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Wo Horten sich auszahlt

Potsdam Fahrland Wo Horten sich auszahlt

Bei der Altpapier-Annahme erhalten Bürger einen Obolus für ihre ausgelesene Zeitungen, Bücher und Möbelverpackungen aus Pappe. An Sero-Preise wie zu DDR-Zeiten reichen die Vergütungen zwar lange nicht heran, fleißige Sammler nehmen doch aber den einen oder anderen Euro mit nach Hause. Das Geschäft steht nach einer Gesetzesänderung aber auf tönernen Füßen.

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Nico Richter (im Gabelstapler) lässt Ausgelesenes und Verpackungsmaterial zu Bargeld werden – wenn auch nicht so viel wie zu Sero-Zeiten.

Quelle: Christel Köster

Fahrland. Zu DDR-Zeiten besserte Nico Richter (39) sein Taschengeld mit Altpapiersammeln auf. Heute ist dies sein Beruf. Er betreibt einen kleinen Recyclinghof für Altpapier und -pappe in Fahrland.

Als die Wende kam, war Nico Richter zwölf Jahre. Davor hat er sich mit dem Sammeln von „Sekundärrohstoffen“ etwas dazu verdient. „Damals gab es für ein Kilo Altpapier etwa 30 Pfennig. Das war unglaublich viel Geld“. So entstand ein Hobby: Altstoffe sammeln. Mit einem Bollerwagen ist der Potsdamer durch Babelsberg gezogen, sammelte leere Wodkaflaschen und ausgelesene Zeitungen. Heute ist Nico Richter, neben der Stadt, die Sammelstelle für altes Papier.

Der Job nicht mehr so lukrativ wie vor der Wende. Für ein Kilo Papier zahlt Richter fünf Cent. „Ich halte meine Kunden aber dazu an, viel Papier zu sammeln, denn ab 100 Kilo gibt’s 5,5 Cent, sechs Cent ab 200 Kilo“. Keine Beträge, die zu Reichtum führen. Aber ausreichend etwa für ein älteres Ehepaar aus dem Ort. „Einmal die Woche kommen sie hier auf ihrem Weg in die Stadt vorbei und holen sich einen Euro ab“, sagt Richter. Ergiebiger ist es für die Grundschule Marquardt. Alle drei Wochen holt Nico Richter eine halbe Tonne Altpapier aus der Schule. Insgesamt fährt er sechs Schulen und Kitas an, die Zeitungen und Prospekte der Eltern in einen 1000-Liter-Container werfen. Auch „Protest-Sammler“ sind unter den Kunden: „Die wollen das Papier einfach nicht an die Stadt abgeben und lieber einen schmalen Taler dafür bekommen.“ Zu seinem Einzugsgebiet zählt Richter in Potsdam alles bis zur Havel. Dahinter liegt eine weitere Abgabestelle. Außerdem kommen Kunden aus Spandau und aus Nauen zu ihm. 2011 ging Nico Richter mit seinem Unternehmen in Fahrland an den Start. Im Mai 2012 eröffnete er einen weiteren Standort in Damsdorf.

Her mit dem Papier!

Neben Papier, Büchern und Pappe können auch Euro-Paletten und Folien abgegeben werden. Sie müssen getrennt und trocken sein.

Abgabe dienstags und donnerstags 9–12 & 15–18.30 Uhr, freitags 9–15 Uhr und samstags 9–12 Uhr in der Ketziner Straße 32e

Weitere Infos: www.altpapierankauf-fahrland.de

Bei Richter werden Papier und Pappe getrennt voneinander gesammelt. „Das sind zwei verschiedene Rohstoffe. Sie werden getrennt produziert und daher getrennt gesammelt“ Gesammelt wird das Papier in einem 33-kubikmetergroßen Container, der zehn Tonnen fasst. Nach einer Woche muss der riesige Papierbehälter abgeholt werden. „Am Anfang dauerte es ein halbes Jahr bis ein Container voll war“, erzählt der gelernte Bürokaufmann.

Nico Richters Betrieb steht dennoch auf tönernen Füßen: Das Land Brandenburg verabschiedete 2012 ein Gesetz, das private Ankaufstellen verbietet. Bislang hat er dagegen erfolgreich geklagt.

Von Lisa Neumann

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