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Potsdam Wirrwarr im Bonussystem
Lokales Potsdam Wirrwarr im Bonussystem
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13:47 11.02.2016
Für sportliche Aktivität vergeben die Kassen Boni. Quelle: dpa
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Potsdam

Untersuchungen zur Früherkennung, etwa von Krebs, regelmäßiger Sport oder auch Kurse zu gesunder Lebensweise können sich bei vielen gesetzlichen Krankenkassen in Geld oder Sachprämien auszahlen. Zahlreiche Kassen belohnen dergleichen Eigeninitiative, um Erkrankungen oder deren Fortschreiten vorzubeugen, wenn sie in einem Bonusheft per Stempel und Unterschrift nachgewiesen werden. Sie sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Versicherten solche Bonusprogramme anzubieten.

Von Verbraucherschutzorganisationen werden derartige Angebote nicht gänzlich kritiklos gelobt. „Solche Programme sind gut, das Problem ist aber die Unübersichtlichkeit“, sagt Regina Behrendt, Gesundheitsreferentin bei der Verbraucherzentrale. Manchmal würde sich das Eigenengagement angesichts der auch persönlich entstehenden Kosten nicht unbedingt rechnen. Zudem gebe es keine zusätzlichen Satzungsleistungen wie etwa Reha-Maßnahmen oder die Übernahme von Naturheilverfahren als Belohnung. „Man sollte das genau unter die Lupe nehmen“ rät Behrendt.

Teilnahme ist freiwillig

Die Teilnahme an den Bonusprogrammen ist freiwillig. Die Prämien fallen auch nicht immer üppig aus. Wer die vorgegebene Punktezahl nicht erfüllt, muss keine Nachteile befürchten. Die gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen bleiben auch ohne Teilnahme an einem Bonusprogramm für alle gleich. Krankenkassen locken mit 30 bis zu 300 Euro pro Jahr, die Versicherte als Lohn für gesunderhaltende Zusatzmühen einstreichen können. Die versprochenen Prämien beziffern jedoch immer den maximalen und nicht den garantierten Ertrag. Um 100 Euro Prämie zu erhalten, müssen gesetzlich Versicherte laut Behrendt den Besuch von vier bis zehn verschiedenen Arztterminen, Gesundheitskursen oder Fitnessveranstaltungen im Bonusheft nachweisen. 200 Euro gibt es demnach nur für fünf bis 15 Belege. Beim Studium des Bonusheftes können interessierte Teilnehmer überschlagen, welche Leistungsnachweise sie erbringen müssen, um eine Prämie ausgezahlt zu bekommen.

Einen Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen – etwa Fitnesskurse – gibt es nicht zum Nulltarif. Interessenten sollten am besten vorab mit ihrer Kasse klären, ob und welche Kurse unabhängig vom Bonusprogramm von ihr finanziert oder bezuschusst werden.

Teufel steckt im Detail

Zudem steckt der Teufel laut Behrendt im Detail: Für Eltern und ihre Sprösslinge gelten oft unterschiedliche Regeln. Der Nachwuchs muss meistens weniger Nachweise sammeln und bekommt dafür einen geringeren Bonus ausgezahlt als Erwachsene. Manchmal werden mitversicherte Partner bei den Prämienzahlungen schlechter gestellt als das zahlende Mitglied.

Ein Bonusprogramm zum Nachweis von Check-ups, Impfungen oder Kursen läuft meistens ein Jahr. Wer erst gegen Ende eines Kalenderjahres zu sammeln beginnt, hat kaum eine Chance, sein Soll für die in Aussicht gestellten Boni zu erfüllen.

Von Gerald Dietz

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