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Wirbel um Klipps seltsame Stasi-SMS

Potsdamer Stadtpolitik Wirbel um Klipps seltsame Stasi-SMS

Für Kopfschütteln sorgt derzeit eine Textnachricht, die der Grünen-Baudezernent an einen Journalisten geschickt hat. Darin wollte er Details zu dessen angeblich anrüchiger Vita in der DDR wissen. Doch der Schuss ging für Klipp nach hinten los. Offenbar liegen die Nerven bei ihm so richtig blank.

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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Baudezernent Matthias Klipp (Grüne).

Quelle: Archiv

Potsdam. Eine Privat-SMS des Baubeigeordneten Matthias Klipp (Grüne) wird zum Politikum. Der Dezernent hat aus dem Urlaub an einen Journalisten der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ eine seltsame Textnachricht geschickt. In ihr verlangte er Auskünfte zu dessen Vita: Ob es stimme, dass der Journalist beim Stasi-Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ gedient habe und ob er eine Verpflichtungserklärung beim MfS unterschrieben habe? Peinlich für Klipp: Schon aus biografischen Gründen konnte der Adressat nicht beim DDR-Regiment gewesen sein, da er 1989 erst 14 Jahre alt war.

In der Stadtpolitik sorgt die SMS für Kopfschütteln. CDU-Fraktionschef Matthias Finken erklärte am Mittwoch, er könne sich „gar nicht vorstellen, dass Klipp diese SMS wirklich geschrieben“ habe: „Man muss ihm die Chance geben, etwas dazu zu sagen.“ Deutliche Worte fand Linken-Kreischef Sascha Krämer: „Schlechter Stil und politisch instinktlos. Journalisten so unter Druck zu setzen – einfach irre.“ SPD-Fraktionsvize Pete Heuer: „Sollte sich der Sachverhalt bewahrheiten, bin ich auf die Erklärung von Herrn Klipp gespannt, wenn er – hoffentlich gut erholt – aus dem Urlaub zurückkommt.“ Als „Dummer-Jungen-Streich“ werde sich die Sache sicher nicht abtun lassen, so Heuer.

Auch Klipps Parteifreund, Grünen-Fraktionschef Peter Schüler, spart trotz „allem Respekt und aller Anerkennung für die beruflichen Leistungen des Baubeigeordneten“ nicht mit Kritik: „Dieses letzte Vorkommnis ist – sollte es sich als wahr erweisen – völlig inakzeptabel.“ Klipp müsste sich in diesem Fall „unverzüglich entschuldigen“. Keinen Kommentar zu dem Vorfall gibt es von Klipps Dienstherr, Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Er will sich erst nach einem Gespräch mit dem Dezernenten äußern, der ab Montag wieder im Dienst ist.

Beobachter sind sich einig: Klipps Nerven liegen offenbar blank wegen der Presse-Berichterstattung über seinen Privathausbau.

Klipp selbst, der sich am Mittwochabend auf der Rückreise aus dem Urlaub befand, erklärte, es handele sich um eine satirisch gemeinte Retourkutsche gegen den Journalisten, der ihm im Urlaub „genau solche Anfragen“ geschickt habe. Das sei politisch vielleicht nicht sehr geschickt, aber angesichts des monatelangen öffentlichen Drucks auf ihn, Klipp, und seine Familie habe er nun „eben auch mal gekeilt“.

Von Ildiko Röd

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