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Potsdam Wo Siegward Sprotte einst zeichnete
Lokales Potsdam Wo Siegward Sprotte einst zeichnete
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19:00 21.04.2013
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Alle – Familie, Freunde – waren sie gekommen, um am Grab des am 20. April vor hundert Jahren in Potsdam geborenen Ehrenbürgers zu gedenken: Sprottes Witwe Cosmea, eine allürenfreie, herzliche Dame, lebt sonst auf Sylt. Natürlich waren auch die Söhne da: Armin, ein bekannter Galerist mit Wohnsitz unter anderem in Neu Delhi, und Kilian, der Komposition studiert hat. Für einen Überraschungseffekt sorgte Enkel Alexander. Der gutaussehende junge Mann, der als Model arbeitet, gleicht den Jugendbildnissen Siegward Sprottes aufs Haar: „Er ist seinem Großvater wie aus dem Gesicht geschnitten“, stellte auch Manfred Stolpe, der seit 2006 Vorstandsvorsitzender der Siegward-Sprotte-Stiftung ist, erstaunt fest.

Wie sich der Alt-Ministerpräsident und Potsdams Ehrenbürger kennengelernt haben? Jedenfalls lange Zeit bevor die beiden Herren zum Landesvater beziehungsweise zum Ehrenbürger wurden. Die Bekanntschaft kam nicht bei irgendeinem Empfang – nettes Händeschütteln, alles eher unverbindlich – zustande, sondern mit ärztlicher Hilfe. Nämlich dank Ingrid Stolpe, die in den 1980er Jahren als „Landärztin von Bornim-Bornstedt“ wirkte, wie Stolpe am Rande der Veranstaltung erzählte. Zu Ingrid Stolpes Patienten gehörte auch Sprottes Mutter. Obwohl der Sohn im Westen lebte, schaute er öfters nach dem Rechten und wollte natürlich die behandelnde Ärztin begutachten. „Er hat die Medikamente ausgependelt“, erzählte Stolpe schmunzelnd. Ein außergewöhnlicher Mann sei er gewesen – nicht nur im Auftreten („Er stand wie ein Fels.“), sondern auch dank seiner Fähigkeiten: „Er hatte diese Doppelbegabung als Künstler und Philosoph.“

Auch für Wieland Eschenburg, OB-Büroleiter in Cottbus und Stiftungsratsmitglied, zählt die Bekanntschaft mit Sprotte zu den Lebensgeschenken: „Das ist schon ein besonderes Gefühl der Dankbarkeit, so jemanden selbst kennengelernt haben zu dürfen. Meist liest man über solche Persönlichkeiten ja nur in Publikationen.“ Stets präsent, extrem aufmerksam, so schuf der Maler auch eine ganz besondere zwischenmenschliche Atmosphäre. „Er hat sich im Gespräch völlig auf das Gegenüber konzentriert – richtig ,eingesaugt’,“ erinnerte sich Eschenburg. Charakteristisch das Motto auf dem Grabstein: „Auge in Auge“.

Sohn Armin beschreibt den Vater als einen jener Menschen, denen es gelingt, das Glück im Hier und Heute zu finden: „Der Prozess des Tuns war ihm wichtig, nicht das Getane.“ Das „Getane“ hat nun Freunde auf der ganzen Welt. Sogar Kunstkenner aus Shanghai haben Interesse an einer Sprotte-Ausstellung angemeldet. (Von Ildiko Röd)

Die „Offene Zweierbeziehung“ ist ein Event auf dem Theaterschiff an der Alten Fahrt. Vor dem Kahn erwartet die Zuschauer – mit einem Getränk versorgt – der Auftakt des Ehedramas, das sich anschließend in der Bar fortsetzt.

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