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Wo ein Wille ist, ist noch kein Weg

Potsdamer kämpft um Barrierefreiheit Wo ein Wille ist, ist noch kein Weg

Er hatte erwartet, dass es schwer werden wird, doch nun mach sich doch Enttäuschung breit im Stadtpalais am Tiefen See: Nach dem Besuch des Potsdamer Behindertenbeauftragten und einem Vertreter der Immobilienverwaltung zeichnet sich ab, dass Udo Maier (75) weiter auf einen barrierefreien Zugang zum Haus warten muss. Der Rollstuhlfahrer will nicht aufgeben.

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Das auf einer Anhöhe gelegene Wohnhaus ist nur über eine Treppe zu erreichen, die Udo Maier mit seinem Rollstuhl nicht überwinden kann.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Berliner Vorstadt. Enttäuschung im Stadtpalais am Tiefen See, wo der Rollstuhlfahrer Udo Maier (75) in seiner Wohnung festsitzt. Nach dem Besuch des Beauftragten der Landeshauptstadt Potsdam für Menschen mit Behinderung und einem Vertreter der Bayerischen Immobilienmanagement GmbH, die die exklusive Wohnanlage am Glienicker Horn im Auftrag der Eigentümer verwaltet, zeichnet sich ab, dass Udo Maier weiter auf einen barrierefreien Zugang zum Haus warten muss.

„Ich hatte mir schon gedacht, dass das schwer werden wird“, sagt Udo Maier. „Aber ich habe auch gedacht, wir kommen ein Stück weiter.“ Maier und seine Frau haben sich vor sechs Jahren in eine Eigentumswohnung in einer der Stadtvillen eingemietet. „Wir haben uns ganz bewusst für eine Wohnung im Erdgeschoss entschieden – man wir ja älter“, sagt Udo Maier. Seit der Amputation des linken Unterschenkels im Frühjahr ist er auf den Rollstuhl angewiesen. In seinem Apartment kommt er klar. Auch vor die Wohnungstür und – mit Hilfe – vor den Eingang kann er rollen. Doch das etwas höher als der Rest der Anlage gelegene Haus ist nur über eine Treppe zu verlassen – und die ist ein unüberwindbares Hindernis für den Rollstuhlfahrer.

Deshalb hatte Udo Maier die Eigentümerversammlung darum gebeten, über die Grünfläche vor dem Haus Rasengittersteine verlegen zu lassen – über den Weg könnte er selbstständig den Vorplatz, die Straße und den nahen Uferweg erreichen. Er hatte auch angeboten, die anfallenden Kosten zu übernehmen. Doch die Eigentümerversammlung lehnte ab.

„In dem Vor-Ort-Gespräch wurde mir nun mitgeteilt, dass die Bausteine auch gar nicht geeignet sind“, sagt Udo Maier. Demnach komme nur ein solider Weg in Frage. „Das ist natürlich viel teurer. Ich werde trotzdem einen Kostenvoranschlag dafür einholen und noch einmal bei der Eigentümerversammlung anfragen.“

Es bestehe allerdings ein weiteres Problem: Laut Turnus kommen die Wohnungseigentümer erst in einem Jahr wieder zusammen. Bis zum nächsten Sommer möchte und kann Udo Maier aber nicht warten. Er hoffe darauf, dass eine außerordentliche Sitzung einberufen wird. Bis dahin bleiben ihm und seinem Rollstuhl nur der Balkon, für den er eine kleine Rampe gekauft hat.

Von Nadine Fabian

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