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„Wohnungen für ganz normale Potsdamer“

Bebauung der Potsdamer Mitte „Wohnungen für ganz normale Potsdamer“

Vier große Potsdamer Wohnungsgenossenschaften wollen eines der zwei Karrees zwischen Altem Markt und Platz der Einheit errichten, die nach dem Abriss der alten Fachhochschule in Anlehnung an die Straßenführung der Vorkriegszeit geplant sind. Das teilten sie am Donnerstag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

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Werbung für die neue Potsdamer Mitte an der Wand des Bildungsforums.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Vier Potsdamer Wohnungsgenossenschaften wollen gemeinsam in der Potsdamer Mitte bauen. Denkbar sei die gemeinsame Entwicklung eines der zwei Karrees, die nach dem Abriss der alten Fachhochschule zwischen dem Alten Markt und dem Platz der Einheit errichtet werden sollen. Die Entscheidung der Wohnungsgenossenschaft Karl Marx, der PWG Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG, der pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft und des GWG Bauvereins Babelsberg sei auf einem Arbeitstreffen gefallen, das sich mit Tradition und Zukunft der Potsdamer Wohnungsgenossenschaften auseinandergesetzt hat.

„Gemeinsam wollen wir das beschlossene Leitbautenkonzept für die Potsdamer Mitte umsetzen und so als Genossenschaften aktiv an der städtebaulichen Entwicklung mitwirken“, sagt Bodo Jablonowski, Vorstand der WG Karl Marx. Immerhin gehört jede fünfte Wohnung in der Landeshauptstadt einer Genossenschaft. Eine Zahl, die durchaus verpflichtet.

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Zwischen der Friedrich-Ebert-Straße, dem Staudenhof und dem Alten Markt sollen zwei neue Karrees mit Wohn- und Geschäftshäusern entsprechend dem einstigen Stadtgrundriss entstehen. Etwa 400 Wohnungen, davon mindestens 15 Prozent mietpreis- und belegungsgebunden, seien dort geplant. „Denkbar ist, dass wir gemeinsam ein Karree entwickeln. Gerade die Idee der kleinteiligen Bebauung mit einer differenzierten Architektur ist für die verschiedenen Genossenschaften reizvoll“, sagte Wolfram Gay, Vorstandssprecher der PWG 1956 eG.

Die mit dem Leitbautenkonzept beschlossene kleinteilige Vergabe der insgesamt 17 Baufelder mache eine gemeinsame Gestaltung allerdings „beinahe unmöglich“, so Gay: „Als Genossenschaftsverbund sind wir in der Lage, an diesem Standort einen geschlossenen Komplex in seiner Vielfältigkeit zu gestalten, nicht nur einzelne Häuser.“ Vielfalt bedeute auch, Wohnungen in unterschiedlichen Preisklassen zu bauen. „Wir planen Wohnungen für ganz normale Potsdamer in einem angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis.“ Luxuswohnen gehöre nicht dazu.

Alte Fachhochschule wird teilweise verhängt

Das Gebäude der alten Fachhochschule soll zum Alten Markt hin teilweise hinter einer Abbildung des historischen Vorgängerbaus Alter Markt 17 verschwinden. Das teilte Rathaussprecher Jan Brunzlow mit.

Er korrigierte damit eine Mitteilung seines Presseamts-Kollegen Markus Klier, der am Dienstag auf MAZ-Anfrage zu einer geplanten Verhüllung erklärt hatte: „Da weiß niemand was von.“

Das „Großplakat“ soll laut Brunzlow Ende 2016 aufgehängt werden. Ende 2017 solle mit dem Abriss des DDR-Baus begonnen werden.

Mit der Initiative reagieren die Genossenschaften auf die Aufforderung des Oberbürgermeisters, sich aktiv in die Gestaltung der Stadt einzubringen. Das gelte für neu entstehende Wohngebiete am Stadtrand gleichermaßen wie für Potsdams Mitte. Gerade in Potsdams Mitte gehörten die Genossenschaften, die vor allem mit sicherem Wohnen und bezahlbaren Mieten punkteten, zu den unmittelbaren Nachbarn.

„Das ist mit ein wichtiger Grund, warum wir hier als angestammte Unternehmen an dem Neubauprojekt beteiligt sein wollen, um als Genossenschaften einen angemessenen Anteil zu leisten“, so Jablonowski. „Als genossenschaftlicher Verbund werden wir uns an dem Verfahren beteiligen. Wir hoffen, dass im Rahmen der Konzeptvergabe das Bebauungs- und Nutzungskonzept stärker gewichtet wird als der Kaufpreis. Damit wollen wir die Potsdamer Mitte für die Mitte der Potsdamer über Generationen sichern.“

Von Volker Oelschläger

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