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Wirtschaftsrat diskutiert über Stadtentwicklung

Herbstsitzung zu Potsdams Leitbautenkonzept Wirtschaftsrat diskutiert über Stadtentwicklung

Ein vom Vorstand des Potsdamer Wirtschaftsrates eingebrachter Beschlussvorschlag zur „uneingeschränkten“ Umsetzung des Leitbautenkonzeptes zur teilweisen Rekonstruktion der historischen Potsdamer Innenstadt wird zum Thema der Herbstsitzung.

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Infobox des Sanierungsträgers zum beschlossenen Umbau der Potsdamer Mitte.

Quelle: Archiv

Potsdam/Innenstadt. Potsdams Wirtschaftsrat wird sich im Herbst mit dem Umbau der Innenstadt nach dem Leitbautenkonzept beschäftigen. Potsdams Mitte sei „bei Touristen zunehmend beliebt wegen ihrer vielen Sehenswürdigkeiten die neu entstanden sind und im Entstehen begriffen sind“, heißt es in einer Mitteilung. Der Rat wolle sich „mit dem Leitbautenkonzept vertraut machen und seine Realisierung aus der Perspektive der Potsdamer Wirtschaft diskutieren“.

Wie berichtet, hatte der Vorstand auf der jüngsten Sitzung einen Beschlussvorschlag „Integriertes Leitbautenkonzept Potsdam umsetzen“ eingebracht, dessen Verabschiedung auf Anregung von Janny Armbruster (Grüne) und Detlef Baer (DGB) vertagt wurde. Wörtlich heißt es in dem Beschluss: „Im Interesse des guten Rufes der Stadt und der fortgesetzten touristischen Entwicklung Potsdams unter Verweis auf die beschäftigungs- und steuerpolitischen Effekte empfiehlt der Wirtschaftsrat ..., das beschlossene ,Integrierte Leitbautenkonzept Potsdam’ im Einklang mit allen dazu getroffenen Beschlüssen uneingeschränkt zu realisieren.“ Zugleich geht eine Mahnung an „alle, in den Diskussionen Realitätssinn, Augenmaß und Besonnenheit zu bewahren“.

DGB-Landeschef Baer signalisierte nach der Vorstellung des Textes durch den Ratsvorsitzenden Götz Friederich (CDU) Beratungsbedarf, weil er „nicht alle im Zusammenhang mit dem Leitbautenkonzept gefassten Beschlüsse“ im Detail kenne. Mit seiner Unterstützung des Bürgerbegehrens gegen den Abriss des „Mercure“-Hotels, der alten Fachhochschule und des Staudenhof-Wohnblocks gilt Baer als Kritiker des laufenden Verfahrens, das auf eine Teilrekonstruktion der Stadtmitte abzielt.

Kein Bestandteil des Leitbautenkonzeptes ist der von der bürgerlichen Rathausmehrheit gewünschte Abriss des „Mercure“-Hotels auf dem Gelände des früheren Lustgartens, das einer „Wiese des Volkes“ weichen soll. Von der Bündnisgrünen Armbruster kam im Wirtschaftsrat der Hinweis, „ich bin mir gar nicht sicher, dass das ,Mercure’ zum Leitbautenkonzept gehört“, mit Blick auf die Begründung des Beschlussvorschlages. In zwei von neun Absätzen wird dort auf die Bedeutung des „Mercure“ für die Tourismuswirtschaft eingegangen. In den Hauptsaisonzeiten sei von einer „vollständigen Auslastung der Kapazität“ dieses Hotels auszugehen.

Das „Mercure“ habe einen Anteil von 10,6 Prozent an der Übernachtungskapazität der Potsdamer Hotellerie. Auch die multifunktionalen Räumen im Konferenz- und Veranstaltungszentrum „Mercure“ seien „angesichts derzeit nicht vorhandener Alternativen ... unverzichtbar“. Die gewünschte wachsende touristische Nachfrage sei „definitiv nur mit diesen Angebotskapazitäten erreichbar“, heißt es schließlich: Deshalb seien „ohne das Aufzeigen von realistischen Alternativen ,Planspiele’ zurückzuweisen, die negative Folgen für den Hotelbetrieb im ,Mercure’ haben“.

Friederich stellte am Freitag klar, dass sich der Vorstand des Wirtschaftsrates mit seinem Beschlussvorschlag „nicht gegen den Abriss des ,Mercure’ ausgesprochen habe“. Dass dessen Betrieb „in dieser Zeit nicht beeinträchtigt werden sollte, dürfte unstreitig sein. Aber wir machen auch klar, dass diese Situation nicht alternativlos ist“.

Von Volker Oelschläger

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