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Werkkatalog für Rainer Fürstenberg (1961-2013)

Erinnerung an Potsdamer Metallbildhauer Werkkatalog für Rainer Fürstenberg (1961-2013)

Der Verein Kunsthaus Strodehne präsentiert am Sonntag im Atelierhaus des Künstlers in der Potsdamer Turmstraße ein Werkverzeichnis des Metallbildhauers Rainer Fürstenberg (1961-2013). Zu seinen Arbeiten zählen in Potsdam die Installation „Neptuns Triumph“ im Lustgarten und die Arbeit „Auftakt“ am Nikolaisaal.

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Rainer Fürstenberg im Dezember 2006 bei der Fertigstellung seiner Figurengruppe „Adam und Eva“ am Schlaatz.

Quelle: Michael Hübner

Potsdam. Vor der Weidenhof-Grundschule am Schlaatz stehen sie funkelnd im Sonnenlicht: Adam mit dem Blick zurück, Eva schwungvoll ausschreitend und zwischen ihnen die Weide mit kräftigem Stamm und aufschießenden Zweigen. 2006 hat der Potsdamer Metallbildhauer Rainer Fürstenberg (1961-2013) die Figurengruppe in seiner Werkstatt nahe dem Baggersee geschaffen.

Potsdamern sind aus dem Stadtbild einige dieser poesievoll-heiteren Werke aus Edelstahl bekannt: die übergroßen Notenständer an der Straße vor dem Nikolaisaal, die filigranen Rohrgebilde, die geisterhaft noch fehlende Sandsteinfiguren im Neptunbecken des Lustgartens ersetzen, das güldene Mirakel mit seinen kunstvoll verschlungenen Zweigen, das von der Freundschaftsinsel in einen norddeutschen Skulpturenpark kam.

168 Arbeiten von Rainer Fürstenberg umfasst der Werkkatalog, der am Sonntag im Atelierhaus an der Turmstraße vorgestellt wird. Möglich wurde die auf Vollständigkeit abzielende Recherche für dieses Buch durch die Mithilfe von Freunden, Kollegen und Institutionen. 90 Spender, das Land und die Stadt Potsdam unterstützten die Arbeit der Redakteure Paula Fürstenberg, Heike Ludwig, Sophie Roock und Michael Wegener.

„Seine Spuren sind zahlreich und oft wissen wir gar nicht, dass auch diese oder jene künstlerische Intervention eine Arbeit Fürstenbergs ist“, schreibt Lothar Krone, einer der Autoren des Katalogs, in dem auch daran erinnert wird, welch zentrale Rolle Rainer Fürstenberg in Potsdam nicht nur als Künstler, sondern auch als Protagonist einnahm: 1979 war er unter den Gründern des rebellischen Szenetreffs „Die Stube“, seit 1987 baute er am Kunsthaus Strodehne mit, 1992 zählte er zu den Pionieren, die das Waschhaus und die Schiffbauergasse für die Kultur öffneten. Der Verein Kunsthaus Strodehne, dessen Vorsitzender Rainer Fürstenberg seit 1998 war, ist der Herausgeber des Werkverzeichnisses.

Die erste im Katalog aufgeführte Arbeit ist ein 1990 entstandener „Königsstuhl“ aus Stahl, dessen Verbleib noch unbekannt ist. Die letzte, mit märchenhaften Figuren besetzte Konstruktion namens „Tanzende Türme“ im Märkischen Viertel Berlin-Reinickendorf, wurde am 30. Mai 2013 fertiggestellt, jenem Tag, an dem Rainer Fürstenberg aus dem Leben ging.

Die Recherchen sind mit dem Werkkatalog nicht abgeschlossen, sagt Michael Wegener: „Es gibt immer noch neue Informationen.“ In einem nächsten Schritt soll das Werk Rainer Fürstenbergs in die Internet-Datenbank „Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg“ eingepflegt werden. Mittelfristig könnte er zu den Künstlern gehören, die in dem seit 2013 wachsenden Skulpturenpfad „Walk of modern art“ am Havelufer zwischen Schiffbauergasse und Altem Markt vertreten sind.

Offenes Atelierhaus

Das Atelierhaus Rainer Fürstenbergs in der Turmstraße 36 ist am Sonntag ab 14 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr wird der Katalog vorgestellt.

Der Werkkatalog kann am Sonntag erworben werden und soll später in Potsdam u.a. im Buchladen Wist und im Internationalen Buch zu haben sein.

Info www.kunsthaus-strodehne.de; www.rainer-fuerstenberg.de; www.private-kuenstlernachlaesse.de

Von Volker Oelschläger

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