Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Wie Charlie Sheen in Potsdam gegen Aids hilft

Potsdamer Aids-Hilfe feiert 25-jähriges Jubiläum Wie Charlie Sheen in Potsdam gegen Aids hilft

Ungeschützter Sex birgt Risiken. Sie können tödlich sein. 420 Brandenburger sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mit HIV infiziert – nur etwa 130 wissen von ihrer Infektion. Im Zentrum der Arbeit der Potsdamer Aids-Hilfe stehen Prävention und Beratung – etwa von Hortense Lademann und Guillaume Carpentier. Die hatten in der letzten Zeit auch mit Charlie Sheen zu tun.

Potsdam 52.3905689 13.0644729
Potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
Übergriffe in Köln: „Das erfüllt uns mit Scham“

Charlie Sheen: Nach seinem Aids-Geständnis ist die Krankheit wieder mehr in das Bewusstsein der Potsdamer gerückt.

Quelle: AP Images

Potsdam. Als im Herbst Hollywoodstar Charlie Sheen (50, „Platoon“, „Two and a half Men“) seine HIV-Infektion öffentlich machte, bestimmte die Viruserkrankung die Schlagzeilen wie schon lange nicht mehr. HIV stand im Mittelpunkt des Interesses. Plötzlich kamen junge, heterosexuelle Männer zu anonymen Antikörperschnelltests in die Geschäftsstelle der Potsdamer Aids-Hilfe oder ließen sich beraten. „Die Männer hatten Sex ohne Kondom und fühlten sich durch Charlie Sheen nun daran erinnert“, berichtete Aids-Hilfe-Mitarbeiter Guillaume Carpentier (30). Insofern habe das Geständnis des Schauspielers geholfen, wieder mehr Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen.

Hortense Lademann und Guillaume Carpentier sind  Mitarbeiter der Aids-Hilfe und zeigen die Beipackzettel von Aids-Medikamenten

Hortense Lademann und Guillaume Carpentier sind Mitarbeiter der Aids-Hilfe und zeigen die Beipackzettel von Aids-Medikamenten.

Quelle: Christel Köster

Viele haben die Angst vor dem HI-Virus verloren, sagte Hortense Lademann (54), seit 1998 als Sozialarbeiterin bei der Aids-Hilfe. Am Freitag feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen sei dank wirksamer Medikamente inzwischen „normal – wenn das Virus rechtzeitig entdeckt wird“, sagte Hortense Lademann. Im Zentrum der Arbeit des Vereins stehen Prävention und Beratung zu HIV und Aids sowie zu anderen sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis. 2015 wurden innerhalb zweier neuer Projekte Gefangene in Brandenburger Justizvollzugsanstalten sowie Flüchtlinge in Übergangswohnheimen über die Risiken ungeschützten Geschlechtsverkehrs informiert. Zum dreiköpfigen Team gehört auch Sozialarbeiterin Sabine Frank.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in Brandenburg 420 Frauen und Männer mit dem HI-Virus infiziert – nur schätzungsweise 130 wissen davon. Jährlich kommen bis zu 60 Neuinfektionen hinzu. Zahlen für Potsdam konnte Hortense Lademann nicht nennen. Der verein steht auch an Aids Erkrankten bei, hilft ihnen durch den Alltag. Wöchentlich lassen sich durchschnittlich zehn bis 15 Frauen und Männer bei der Aids-Hilfe auf HIV testen. Einen jährlichen Etatbedarf von mehr als 150 000 Euro für Personal- und Sachkosten hat die Potsdamer Aids-Hilfe. Finanziert wird die Arbeit des 30 Mitglieder zählenden Vereins aus jährlich neu zu beantragenden Fördermitteln des Landes, der Stadt und des Landkreises Potsdam-Mittelmark sowie aus Spenden.

Beratungen und HIV-Tests

Die Aids-Hilfe Potsdam e.V. in der Kastanienallee 27 lädt montags und mittwochs von 14 bis 20 Uhr sowie freitags von 14 bis 18 Uhr zu grundsätzlichen Präventionsberatungen ein. Junge HIV-Positive sind jeden dritten Mittwoch im Monat von 18 bis 20 Uhr zur Beratung willkommen.

Ein Test HIV oder Syphilis ist jeden dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 20 (letzter Einlass 19.15) Uhr in der Vereinsgeschäftsstelle möglich.

Am Freitag, 5. Februar, feiert die Potsdamer Aids-Hilfe um 17 Uhr ihr 25-jähriges Jubiläum in der Caféteria des Landtages. Unter den Gästen: Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) und Verbraucherschutzminister Helmuth Markov (Linke).

Weitere Infos unter 0331/951 30 851 oder unter www.aidshilfe-potsdam.de

 

Von Ricarda Nowak

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg