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Werkeln und Reiten für den guten Zweck

Marienschüler jobben / Erlös an Kinderhaus Werkeln und Reiten für den guten Zweck

Die Katholische Marienschule Potsdam besteht erst im fünften Jahr, ein von Schülern angeregtes Projekt soll jetzt zu einer der ersten Traditionen werden. Bereits zum zweiten Mal veranstaltet das Gymnasium im Espengrund einen Projekttag, bei dem die Jugendlichen einen Einblick bekommen sollen, was Wohltätigkeit heißt.

Die Mädchen und Jungen arbeiten einen Tag im Schuljahr für mindestens vier Stunden in einer Firma, statt die Schulbank zu drücken. Die Lehrer haben einen Studientag. Ein Vertrag zwischen Schülern, Eltern, Schulleitung und dem Unternehmen besiegelt die Kooperation. Fünf Euro pro Stunde zahlt die Firma den Kindern. Das Geld kommt dem Kinderhaus „Sonnenblume“ in Schönow zugute. Schon im Vorfeld haben die Schüler erfahren: In diesem Kinderhaus können Mütter unterkommen, die vor lauter Verzweiflung nicht mehr wissen, wo sie hin sollen.

Dass sein Sparschwein leer bleibt, stört Julius aus der Klasse 8 nicht. Der 14-Jährige findet das Projekt prima. Neben der gemeinnützigen Arbeit, sieht er aber auch Vorteile für sich. Julius ist ein Technik-Fan. In einem Potsdamer Unternehmen, das neurochirurgische Implantate herstellt, konnte er sich gestern ausprobieren. „Ich fand es super“, sagt er und präsentiert stolz ein Stück Plastik, in das er Rillen gefräst hat. Einige seiner Mitschüler hätten sich bei der Arbeit wohl gelangweilt. Er findet das Werkeln mit verschiedenen Materialien aber spannend. „In der Schule ist alles immer so theoretisch“, sagt er. Naturwissenschaften einmal in der Praxis zu erleben, ist schon was ganz anderes. Von zu Hause kennt er das nicht. Seine Eltern leiten das Restaurant „Kleines Schloss“ in Babelsberg. Hier kann er sich das Kochhandwerk abschauen. „Ein Tag mal keine Schule ist schon toll“, sagt Julius. Seine zwölfjährige Schwester arbeitet lieber im Blumenladen. Die anderen Schüler seiner Klasse jobben in einer Bücherei, einer Parfümerie oder auf einem Reiterhof. „Manche haben genau das bekommen, was sie auch gerne in ihrer Freizeit machen“, sagt der 14-Jährige. Eine Woche vorher hatten viele seiner Mitschüler noch keinen Job.

Schulleiter Thomas Rathmann freut sich, dass die Schüler seiner 11. Klasse so eine Ehrenarbeit selbst anregten. „Nicht immer ist es leicht, ein Unternehmen zu überzeugen“, sagt er, „gerade für die Jüngeren.“ Zusammen mit der Unterstützung von Eltern und Klassenlehrern konnten bislang jedoch alle Kinder einen Ein-Tages-Job finden. Dabei sollen sie erfahren, dass manche Menschen schwierigere Lebenssituationen durchstehen müssen als andere. „Der karikative Gedanke steht im Vordergrund“, sagt Schulleiter Rathmann. (Von Kerstin Voy)

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