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Potsdam Wer wird Nachfolger von Wilfried Böhme?
Lokales Potsdam Wer wird Nachfolger von Wilfried Böhme?
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06:05 20.06.2016
Wilfried Böhme Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Nach der Freistellung von Konzernchef Wilfried Böhme in der Stadtwerke-Affäre wächst der Druck auf Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Der Stadtchef muss heute Abend in einer nicht öffentlichen Sondersitzung des Hauptausschusses erklären, wie er die kommunale Holding aus der Krise führen will. Die Neuorganisation dürfte Einiges kosten: Jakobs schwebt vor, die Zahl der Prokuristen sowohl bei den Stadtwerken als auch bei der Tochter Energie und Wasser (EWP), deren Geschäftsführer Böhme ebenfalls war, zu erhöhen.

Bei den Stadtwerken soll die Zahl der Prokuristen von zwei auf drei bis vier vergrößert, bei der EWP von einem auf zwei verdoppelt werden. Jakobs verspricht sich davon offenbar mehr Kontrolle innerhalb des Konzers. Bis ein Nachfolger für Böhme per Ausschreibung gefunden ist, sollen die Prokuristen die Geschäfte führen. Klären müssen Gesellschafter und Aufsichtsgremien auch, ob Böhme mit einem „goldenen Handschlag“ aus dem Unternehmen scheidet. Böhme, der am Freitag seinen Rückzug bekanntgab, wird im Oktober 65, sein Vertrag endet im März 2017. Ihm wird Vetternwirtschaft vorgeworfen, das Finanzamt ermittelt. Er soll als EWP-Chef seinen Schwager sowie einen Bekannten mit Werkverträgen versorgt haben.

Soll ein Externer an die Konzernspitze?

„Wir haben sehr gute Stadtwerke“, betont Linksfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg, der auch im Aufsichtsrat sitzt, dennoch. Es müssten nun zeitnah Entscheidungen für eine Neuausrichtung getroffen werden, um Unternehmen und Stadt vor einem größeren Imageschaden zu bewahren. Ein Nachfolger für Böhme müsse „mit Sorgfalt“ ausgesucht werden, so Scharfenberg. Das bedeute aus seiner Sicht nichts zwangsläufig, dass ein Unbekannter, Externer die Leitung übernehmen müsse. Bürgermeister und Kämmerer Burkhard Exner (SPD), der Aufsichtsratschef ist und die Stadtwerke nach dem Rücktritt von Peter Paffhausen 2011 interimsweise führte, werden Ambitionen auf den Posten nachgesagt. Er dementierte das bislang.

„Der Ruf des Unternehmens droht erneut durch Fehler in den Leitungsebenen Schaden zu nehmen. Es muss es einen Neuanfang geben, um bei Belegschaft und Kundschaft das Vertrauen zurückzugewinnen“, erklärt SPD-Fraktionschef Mike Schubert. Der Neuanfang dürfe sich jedoch nicht auf die SWP-Unternehmen beschränken. In die Überlegungen gehörten auch die Arbeit der Aufsichtsräte und der Beteiligungssteuerung. Alle Strukturen gehörten gemeinsam auf den Prüfstand.

Von Marion Kaufmann

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