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Lösung im Streit ums Wohnen am Waldpark

Sozialwohnungen in Potsdam Lösung im Streit ums Wohnen am Waldpark

Jahrelang wurde vor Gerichten gestritten, jetzt kam überraschend eine Lösung zustande: Der Babelsberger Bauträger Kirsch & Drechsler einigt sich mit der Stadt auf einen Anteil von Sozialwohnungen von acht Prozent der Wohnungsfläche. Die Stadt hatte ursprünglich zehn Prozent gefordert, das Gericht einen Vergleich bei fünf Prozent angeboten.

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Das „Wohnen am Waldpark“ aus der Vogelperspektive: 96 Wohnungen sollen dort entstehen.

Quelle: Kirsch & Drechsler Hausbau

Am Stern. Der Bauträger Kirsch & Drechsler einigt sich mit der Stadt und will bei seinem Bauprojekt „Wohnen am Waldpark“ acht Prozent der Wohnfläche für zehn Jahre dem sozialen Wohnungsmarkt zur Verfügung stellen. Das erfuhr die MAZ am Rande des Bauausschusses, das Unternehmen bekräftigte es mit einer Presseerklärung. Vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit, in dem das Verwaltungsgericht einen Vergleichsvorschlag unterbreitet hatte: Statt zehn Prozent der Fläche für Sozialwohnungen bereitzustellen, legte es dem Bauträger und der Stadt nahe, sich bei fünf Prozent zu treffen. „Das Potsdamer Baulandmodell, das das fordert, wurde erst 2017 beschlossen“, schreibt das Unternehmen in seiner Presseerklärung. Die Stadt wollte den Vergleich jedenfalls nicht annehmen und weiter prozessieren, doch auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vor einer Woche mehrten sich Stimmen, die zu einer Einigung aufriefen, bevor man am Ende gar nichts bekomme. Auf Antrag der Linken wurde dann beschlossen, die Einigung auf acht Prozent anzubieten. Wolfhard Kirsch, selbst Stadtverordneter, erklärte sich in der Debatte für befangen und nahm an ihr nicht teil. Er zeigte sich danach aber verwundert, mit welcher Autorität die Stadtverordnetenversammlung sich über einen gerichtlichen Vergleichsvorschlag hinwegsetzen wolle. „Wir hätten den gerichtlichen Weg zu Ende gehen können und sind zuversichtlich, dass dabei eine Entscheidung zu unseren Gunsten gefallen wäre – doch die Zeit drängt: Wir wollen endlich bauen und nicht die kommenden vier bis sechs Jahre vor Gericht streiten“, erklärte Kirsch sein Einlenken.

Vereinbart ist jetzt, dass die Hälfte der mietpreisgebundenen Wohnungen für höchstens 5,80 Euro Kaltmiete je Quadratmeter an den Markt kommen und bei der andere Hälfte die Miete „deutlich unter dem Marktniveau“ liegen muss. Die Einbußen daraus belaufen sich laut Kirsch auf 800 000 Euro. Das Unternehmen betont, dass es auch einen öffentlichen Park von fast 7000 Quadratmetern Größe herstelle sowie Spiel- und Sportgeräte in Höhe von 180 000 Euro kaufe. Zugleich zahle es für die soziale Infrastruktur, also Kitas und Schulen, 400 000 Euro. Man nehme das aus Verantwortung gegenüber Kunden und Mietern nun so hin. Gebaut werden elf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 96 Wohnungen, altersgerecht, zum Teil barrierefrei. Auch die Wohnungen mit Sozialbindung bekommen die gleiche Ausstattung, betont Wolfhard Kirsch – es gebe keine Mieter zweiter Klasse. Baubeginn ist nun im Februar, bis Ende 2020 soll alles fertig sein – inklusive Park.

Von Jan Bosschaart

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