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Potsdam Werden die Reste der FH Potsdam recycelt?
Lokales Potsdam Werden die Reste der FH Potsdam recycelt?
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14:50 28.11.2017
Das Gebäude der Fachhochschule am Alten Markt soll noch in diesem Jahr fallen.   Quelle: Friedrich Bungert
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Innenstadt

 Gibt es ein Leben nach dem Abriss? Das möchte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen prüfen lassen. Sie hat einen Antrag mit dem Titel „Wiederverwertung Gebäudeteile Fachhochschule und Plattenbauten Krampnitz“ in die jüngste Potsdamer Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Die Idee dahinter: Nach dem Abriss der Gebäude könnten einzelne Teile direkt zum Bau von Kitas oder Schulen verwendet oder aber der Beton recycelt und dem Frischbeton für öffentliche Neubauten der Stadt Potsdam beigemischt werden.

Die Wiederverwendung von Betonbauteilen und Recyclingbeton ist laut Fraktion in zweierlei Hinsicht lohnend: So seien nicht nur Kosten, sondern auch CO2-Emissionen einzusparen. Die Fraktion beruft sich auf die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus: Nach deren Forschungsergebnissen lassen sich durch die Wiederverwendung von Betonbauteilen Kosteneinsparungen von 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Bau mit neuen Baumaterialien erzielen. Laut BTU biete auch die Verwendung von Recyclingbeton erhebliches Potenzial: Unter anderem benötige man weniger Rohstoffe, Energie und Wasser.

Eine Expertin der BTU für Betonrecycling hat laut den Grünen die FH bereits besichtigt – sie schätze, dass insbesondere die Deckenplatten sehr wahrscheinlich gut wieder zu verwenden sind. Ob auch andere Teile in Frage kommen, könne indes nur eine Analyse der Bauunterlagen und der Baukonstruktion zeigen. Gleiches gelte für die Plattenbauten in Krampnitz: Die Grünen halten die Blöcke dennoch für eine Wiederverwendung für „grundsätzlich sehr gut geeignet“.

Stadtplanungschef Andreas Goetzmann nahm der Fraktion nun im Umweltausschuss den Wind aus den Segeln und empfahl, den Antrag abzulehnen. Zwar seien die Decken der FH – „und zwar ausschließlich die Decken“ – vermutlich noch verwendbar. Sie würden aber nicht den heutigen Anforderungen entsprechen und müssten zum Beispiel in Hinblick auf den Brandschutz ertüchtigt werden. „Der Aufwand wäre erheblich“, so Goetzmann. Auch sei die Spannweite der Decken mit einer Raumtiefe von nur sechs Metern für Schul- und Kitaneubauten nicht mehr zeitgemäß. Auch vom Recycling verspricht sich die Stadt nichts: Das Material gehe über die Rohstoffbörse – es sei daher außerordentlich schwer zu sagen, dass der Potsdamer Beton nach der Wiederaufbereitung auch zurück nach Potsdam kommt.

Auch für die Plattenbauten auf dem Aasberg in Krampnitz machte Goetzmann keine Hoffnung: „Es ist zu bedenken, dass sie seit 1993 offenstehen und im Jahr 2000 weiter ausgeweidet wurden, um ein martialisches Filmkunstwerk zu drehen“, nämlich „Duell – Enemy at the Gates“ von Oscarpreisträger Jean-Jacques Annaud. Die Bauten seien der Witterung seither schutzlos ausgeliefert, so Goetzmann. „Es spricht vieles, wenn nicht alles dafür, dass man auch hier zu dem Ergebnis kommt, dass die Wiederverwendung solch veralteter Bauteile nicht sinnvoll ist.“ Der Ausschuss fasste keinen Beschluss zu dem Antrag.

Von Nadine Fabian

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