arzt und Fotografen. Dass Denkmalpflege oft mit einem langen Prozess verbunden ist, werde hier besonders deutlich, so Bernd Rubelt. Derzeit ist die Villa im Besitz von Heinrich Kruse, der mit seiner Arztpraxis in Babelsberg ansässig ist. „Das Haus lag lange im Dornröschenschlaf, war zwar bewohnt, aber wurde nicht so richtig in Schuss gehalten“, sagte er.

Charakteristisch für das frühere Sommerhaus ist der Turm, der zunächst frei stand und später integriert wurde. „An diesem Haus kann man die verschiedenen Erweiterungen der unterschiedlichen Besitzer noch gut erkennen“, berichtete Denkmalpfleger Jörg Limberg. Die Außenfugen würden beispielsweise zeigen, dass 1889 noch sorgfältiger gebaut wurde als in den 1920er Jahren, als die Villa ihren Anbau bekam.

Unter den Eröffnungsbesuchern waren auch zwei Ur-Babelsbergerinnen, die 20 Jahre im Obergeschoss der Villa Treitel gelebt und hier die Wendezeit verbracht haben. An diese Zeit erinnern noch heute Grenzzäune im Garten. Für die beiden Frauen sei die Rückkehr ein sehr emotionaler Moment gewesen.

Ein weiteres Highlight des Potsdamer Denkmaltages war das ein paar Gehminuten entfernte Landhaus Gugenheim. Dort spielte am Nachmittag die Band „Royal Boost Project“. Das Abschlusskonzert mit dem groovenden Streichtrio„Duck Tape Ticket“ konnten die Gäste am Abend im Leibnitz-Institut für Astrophysik an der Sternwarte genießen.

Von Luise Fröhlich

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