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Potsdam Werder hält an neuem Bildungscampus fest
Lokales Potsdam Werder hält an neuem Bildungscampus fest
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17:04 28.09.2017
So sollen sich nach bisheriger Planung die Baukörper verteilen auf einer derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Fläche. Quelle: Hoffbauer-Stiftung
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Werder

Die Stadt Werder und die Potsdamer Hoffbauer-Stiftung haben am Donnerstag ihre Pläne zum Bau eines Bildungscampus am Südrand des Ortsteils Werder bekräftigt. Sie unterzeichneten eine Absichtserklärung, mit der das rund 30 Millionen Euro teure Projekt binnen fünf Jahren realisiert werden kann. Politisch umstritten war über Monate fast alles an dem Vorhaben: die Abgelegenheit, die Verkehrsanbindung und die Kostenbeteiligung der Stadt Werder. Inzwischen gibt es in der Stadtverordnetenversammlung eine stabile Mehrheit dafür.

Man will eine Kita, eine Grundschule und eine Sekundarschule errichten. Vorbereitende Gespräche gab es schon 2015, damals noch ohne Festlegung eines Standortes. Jetzt soll auf einem Feld zwischen der Landstraße nach Klaistow und dem Langen Grund gebaut werden, wofür man den geltenden Flächennutzungsplan ändern muss; er sieht noch eine landwirtschaftliche Nutzung vor. Das Gelände ist städtisches Eigentum; die Nutzer sollen Austauschflächen bekommen. Auch die im Ausbau stehenden Havelauen waren im Gespräch, doch sind dort offenbar alle Baufelder bereits verplant.

Der jetzt unterschriebene „Letter Of Intent“ ist im Dezember 2016 von den Stadtverordneten beschlossen worden. Im Juni 2017 folgte ein Aufstellungsbeschluss für ein Bebauungsplanverfahren.

Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) erklärte, die kommunalen Kitas in der 26000-Einwohner-Stadt seien ausgelastet, der Betrieb könne durchweg nur mit Ausnahmegenehmigungen aufrecht erhalten werden. Die Inselkita der Hoffbauer-Stiftung müsse mittelfristig wegen Brandschutzproblemen sogar schließen. Die Grundschulen arbeiteten „durchweg an der Kapazitätsgrenze“. Sie könnten die neuen Schüler bei maximalen Klassenstärken und maximaler Zügigkeit zwar in den kommenden Jahren womöglich noch knapp aufnehmen. „Der ständige Betrieb am Limit geht auf Dauer aber zulasten der Qualität“, so die Bürgermeisterin. Aktuelle Baugebiete seien in die Berechnung zudem noch gar nicht eingeflossen.

Ähnlich sehe es in der Sekundarstufe aus. In den nächsten Schuljahren blieben im Schnitt 70 Schüler, die nicht in Werder beschult werden könnten. „Aus Sicht einer Stadt, die attraktiv bleiben und eine vielfältige Bildungslandschaft bieten will, ist eine Beschulung in Ortsnähe wünschenswert“, so Saß. Die Stadt Werder habe im ländlichen Raum zudem auch eine Ankerfunktion für umliegende Gemeinden.

In der Absichtserklärung verpflichtet sich die Stadt, für das betreffende Grundstück ein Bauleitverfahren zu führen. Die Kita mit 120 Plätzen würde von der Stiftung errichtet werden und die Stadt die Mietkosten für die Einrichtung zahlen. An den Baukosten der Grundschule mit 300 Schülern will sich die Stadt mit 40 Prozent beteiligen, an Baukosten der Sportanlagen mit Sporthalle und Mensa mit 20 Prozent. Zudem würde die Stadt in den ersten beiden Jahren des Schulbetriebs die Hälfte der laufenden Kosten übernehmen.

„Wir sind mit dem Landkreis im Gespräch, um die notwendigen Schritte auch zum Bau einer Gesamtschule oder eines Gymnasiums auf dem Gelände einzuleiten“, so Werders 1. Beigeordneter Christian Große. Frank Hohn, Vorstandsvorsitzender der Hoffbauer-Stiftung, präferiert ein Gymnasium, für das aber, wie auch in der Grundschule, Elterngebühren fällig werden. Sie liegen, je nach Einkommen, zwischen 25 und über 500 Euro. Hohn begründet die Gebühren mit der staatlichen Schulfinanzierung, die für freie Träger wie Hoffbauer viel geringer sei als für kommunale Einrichtungen.

Die Verkehrsanbindung ist derzeit noch ein Engpass, doch gibt es nach Auskunft Großes „mehrere gute Varianten“ für eine Straßenerschließung, für die allerdings das Land sorgen muss. Sicher ist, dass die Radwege ausgebaut werden müssen und an der Autobahnauffahrt ein Pendler-Parkplatz eingerichtet wird. Bürgermeisterin Saß hofft, dass viele Schüler den Bus zur Schule nehmen, statt sich von den Eltern fahren zu lassen. Der seit Dezember eingerichtete „Power-Bus“ sei auf dichtere Fahrtakte eingerichtet. Die Zunahme an Verkehr sei einer der wichtigsten Gründe gewesen, den Komplex am Ortsrand von Glindow zu errichten. Die Kernstadt Werder hätte das nicht verkraftet, sagte Saß.

Mit dem Bau der Kita für 120 Kinder soll im nächsten Jahr begonnen werden. Der Baustart für die zweizügige Grundschule ist für 2020 geplant, der der Sporthalle für 2021, der Sekundarschule (Oberschule mit Sekundarstufe 1 und 2 oder Gymnasium) mit 450 Schülern für 2022. Die Halle und die Außensportanlagen, darunter eine 400-Meter-Laufbahn, sollen auch den Werderaner Vereinen zur Verfügung stehen.


Hier gibt es eine Videosimulation vom Projekt.

Von Rainer Schüler

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