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Potsdam Joop fordert: Kremser an Sanssouci müssen weg
Lokales Potsdam Joop fordert: Kremser an Sanssouci müssen weg
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01:15 02.08.2018
Der umstrittene Kremser der Firma Sengebusch. Quelle: Bernd Gartenschläger
Sanssouci

Das Schicksal der Kremserpferde, die in sengender Sonne bei Sanssouci auf Gäste warten müssen, bewegt die Tierfreunde – darunter auch den Top-Designer Wolfgang Joop, der sich nun sogar aus seinem Sylt-Urlaub für ein flammendes Plädoyer zugunsten des Tierwohls zu Wort melden: „Ich werde mich mit der Tierschutzorganisation Peta in Verbindung setzen.“ Über sein großes Netzwerk will er die Causa bundesweit anprangern. Er appelliert zudem direkt an die Stadtspitze, den Kremserfahrten ein Ende zu setzen. Die Arbeitsbedingungen seien fatal: Zuwenig Wasser für die Pferde in der Gluthitze; überladene Gefährte mit zusätzlichem Zuggewicht durch Tische auf den Kremserwagen – mittlerweile seien das „rollende Bierzelte“. Und: Die durch die Kutschen verursachten Staus würden aufgrund der Autoabgase der Umwelt schaden. „Oberbürgermeister Jakobs muss etwas tun“, fordert Joop, der den städtischen Behörden – insbesondere dem Veterinäramt – Untätigkeit vorwirft.

Der in Bornstedt lebende Modeschöpfer sieht das Bild der Stadt beschädigt. „Das hat Potsdam nicht verdient.“ Besonders betroffen macht ihn, dass die – so Joop – „Ausbeutung“ der Pferde nur einen Steinwurf von Sanssouci entfernt stattfindet. Angesichts der Tierliebe des Erbauers Friedrich II. eine Schande.

Joop berichtet gegenüber der MAZ davon, dass die Kutscher des Pferdefuhrbetriebs Sengebusch äußerst ungehalten auf Vorhaltungen reagiert hätten – wobei ein ruppiger Tonfall nur das Mindeste gewesen sein soll. Auch Foto- und Videomaterial von Potsdamer Tierschützern würden die misslichen Lebensumstände der Pferde dokumentieren.

Die Pferde von Sengebusch, stehen seit Stunden in der prallen Sonne. Keinerlei Einsicht, des Kutschers für die Tiere einen Schattenplatz zu suchen. Wir werden dies nun bei der Polizei anzeigen. Weitere Informationen folgen. Keine Rührung von Seiten des Veterinäramtes Potsdam.

Gepostet von Animals Care Berlin e.V. am Donnerstag, 26. Juli 2018

Vorwürfe, die Unternehmerin Christiane Sengebusch aus Golm auf MAZ-Nachfrage empört zurückweist. Auch hinsichtlich der Behandlung der Pferde sieht sie sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Das ist eine Schweinerei. Das Veterinäramt kontrolliert uns regelmäßig, es gibt bislang keine Beanstandungen – die Tiere kriegen ständig ihr Wasser.“ Und: Die Pferde müssten nicht stundenlang in der Hitze ausharren. Angesichts der Temperaturen verzichte man seit Sonntag auf Ausfahrten – am Donnerstag soll es wieder losgehen.

Grausames kann die Unternehmerin nicht ausmachen. Immerhin hätten die 16 Pferde nach einem Tag Arbeit zwei Tage frei. Verhängnisvoll wäre es aus ihrer Sicht, sollten die Pferde nicht arbeiten dürfen: „Dann müssen die Pferde alle zum Schlachter – niemand will ein Wagenpferd“, redet Sengebusch Klartext.

Von Ildiko Röd

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