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Potsdam 1,2 Milliarden Euro für diese Potsdamer Wohnungsbau-Projekte
Lokales Potsdam 1,2 Milliarden Euro für diese Potsdamer Wohnungsbau-Projekte
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19:53 10.01.2019
Die ProPotsdam-Geschäftsführer Jörn-Michael Westphal (l.) und Bert Nicke. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die städtische Immobilienholding Pro Potsdam wird nach aktuellen Investitionsplanungen bis zum Jahr 2030 rund 1,2 Milliarden Euro in Bauprojekte in Potsdam stecken. Allein in diesem Jahr werden 82 Millionen Euro investiert – jeweils etwa zur Hälfte in Neubau und Modernisierung. Die Pläne dafür haben die zwei Pro-Potsdam-Geschäftsführer Jörn-Michael Westphal und Bert Nicke am Donnerstag vorgestellt.

Daneben wurden neue Zahlen zum Quartiersmanagement und sozialem Engagement des Stadtkonzerns sowie zu den Anstrengungen im Klimaschutz genannt. „Nachhaltige Stadtentwicklung ist unsere Kernaufgabe“, sagte Westphal.

Sanierung des Bestands soll bis 2033 abgeschlossen sein

Als langfristiges Ziel soll bis 2033 der gesamte Wohnungsbestand der Pro Potsdam modernisiert werden. Seit 1990 wurden 72 Prozent der 17.241 Wohnungen mindestens einmal saniert. „Wenn wir damit durch sind, beginnt der Kreislauf von vorne. Wir hatten Anfang der Neunziger Jahre mit den Hochhäusern am Schlaatz, am Stern und in Zentrum-Ost begonnen“, sagte Westphal.

2019 werden mehrere Wohnblöcke mit 177 Wohnungen am Schlaatz erstmals seit ihrer Errichtung Anfang der 1980er Jahre saniert. „Das hat Pilotcharakter für uns. Wir werden in einem Wettbewerb ein Gestaltungshandbuch erarbeiten, um damit langfristig alle unsere Wohnungen am Schlaatz zu modernisieren“, kündigte Nicke an. Etwa die Hälfte des Schlaatzes, 2500 Wohnungen, sind in kommunaler Hand.

Baubeginn am Tramdepot

Hinter dem Humboldt-Gymnasium in der Heinrich-Mann-Allee hat die Erschließung für den Bau von 345 Wohnungen begonnen, die je zur Hälfte Sozialwohnungen sein werden. Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Bornstedter Feld werden dieses Jahr noch 200 Wohnungen bezugsfertig. Zugleich beginnt an der Georg-Hermann-Allee nördlich der Da-Vinci-Gesamtschule der Bau von 300 weiteren Wohnungen. „Darunter wird auch der erste soziale Wohnungsbau im Bornstedter Feld sein“, sagte Westphal. Außerdem werden 2019 in diesem Bereich 40 Grundstücke für Einfamilienhäuser ausgeschrieben. In der Waldstadt werden am Moosfenn und am Tiroler Damm zudem 200 Wohnungen fertig.

Mieten unter dem Schnitt

Die Geschäftsführer begrüßten, dass die Landesregierung die Einkommensgrenzen für Wohnberechtigungsscheine nach oben setzen will. „Es ist gut, dass breite Schichten der Bevölkerung Anspruch auf sozialen Wohnraum haben. Für uns ist aber auch wichtig, dass das Land entsprechende Förderprogramme auflegt, damit wir solche Wohnungen bauen können“, sagte Westphal.

Die Mieten in den Wohnungen der Pro Potsdam liegen bereits heute in allen Bereichen unter dem Mietspiegel der Stadt. Während der Mietspiegel unabhängig vom Baujahr der Wohnung einen Wert von 6,79 Euro pro Quadratmeter nennt, sind es nur 6,26 Euro bei der Pro Potsdam. In den Plattenbauwohnungen, die 80 Prozent des Bestand ausmachen, liegt die Durchschnittsmiete bei 5,82 Euro.

Abrisse in Krampnitz

In Krampnitz ist 2019 ein Jahr der Abrisse. Großflächig werden alte Panzerhallen und Garagen zurückgebaut, wofür rund fünf Millionen Euro investiert werden. Zugleich werden die Arbeiten archäologisch begleitet. „Wir gehen davon aus, dass wir darunter ältere Siedlungsschichten finden“, sagte Bert Nicke.

Sinkende Heizkosten

Durch die Modernisierung der Wohnungen konnten der Energiebedarf der kommunalen Wohnungen seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert werden. Damals wurden 75.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente durch Heizung und Warmwasser verbraucht. Bis zum Jahr 2016 sank dieser Wert auf 30.000 Tonnen.

Noch vier Prozent der Wohnfläche der Pro Potsdam wird mit Ofenheizung geheizt – der Wert wird im Zuge der Modernisierung auf null sinken. „Die Ausrichtung auf die Versorgung mit Fernwärme ist wesentlicher Teil unserer Kooperation mit den Stadtwerken“, sagte Westphal.

600.000 Euro für Vereine und Projekte

Zahlreiche Projekte von Bürgern und Vereinen sind im vorigen Jahr von der Pro Potsdam mit Spenden oder Sponsoring-Vereinbarungen gefördert worden. Etwa 600.000 Euro wurden ausgereicht, wobei rund ein Drittel in den Verein Soziale Stadt floss, der am Schlaatz, in Drewitz und im Staudenhof für das Quartiersmanagement verantwortlich ist.

Für 2019 ist ein ebenso intensives Sponsoring vorgesehen. Wenn der Verein Soziale Stadt wie geplant in einer gemeinnützigen Gesellschaft im Stadtkonzern aufgeht, fließen dessen Zuwendungen allerdings nicht mehr nach außen, sondern innerhalb der Pro Potsdam in dessen Aufgaben.

Die verschiedenen Unternehmen der Pro Potsdam

Unter dem Dach der Pro Potsdam befinden sich insgesamt zwölf Tochter- oder sogar Enkelgesellschaften, zwei weitere sollen gegründet werden.

315 Mitarbeiter, zudem 31 Auszubildende und fünf Studenten im dualen Studium sind bei der Pro Potsdam angestellt.

Neben der Gewoba, die den Wohnungsbestand verwaltet, sind vor allem der Entwicklungsträger Bornstedter Feld und der Sanierungsträger Potsdam bekannt. Auch der Sportpark am Luftschiffhafen, die Biosphäre und der Volkspark werden in eigenen Untergesellschaften geführt. Weitere Firmen dienen der Bewirtschaftung und Verwaltung von Liegenschaften.

Derzeit ist die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft gegründet in dem der Verein Soziale Stadt aufgehen soll, der sich um Begegnungshäuser und Stadtteilarbeit in mehreren Vierteln kümmert.

Außerdem soll gemeinsam mit den Stadtwerken eine Gesellschaft gegründet werden, um durch engere Kooperation bei der Energieversorgung einzelner Quartiere die Klimaschutzziele der Stadt zu erreichen.

Von Peter Degener

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