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Wie eine Berg-Etappe

Rollstuhl-Team vom Nikolaisaal Potsdam testete beim Iron-Roll-Vorlauf die Barrierefreiheit / Attila Weidemann fuhr mit Wie eine Berg-Etappe

„Auf geht’s! Schneller! Schneller!“, feuerte Heike Bohmann ihr Team energisch an. Die Nikolaisaal-Prokuristin konnte zwar nicht selbst im Rollstuhl mitflitzen, eine Grippe hatte sie ausgebremst, aber die Stimme reichte doch, um den Kollegen Dampf zu machen.

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Kam ins Schwitzen: Attila Weidemann.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Und Motivieren war nötig bei diesem Iron-Roll-Vorlauf am Dienstagabend rund um den Veranstaltungsort in der Wilhelm-Staab-Straße. Das war nicht irgendeine Strecke. Nein, es war die bislang schwerste Strecke – sozusagen die Pyrenäen-Etappe der Rollstuhl-Tour.

Das sechsköpfige Team vom Nikolaisaal testete bei seinem Vorlauf, wie behindertengerecht der Veranstaltungsort im Winter ist. Denn wenn die Temperaturen richtig in den Keller rutschen, friert die Hydraulikflüssigkeit im Fahrstuhl ein, der Rollstuhlfahrer sonst zum Eingang bringt. Auf vier Rädern muss dann die Rampe am Seiteneingang überwunden werden – und die hat so ihre Tücken, wie der Vorlauf zeigt. Kleine Absätze zwischen den Gittern werden für die Rolli-Laien schnell zur Stolperfalle. Für Rolli-Profis wie Udo Sist von „Normalo TV“ stellen sie kein Problem dar.

Attila Weidemann hat die Kamera draufgehalten:

„Wir Rolli-Fahrer haben ein Auge für die Kante“, sagte er. Der Blick sei immer nach unten gerichtet, jede kleinste Unebenheit werde realisiert. Seit 20 Jahren sitzt der 25-jährige Potsdamer im Rollstuhl. Am Anfang sei er nicht so geübt gewesen. „Da bin ich oft hingefallen“, sagte er. „Aber das passiert Läufern ja auch.“

Ein prominenter Läufer hatte sich am Dienstag auch zu den Rolli-Rennfahrern gesellt: Der rasende RBB-Moderator Attila Weidemann testete die Strecke im Rollstuhl und kam auf der Rampe ganz schön ins Schwitzen. Mit einer Minute, 43 Sekunden auf der 118 Meter langen XXL-Strecke lag er beim Vorlauf im Mittelfeld. „Es war eine völlig neue Erfahrung, mal nicht auf beiden Beinen, sondern auf vier Rädern vorwärts zu kommen“, sagte er im Anschluss an sein Rennen. Die Perspektive sei völlig anders. „Mehr, wie Kinder die Welt sehen.“ Als Unterstützer des Iron Roll wollte er auf jeden Fall bei einem Vorlauf dabei sein – und drehte als Fernsehjournalist auch schnell noch ein Video.

Das Nikolaisaal-Team entdeckte bei seinem Test nicht nur die Gitterkanten auf der Rampe, sondern machte eine zweite Hürde für Besucher im Rollstuhl aus: die Bordsteinkante vorm Eingang. „Wir haben zwar drei große Behindertenparkplätze, aber was hilft’s, wenn dann die Kante zum Bürgersteig nicht überwunden werden kann“, sagte Heike Bohmann. Mit dem Anliegen, die Kante abzusenken, will sie sich jetzt noch einmal an die Stadt wenden.

Die beste Zeit eingefahren hat am Nikolaisaal übrigens Herausforderer Udo Sist. Mit einer Minute, drei Sekunden lag der Profi auf der Rampen-Strecke an der Spitze. Da müssen die Rolli-Laien noch ordentlich trainieren. (Von Meike Jänike)

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