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Potsdam Kirchsteigfeld: Gewerbe-Brache bald passé?
Lokales Potsdam Kirchsteigfeld: Gewerbe-Brache bald passé?
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22:06 23.01.2019
So könnte die künftige Bebauung des Kirchsteigfelds mit Gewerbe und Wohnungen frühestens 2025 aussehen. Quelle: Visualisierung: Karl-Heinz Winkens
Kirchsteigfeld

Die Stadt soll einen Teil des für Gewerbe reservierten Geländes am Rande des Kirchsteigfeldes für die Wohnungsbebauung freigeben. Das wollen Linke, SPD und CDU in der kommenden Woche gemeinsam in der Stadtverordnetenversammlung beantragen.

Die Investoren Egenter und Czischka GmbH und Open Space Development GmbH stellten am Mittwochabend auf Einladung der Initiative Kirchsteigfeld erstmals ihre Idee zur künftigen Bebauung in der gut gefüllten Versöhnungskirche vor. „Die Anwohner sollen frühzeitig einbezogen werden“, sagt Marcus Flinder von Open Space Development. Laut Antrag der Parteien sollen die Grundstücke entlang der Ricarda-Huch-Straße für den Wohnungsbau freigegeben werden. Die Planung der Investoren sieht etwa 750 Wohnungen für rund 1100 Menschen vor. Etwa 20 Prozent der Wohnungen seien als Sozialwohnungen vorgesehen.

Wohnungen zum bisherigen Gewerbeplan

Der Verlust an Gewerbeflächen soll laut dem Antrag durch eine dichtere Bebauung auf der anderen Seite des Geländes entlang der Autobahn ausgeglichen werden. 4500 Arbeitsplätze könnten laut den Investoren entstehen. Diese Gebäude sollen zusätzlich wie eine Lärmschutzwand wirken. Werden die Wohnungen gebaut, dann nur, wenn zugleich die bisher geplanten Gewerbebauten errichtet werden, heißt es im Antrag weiter. Sollte es zu einem Bau kommen, muss eine „Straße zur angrenzenden Autobahn zwingend vorher vorhanden sein, damit der Verkehr nicht durch das Wohngebiet führt“, fordert Daniel Keller von der SPD. Die Prüfung der Verkehrserschließung ist Teil des Antrages.

Mehrheit für Bebauungsplan

Die seit zwanzig Jahren ungenutzte Brache gilt als eine der letzten großen Reserven der Stadt für Gewerbeansiedlungen. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Versuche zur Umnutzung. Im Frühjahr 2013 lehnten die Stadtverordneten einen Antrag der Linken ab, nach dem die Umwidmung eines Teils der Fläche für Wohnungsbau geprüft werden sollte. Kurz darauf scheiterte die CDU mit ihrem Antrag, das Gelände für mehrgeschossigen Wohnungsbau freizumachen. Die Bestätigung des neuen Antrages gilt mit der Mehrheit von Linken, SPD und CDU/ANW als sicher.

„Wenn am Ende das Kirchsteigfeld wie geplant entwickelt wird, dann wäre es ein großer Erfolg für uns“, sagt Keller. Auch Christian Voller-Morgenstern von der Initiative Kirchsteigfeld ist froh, dass Bürger und Planer zu Wort kommen: „Es handelt sich in weiten Teilen um das ursprüngliche Konzept und belebt das Areal.“

Von Volker Oelschläger und Jan Russezki

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