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Potsdam Wirtschaftsförderer sehen Bewegung auf dem Markt
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13:36 22.10.2013
Diese Villa in der Virchowstraße ist am Griebnitzsee die einzige in städtischem Besitz. Quelle: Schüler
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München / Potsdam

"Wir hatten eine hohe Nachfrage", sagte Frerichs der MAZ, "sogar nach dem Schönefelder Flughafen." Die Messe diene aber der Kontaktanbahnung und gehe nicht mit Vertragsabschlüssen einher. Die Nachfrage sei "stark wohnungsorientiert", räumt Frerichs ein, dessen Ressort sich ja mit Gewerbeimmobilien wie dem noch immer nicht vergebenen Sago-Gelände an der Michendorfer Chaussee befasst. Hier soll das neue Potsdamer Tierheim angesiedelt werden und dem rund 30 Hektar großen Gesamtareal etwa zwei Hektar wegnehmen. "Damit rutscht das Areal unter die magische 30-Hektar-Grenze", unter der kaum ein Interesse von Großinvestoren zu wecken ist, warnt Frerichs erneut. Es gebe aber eine Vereinbarung mit dem Land als früherem Besitzer, das Gebiet für Großinvestitionen frei zu halten.

Starken Absatz fand in München der aktuelle Immobilienkatalog Potsdams, der sowohl gewerbliche wie auch wissenschaftliche und Wohnimmobilien anbietet, vermarktet durch die Stadt und verschiedenste Projektentwickler und Makler. Der Katalog ist inzwischen in zumindest einer Position unaktuell: Eine für 2,65 Millionen Euro angebotene Villa am Krampnitzsee ist soeben verkauft worden, zu welchem Preis, wurde nicht bekannt.

Im Angebot dagegen ist noch die einzige Villa, die die Stadt am Griebnitzsee besitzt. Die Polo GmbH bietet das sanierungsbedürftige Haus mit Wasserblick ab dem kommenden Jahr zu einem nicht genannten Preis an.

Konkreter geht es auf Hermannswerder zu, wo ein Potsdamer Makler für die Villa van Merlen mit Nebengebäuden und fast 5000 Quadratmetern Grundstück an der Havel 2,8 Millionen Euro aufruft. Anwohner mutmaßen hier einen Fall von Geldwäsche, nachdem ein anonymer russischer Geschäftsmann die 1913 gebaute Villa mit 1055 Quadratmetern Nutzfläche im März vergangenen Jahres für 1,5 Millionen Euro ersteigert, das Objekt aber offenbar nie in Nutzung genommen hat. Eineinhalb Jahre später ist es fast doppelt so viel wert.

Der aus Holland eingewanderte Jonkheer Jean Baptiste van Merlen (1880 bis 1950) hatte die Villa bauen lassen und dort mit seiner Frau Marie Sittrich gewohnt; kinderlos. Seine Familie war zu Ruhm und Geld gekommen in den Freiheitskriegen gegen Napoleon; Baron Joannes Baptista van Merlen war in der Schlacht von Waterloo gegen Napoleon gefallen.

Anwohner erinnern sich noch an Marie Sittrich, die die Villa zunächst einer Haushälterin vererbte. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog eine Krankenstation ein, dann ein Kinderheim, schließlich das Hygieneinstitut Potsdam, das Anfang der 90er Jahre abgewickelt wurde. Das in großen Teilen noch originale Mobiliar soll sich der damalige Sozialstaatssekretär Detlef Affeld "gesichert" haben.

Von Rainer Schüler

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