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Wie man einen Hypochonder heilt

Molières Komödie "Der eingebildete Kranke" im August auf dem Pfingstberg Wie man einen Hypochonder heilt

Was stöhnt und schnieft und schnauft da unter der Steppdecke? Wolfgang Mondon ist "Der eingebildete Kranke". Für die Sommerinszenierung des Theaters Marameo hat der Schauspieler zum ersten Mal die Rolle des von Molière erfundenen Hypochonders Argan übernommen.

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Hilfe, der Hypochonder kommt: Josefine Heidt (Toinette) und Wolfgang Mondon (Argan) vom Theater Marameo.

Quelle: CHRISTEL KÖSTER

Potsdam. Im feuerroten Strampler schreit er sich die Lunge aus dem Leib. Nach Toinette, dem Hausmädchen. Sie soll das Klistier nach dem Darmeinlauf "mit viel Galle" entsorgen... Mondon spielt mit wunderbarer Situationskomik in Commedia del’arte-Manier. Gestern Vormittag gaben die Marameo-Künstler schon mal eine Kostprobe auf ihr Sommer-Openair am Fuße von Potsdams schönster Aussicht auf dem Pfingstberg.

Es seien viel weniger Spülungen gewesen als sonst, hüstelt der Hausherr ermattet in der Horizontalen. Kein Wunder, dass es ihm nicht besser geht. Dabei befolgt er die Anweisungen seines Arztes akribisch, da er fürchtet, er könnte sterben, täte er’s nicht. Das kommt dem mammonsüchtigen Medicus gelegen: Dank unnötiger Behandlungen und überteuerter Rechnungen kann er bei Argan gut Geld verdienen. Der will in seinem Wahn gar Tochter Angelique mit einem Arzt verheiraten. Doch Toinette öffnet ihm schließlich mit List und Tücke die Augen...

"Es geht um alles oder nichts, das Spiel euphorisiert mich total", sagt Josefine Heidt begeistert, die eine couragierte Toinette gibt und sich im Stück an die Regel hält: "Wenn der Herr nicht weiß, was er tut, hat man das Recht, ihn zurückzuhalten". Partner Mondon ergänzt: "Sie zwingt Argon, seine ,Krankheiten’ zu vergessen."

Man habe das Personal von Molières Komödie, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Paris Premiere hatte, von zwölf Figuren auf die Hälfte reduziert, sagt Regisseur Andreas Lüder: "Zu einer Amour fou, einer Liebesgeschichte zwischen dem Herrn und dem Dienstmädchen. Das fanden wir reizvoll." Alles drehe sich um die Frage, warum der Mann malade sein will? Eine "Art Exorzismus" ‒ Toinette treibt die Dämonen aus. Durch ihre Menschenkenntnis und Tatkraft kann der eingebildete Kranke letztlich genesen. Denn Argan habe einen guten Kern, sagt Lüder: "Für mich ist er kein unrettbarer Despot".

SECHS OPEN-AIR-VORSTELLUNGEN AM ROMANTISCHEN BELVEDERE

Seit 2005 gastiert das Magdeburger Theater Marameo regelmäßig in der Landeshauptstadt. Zum zweiten Mal spielt das Ensemble vor der romantischen Kulisse des Belvederes auf dem Pfingstberg.

Nach „Der Drache“ im vergangenen Jahr führt die Truppe um Regisseur Andreas Lüder diesmal das Sommertheaterstück „Der eingebildete Kranke“ von Molière auf. Die sechs Vorstellungen finden am 15., 16., 17., 22., 23. und 24. August jeweils um 20 Uhr statt.

Tickets kosten 16 Euro (ermäßigt 13 Euro) und sind an der Kasse des Pfingstbergbelvederes, im MAZ Media Store oder online auf www.tixoo.com erhältlich. he

Von Carola Hein

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