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Potsdam Wenn der Herr Direktor die Schule rockt
Lokales Potsdam Wenn der Herr Direktor die Schule rockt
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16:34 27.09.2016
Ausnahmsweise an der Gitarre statt am Schlagzeug: Direktor Andreas Mohry. Quelle: Röd
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Drewitz

Für einen Lehrer – zumal einen Schuldirektor – sagt Andreas Mohry ganz schön ungewöhnliche Sachen. Zum Beispiel: „Wir machen uns gerne zum Affen.“ Damit meint er sich und seine Kollegen. Was nach einem eher ungewöhnlichen Job-Verständnis klingt, ist dann doch harmlos. „Zum Affen“ machen sie sich nämlich nur, wenn sie in den Probenraum des Schiller-Gymnasiums in der Fritz-Lang-Straße gehen. Direktor und Schulgründer Mohry ist der Mann am Schlagzeug, dem auch die Gitarre nicht fremd ist. Erst neulich rockte die Schiller-Band mit Pink Floyd und Cream das Haus: Das war vorletzte Woche bei der großen Geburtstagsfete, als das 15-jährige Bestehen gefeiert wurde. 2001 wurde die Privatschule eröffnet.

In Chinesisch kann man sogar das Abitur ablegen

Ob es dem Notendurchschnitt hilft, wenn man als begeisterter Fan die Band bejubelt? Bei dieser Frage muss der Herr Direktor herzlich lachen: „Nein“, sagt er und sein verschmitztes Lächeln wird noch breiter: Das eine habe mit dem anderen natürlich nichts zu tun. Ohnehin haben die Gymnasiasten meist anderes im Kopf als die Freizeit-Band ihres Lehrerkollegiums. Die Privatschule beeindruckt mit einem extrem breiten Angebot – Schwerpunkt sind Fremdsprachen. Neben Englisch und Französisch stehen auch Latein, Russisch und Spanisch auf dem Stundenplan. Die Schule zählt zu den äußerst seltenen Gymnasien in Brandenburg, an denen man im Fach Chinesisch eine Abiturprüfung ablegen kann. Und sie ist ein Anziehungspunkt für Schüler aus dem Reich der Mitte. Sieben haben in diesem Sommer hier ihr Zentralabitur bestanden. Helena, eine junge Frau aus Süd-China, sogar mit einem Notendurchschnitt von 1,0!

Jede Klasse hat maximal 16 Schüler

Die Chinesen waren erst vor vier Jahren nach Potsdam gekommen, noch dazu ohne Deutschkenntnisse. Wie diese Superleistung zustande kam? „Wir haben sehr kleine Klassen – nie mehr als 16 Schüler“, nennt Mohry einen Grund für das Erfolgsrezept. Auch eher schüchterne Jugendliche, die in großen Gruppen leicht untergehen, würden von den überschaubaren Klassen im Schiller-Gymnasium profitieren. „Bestmöglicher Förderung der Individualität“ ist eine der Maximen. Eine Elite-Einrichtung sei man trotzdem nicht – dafür spricht schon das Schulgeld von 285 Euro pro Monat. Dafür wird Ganztagsschule mit Hausaufgabenbetreuung und Förderunterricht geboten. Für jene Familien, die sich das nicht leisten können, gibt es eine Förderung. „Niemand darf aus finanziellen Gründen außen vor bleiben“, betont Mohry.

Breites Angebot

Das Schiller-Gymnasium hat derzeit 335 Schüler. Im Jahr 2001 wurde es als Privatschule in Potsdam eröffnet und ist seit 2003 staatlich anerkannt. Unterrichtet wird von 65 Lehrkräften, deren Durchschnittsalter mit 38 Jahren relativ niedrig liegt.

Der Fächerkanon der Schule umfasst neben zahlreichen Fremdsprachen auch die Fächer Informatik, Darstellendes Spiel, Philosophie, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften.

Der 65-Jährige wirkt wie einer dieser Pädagogen, wie man sie sich selbst seinerzeit gewünscht hätte. Ohne Scheuklappen und mit viel Lebenserfahrung. Nach dem Lehramtsstudium schlug Mohry die zwar abgesicherte, aber damals sehr stromlinienförmige Schullaufbahn aus. Stattdessen verantwortete er in Berlin die PR-Arbeit bei Siemens. Bei einer Auslandsreise lernte er seine Frau kennen – eine Chinesin und so wie er selbst ausgebildete Lehrerin. Als Siemens nach der Wende viele Standorte nach München verlegte, war für Mohrys klar, dass sie nicht aus Berlin weg wollten. Also kehrten sie zu ihren schulischen Wurzeln zurück. Am Park Sanssouci gründeten sie zunächst die Schiller-Akademie als Sprachschule für junge Chinesen. Daraus erwuchs dann das Gymnasium.

Die Nachfrage steigt – der Schulbau wird aufgestockt

Dessen jetzige Lage ist zwar nicht so prominent wie am Park Sanssouci. Doch der Plattenbau– als letztes Potsdamer Schulgebäude aus DDR-Zeiten noch 1989 in Angriff genommen – passt gut zum pragmatischen Konzept. Außerdem ist immer noch Luft nach oben: Derzeit wird das Haus um eine Etage aufgestockt. Denn die Zahl der Fans des Schiller-Gymnasiums wächst.

Von Ildiko Röd

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