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Bohr-Probleme: Baustopp an Garnisonkirche

Bauarbeiten in Potsdam Bohr-Probleme: Baustopp an Garnisonkirche

Baustopp beim Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche: Das historische Ziegelfundament bereitet Probleme beim Bohren der modernen Pfahlgründung – die pünktliche Fertigstellung des Fundaments ist fraglich. Während die Planer über eine alternative Bohrtechnologie nachdenken, werden bereits erste Baufahrzeuge von der Baustelle abgeholt.

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Seit Wochen Stillstand auf der Baustelle der Garnisonkirche in Potsdam.

Quelle: Peter Degener

Potsdam. Die Baustelle des Garnisonkirchturms in Potsdam steht seit Wochen still. Ein Bohrkran und ein weiterer Kran wurden mindestens seit Jahresbeginn nicht mehr bewegt. Auch Bauarbeiter sind nicht zu sehen. Jetzt hat die Stiftung Garnisonkirche mitgeteilt, dass es technische Probleme mit dem Baugrund gibt. „Nach den ersten Bohrungen läuft zurzeit eine Überprüfung des technischen Verfahrens“, heißt es in einer Mitteilung. Eigentlich sollten in diesen Wochen insgesamt 38 Gründungspfeiler in bis zu 38 Meter Tiefe gebohrt werden. Bis Ende Mai sollte diese Arbeit und auch der Guss der Fundamentplatte erledigt sein, um dann darauf mit dem Rohbau des Turms in die Höhe beginnen zu können.

Suche nach alternativer Technologie

„Wir ringen derzeit um die richtige Technologie des Bohrens der Pfähle“, sagte Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Stiftung, der MAZ. Trotz einer umfangreichen Bodendokumentation sind die Probleme unerwartet aufgetreten. Das nun gescheiterte Verfahren sah vor, dass mit dem Bohrkran einzelne 120 Zentimeter durchmessende Bohrrohre in die Tiefe gedreht werden. Anschließend sollten die Rohrsegmente mit einer Stahlarmierung, Beton und geothermischen Leitungen verfüllt und dabei gleichzeitig herausgezogen werden, um sie bei der nächsten Bohrung wiederverwenden zu können.

Bohrrohr bleibt in der Erde stecken

Auf dem Weg in die Tiefe wird auch das historische Fundament des früheren Kirchturms durchbohrt – ein 3,50 Meter dickes Ziegelmauerwerk und eine etwa einen Meter dicke „Packlage“ aus Naturstein. Hierbei ergaben sich unerwartete Probleme. Im Dezember habe es „letzte Analysen“ der beauftragten Firma gegeben, die daraufhin Schwierigkeiten angezeigt hätte. „Bei einer Bohrung hat sich das Bohrrohr nur mit Schwierigkeiten wieder aus dem Erdreich ziehen lassen. Eine Verfüllung mit Beton war deshalb nicht möglich. Eine weitere Bohrung verlief so, dass das Rohr abriss und zum Teil in der Erde verblieb. Diesen Gründungspfahl konnten die Bauleute jedoch planmäßig mit Beton verfüllen“, erklärt die Stiftung. Die Spezialtiefbaufirma Otto Heil aus Taucha führt die Arbeiten aus, wollte sich auf Anfrage aber nicht zu den Problemen äußern und verwies auf den Auftraggeber.

> Multimedia-Story zur Garnisonkirche

Zeitplan wohl nicht zu halten

„Im Moment sitzen die Planer und Entwickler zusammen, um über die künftige Technologie zu befinden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Bohrpfahlgründung zu realisieren“, sagt Wieland Eschenburg. Auf die Frage, ob trotzdem wie bislang geplant bis Ende Mai das Fundament fertiggestellt werden könne, sagte Eschenburg: „Ich glaube es nicht, aber wir können es jetzt noch nicht sagen.“ Zu den Auswirkungen des Baustopps auf die Kosten des Turmbaus wollte sich Eschenburg nicht äußern, „bevor wir es technologisch abgestimmt haben“.

Ungenutzte Baufahrzeuge von der Baustelle geholt

Da derzeit nichts auf der Baustelle passiert, waren am Dienstag sogar schon Fahrer vor Ort, die im Auftrag der ebenfalls auf der Baustelle tätigen Firma Implenia zwei wochenlang ungenutzte Baufahrzeuge von der Baustelle entfernen sollten, die anderswo gebraucht würden. Die Fertigstellung des Turms der Garnisonkirche in einer Grundvariante ohne barocken Zierrat muss wegen einer auslaufenden Baugenehmigung bis 2020 erfolgen.

Mehr über die Potsdamer Garnisonkirche lesen Sie hier.

> Multimedia-Story zur Garnisonkirche

Von Peter Degener

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