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„Wir schreiben hier Geschichte“

Nach dem Sieg in Wembley gab es auch beim Bayern-Fanclub „Havelmacht“ in Geltow kein Halten mehr „Wir schreiben hier Geschichte“

Als Arjen Robben am Sonnabend das entscheidende Tor für den FC Bayern München im fernen Wembley-Stadion in London erzielte und so den Champions-League-Triumph im „Germanico“ gegen Borussia Dortmund sicherte, brachen zeitgleich auch in Geltow alle Dämme beim Public-Viewing.

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Quelle: Marcel Jarjour

GELTOW. Dorthin hatte der Bayern-Fanclub „Havelmacht“ zum gemeinsamen Final-Rudelgucken ins „Café Caro“ eingeladen. Von den 72 Mitgliedern machten es sich in dem geschmückten Raum mit Leinwand, Banner und Robben-Pappfigur rund 45 gemütlich.

„Super Bayern, Super Bayern, Hey, Hey!“, tönte es ebenso wie „Wir sind aus München,wir sind aus Bayern, wir sind diejenigen, die immer wieder feiern“, durch die Räume der Gaststätte, die rot-weißen Anhänger lagen sich in den Armen als das Spiel endlich Geschichte war und Philipp Lahm den Henkelpott in den Londoner Abendhimmel reckte.

„Die Meisterschaft war die Vorspeise, die Champions League der Hauptgang und der DFB-Pokal nächste Woche ist der Nachtisch“, sagte Vorstandsmitglied Karsten Schottstädt, während Vereinspräsident Bodo Wilke zunächst keine Worte für den triumphalen Sieg „seiner“ Bayern fand.

Schon vor dem Spiel ist die Ausgangslage klar: Alles andere als ein Sieg kommt für den Havelmacht-Fanclub nicht in die Tüte. „Wir schlagen Dortmund heute 6:1 und nehmen Revanche für die schmerzhafte Niederlage im DFB-Pokalfinale im vergangenen Jahr“, war sich Wilke sicher.

Karten für Wembley haben die Havelmacht-Mitglieder nicht bekommen, sind in der großen Lotterie des Clubs leer ausgegangen. „Es ist schon ein gemischtes Gefühl“, sagte Präsident Wilke. „Auf der einen Seite ist man traurig, weil man nicht selber vor Ort ist, aber auf der anderen Seite auch froh darüber, dass wir hier mit allen Freunden den Triumph gemeinsam genießen können“.

Zwei Bayern-Finalspiele in der Champions League haben die Mitglieder schon miterlebt. „Wir waren 1999 bei der Niederlage gegen Manchester United in Barcelona und 2001 beim Sieg gegen Valencia in Mailand. Wir waren einer der ersten Fanclubs, der den Pokal im Stadion live erlebt hat“, so Wilke, der besonders das Familiäre am FC Bayern schätzt. „So familiär geht es auch bei uns im Fanclub zu. Es gibt einfach keinen besseren Verein im deutschen Fußball“, sagte Wilke.

Seit der Gründung im Jahr 1995 geht der Verein auf Reisen. Ob nah oder fern, Hauptsache der FC Bayern, könnte die Devise lauten. „Wir versuchen, zehn Bayernspiele in der Saison zu besuchen“, sagte Wilke, der 1995 den Fanclub „als ersten in Brandenburg“ gründete.

Während am Sonnabend zu Beginn des Spiels die Gemütslage der Bayern aufgrund der Dortmunder Überlegenheit eher bescheiden war, sprang spätestens mit dem ersten Treffer durch Mario Mandzukic der Funke von London nach Geltow über. „Wir schreiben Geschichte und nächste Woche sind wir live dabei“, sagte Gründungsmitglied Stefan Schewe.

Nach der Pause und dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Dortmunder schwankte die Stimmung wieder etwas. Ein paar BVB-Anhänger unterwanderten die „Havelmacht“-Veranstaltung und skandierten „zieht den Bayern die Lederhosen aus“.

Einer von ihnen war Torsten Meier. „Eigentlich bin ich kein großer Fußballfan, aber bei so einem wichtigen Spiel halte ich zu Jürgen Klopp und seinen Jungs“. Jedoch blieben er und seine Begleiter in der Unterzahl und wurden von den Bayernfans mit den bekannten Schlachtrufen überstimmt. Für den dritten Teil der unglaublichen Bayern-Geschichte, dem DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart, haben die Geltower zehn Karten ergattert. Der Pokal-Gewinn ist natürlich eingeplant. (Von Marcel Jarjour)

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