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Potsdam Diese Wölfin war ein Unfallopfer
Lokales Potsdam Diese Wölfin war ein Unfallopfer
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17:21 06.08.2015
Diese Wölfin ist das neue Präparat im Naturkundemuseum. Quelle: dpa-Zentralbild
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Keine Angst vorm bösen Wolf: Das Raubtier mit dem flauschigen Fell blickt aufmerksam in die Gegend, bereit, sich auf den nächstbesten Hasen zu stürzen – dabei ist die stolze Wölfin „nur“ das neue, lebensechte Präparat im Naturkundemuseum.

Das Tier wurde Opfer eines Verkehrsunfalls – gefunden am 22. Februar an der Bundesstraße 96 in der Nähe des Flughafens Schönefeld. Dank des „ausgeprägten Winterfells“ fiel die Wahl auf die schlanke Wölfin (32 Kilogramm), erzählte Präparator Christian Blumenstein. Nicht jeder verendete Wolf eigne sich für eine Dermoplastik. Eines der Ausschlusskriterien seien Löcher im Fell.

In wochenlanger Arbeit hat Blumenstein das Säugetier fein gemacht für künftige Auftritte vor Publikum. Er zog der toten Wölfin das Fell ab, ließ es gerben und haltbar machen. Anschließend wurde der Körper vermessen und aus Kunststoff naturgetreu nachgeformt. Die Wölfin – die übrigens nie Nachwuchs bekam – stammt zwar aus Brandenburg, einige Teile des Präparates hatten aber einen wesentlichen weiteren Weg. „Die reflektierenden Augen aus Hartacrylat kommen von einem russischen Anbieter, Gebiss und Zunge aus den USA“, so Blumenstein: „Wir verarbeiten höchste Qualität.“ Museumsdirektor Detlef Knuth zufolge kostete das neue Präparat „mehrere tausend Euro“.

Pro Jahr kommen in Brandenburg zehn bis 15 Wölfe aus unterschiedlichen Gründen um – auch durch Schüsse, obwohl die Jagd auf die Raubtiere verboten ist.

Die meisten Wolfsfunde landen zur Untersuchung erstmal im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, kommen dann zum Präparieren nach Potsdam. Momentan befinden sich 31 „Wolfsbelege“ (Felle, Knochen, Schädel, Gewebeproben) in der wissenschaftlichen Sammlung des Naturkundemuseums. Die Belege – eine der üppigsten bundesweit – sind notwendig, um etwa die genetische Abstammung der in Deutschland vorkommenden Tiere zu klären. Bald soll die Wölfin speziell für die naturkundliche Bildungsarbeit von Verbänden und Behörden eingesetzt werden. Entsprechende Anfragen häuften sich in den vergangenen Monaten. Seit 1993 steht ein Wolf – das damals erste Unfallopfer seiner Art im Land – in der Dauerschau „Tierwelt Brandenburgs“. Im Gegensatz zu diesem Präparat könne die neue Dermoplastik transportiert werden – etwa zu Veranstaltungen rund um die Brandenburger „Wolfsproblematik“. Denn: „Mehr Wölfe, mehr Konflikte, mehr Diskussionsbedarf“, wie Knuth es formulierte. Dabei müsse man gar keine Angst haben, dass der Wolf Menschen anfällt: „Wir passen nicht in sein Beuteschema. Es ist gefährlicher, mit einem Hund zu kollidieren“, so der Museumsdirektor. „Wölfe sind ein Gewinn für Brandenburg.“ Denn die Raubtiere können dafür sorgen, den immer größer werdenden Bestand an Wildschweinen zu dezimieren.

Von Ricarda Nowak

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