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Potsdam Wohnungsmarkt steckt in der Krise
Lokales Potsdam Wohnungsmarkt steckt in der Krise
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12:49 27.02.2018
Sanierter Wohnblock in der Gartenstadt Drewitz. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Der Wohnungsmarkt der Landeshauptstadt befindet sich mit einer immer weiter auseinandergehenden Schere zwischen Nachfrage und Angebot in einer schweren Krise: „Die Zahl der Wohnhaushalte übersteigt immer stärker die Anzahl vorhandener Wohnungen“, heißt es im aktuellen Wohnungsmarktbericht der Landeshauptstadt für die Jahre 2013 bis 2016, der den Stadtverordneten am 7. März vorgestellt werden soll. Konstatiert wird eine „weitere Zunahme des vorhandenen strukturellen Defizits“.

Die Anzahl der Wohnungen wuchs in den fünf Jahren laut Bericht um 2772 auf 88 253. Die Bevölkerung wuchs im selben Zeitraum um 12 470 auf 171 597 Einwohner an. 2016 fehlten der Analyse zufolge fast 7000 Wohnungen. Besonderer Mangel herrsche bei Wohnraum für Ein- und Zweipersonenhaushalte mit geringem Einkommen: „Bei großen Wohnungen, wo es rechnerisch keinen Mangel gibt, treten Haushalte mit größerer Wohnkaufkraft und größerem Flächenbedarf in Konkurrenz zu vielköpfigen Haushalten.“

Die „Anspannung am Wohnungsmarkt“ zeige sich in geringen Leerstandszahlen, niedrigen Umzugsraten und einer „rückläufigen Anzahl von Wohnungsinseraten“: Nachmieter fänden sich „auch ohne Inserate“. Die Leerstandsquote lag 2015/16 unter 1,6 Prozent. Dieser Wert liege „weit unter der sogenannten Fluktuationsreserve von ca. drei Prozent, die eine normale Bewegung innerhalb eines Wohnungsmarktes sicherstellen“ solle. Da betreffe das gesamte Stadtgebiet: „Nirgends“ würden „Werte erreicht, die für einen „auch nur annähernd ausgeglichenen Wohnungsmarkt sprechen würden“.

Weniger dramatisch sei die Situation insbesondere mit Blick auf die Wohnkosten bei bestehenden Mietverhältnissen. Die ortsübliche Vergleichsmiete sei „zwar kontinuierlich, jedoch langsamer als in vielen anderen Städten mit einer vergleichbaren Marktanspannung“ gestiegen. Der Mittelwert im Mietspiegel sei insbesondere durch teure Neuvermietungen von 2006 bis 2016 von 4,56 auf 6,54 Euro pro Quadratmeter angewachsen.

Der bundesweite Vergleich ergab allerdings, dass die Mieten in anderen Orten noch deutlich schneller stiegen als in Potsdam. Vom 77. Rang im Jahr 2010 sank die Landeshauptstadt auf den 113. Rang im Jahr 2016, im ostdeutschen Städtevergleich rutschte sie im selben Zeitraum vom vierten auf den siebten Rang. Teurer als in Potsdam sind die Wohnkosten unter anderem in den ostdeutschen Städten Jena, Rostock, Teltow, Kleinmachnow, Erfurt und Radebeul.

Zu den Folgen der Teuerung in Folge des Wohnraummangels zählten eine zunehmende Anzahl von Haushalten mit Wohnberechtigungsschein (WBS) und die zuletzt „sprunghafte Zunahme von Haushalten“ mit Wohngeldbezug. Nach immer sei Anzahl offener WBS-Fälle zum Jahresende doppelt so hoch wie die Anzahl erfolgreicher Wohnungsvermittlungen. 2016 wurden laut Wohnungsmarktbericht fast 1700 Potsdamer Haushalte mit Wohngeld unterstützt.

Der nächste Mietspiegel erscheint noch 2018

Mit der Analyse „Soziale Wohnraumversorgung“ legt die Verwaltung erstmals seit fünf Jahren einen Wohnungsmarktbericht vor. Mittlerweile wurden Regelungen getroffen, deren Ergebnisse erst in der nächsten Analyse Wirkung zeigen dürften.

So verabschiedete die Stadt ein wohnungspolitisches Konzept mit Regelungen etwa zur Kostenbeteiligung von Bauträgern an der Baulandentwicklung, Investitionen für soziale Infrastruktur und zum Bau von mietpreisgebundenen Wohnungen.

Auch das Land sei in der Pflicht. Brandenburg sei eines „von nur noch wenigen Bundesländern“, die noch kein eigenes Wohnungsgesetz auf den Weg gebracht hätten, heißt es in dem Bericht.

Der nächste Mietspiegel soll noch 2018 erscheinen, die Arbeitsgruppe habe sich im Oktober konstituiert.

Von Volker Oelschläger

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