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Wolfgang Joops Plädoyer für die Biosphäre

„Bitte, bitte erhaltet die Heimat der Orchideen“ Wolfgang Joops Plädoyer für die Biosphäre

Designer Wolfgang Joops leidenschaftlicher Appell für den Erhalt der Biosphäre hatte einen schönen Rahmen. Eine Orchidee wurde auf den Namen „Wolfi“ getauft.

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Nicht nur fürs Foto zeigt sich Wolfgang Joop als Blumenfreund – er hat einen grünen Daumen.

Quelle: Imago

Bornstedter Feld. Inmitten der exotischen Blütenpracht der Tropenhalle hat Modedesigner Wolfgang Joop am Mittwochnachmittag einen eindringlichen Rettungsappell formuliert: „Ich möchte darum bitten, dass diese Biosphäre erhalten bleibt – bitte, bitte erhaltet die Heimat der Orchideen.“ Denn: „So eine Biosphäre den Kindern zu zeigen ist paradiesisch“, sagte Joop zur Freude von Biosphäre-Geschäftsführer Eckhard Schaaf. Barberini-Gründer Hasso Plattner hat bekanntermaßen schon ziemlich oft die Brieftasche für Potsdam gezückt – an den denkt Joop also nicht bei der Hallenrettung. Aber das Potenzial an Gutbetuchten sei nicht zu unterschätzen. „Wir haben ein paar Mäzene hier, die sollten sich hierher bewegen“, lautete das leidenschaftliche Biosphären-Plädoyer von Joop im Rahmen einer Taufzeremonie.

Zu Späßen aufgelegt

Zu Späßen aufgelegt.

Quelle: dpa-Zentralbild

Der Täufling hört nunmehr auf den Namen „Phalaenopsis Wolfi“, was der Couturier gerne auch launig zu „Phalaenopsis Icke“ umwandelt. Deutschlands bekanntester Kleiderschneider war gewohnt gut aussehend zum Termin gekommen, den er als „sehr große Ehre“ bezeichnete. Lässige Sneakers zu karierten Hosen, im tief gebräunten Gesicht eine stylische blau getönte Sonnenbrille und ein Dreitage-Oberlippenbärtchen.

Nur der edle dunkelblaue Wollpulli war bei den Tropentemperaturen eine doch sehr tapfere Kleiderwahl. Sei’s drum: Wolfgang Joop blieb cool. Die Taufe „seiner“ Orchidee absolvierte er ebenso elegant wie liebevoll. Man merkte, dass das Ganze für den Mode-Maestro viel mehr war als nur ein PR-Termin. „Ich habe einen grünen Daumen“, erklärte er.

Unter dem schicken Wollpulli schlägt ein grünes Herz

Unter dem schicken Wollpulli schlägt ein grünes Herz.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Großeltern betrieben in Bornstedt eine Gärtnerei. „Sie haben Krankenhäuser mit Gemüse beliefert.“ Jung-Wolfgang verdiente sich sein erstes Geld mit Blumengemälden im Stile der alten holländischen Meister. Wie ein Maler beschrieb er dann auch anschaulich das Äußere der Orchideen: „Sie haben etwas Tierisches, wie eine Schlange mit Fangzähnen.“ Mit jenen Exemplaren, die für ein paar Euro über die Supermarktheke gehen und nach ein paar Monaten einfach weggeschmissen werden, empfindet er tiefes Mitleid.

Aufgewachsen am Park Sanssouci

Wolfgang Joop wurde am 18. November 1944 in Potsdam geboren. Er ist Gründer der Mode- und Kosmetikfirmen „Joop!“ sowie „Wunderkind“.

Er wuchs auf dem Bauernhof der Großeltern, Gut Bornstedt, am Park von Sanssouci auf, bis die Familie 1954 nach Braunschweig übersiedelte. Dort arbeitete sein Vater als Chefredakteur des Kulturmagazins „Westermanns Monatshefte“. Zu DDR-Zeiten bewohnte die Schwester von Joops Mutter das Grundstück und wurde bei der Erhaltung von der Familie aus dem Westen unterstützt. Nach der Wiedervereinigung zogen Joops Eltern zurück.

1966 begann Joop – nur auf Drängen seines Vaters – ein Studium der Werbepsychologie in Braunschweig, das er nicht zu Ende führte. 1968 begann er ein Studium der Kunsterziehung. Auch dieses beendete er nicht.

Joops Karriere begann 1970, als er mit seiner Frau Karin an einem Modewettbewerb der Zeitschrift „Constanze“ teilnahm und die ersten drei Preise gewann.

Zurück zu den Wurzeln – das ist jetzt auch privat das Motto von Wolfgang Joop, dem gebürtigen Bornstedter. Bald wird er seine Villa in der Berliner Vorstadt verlassen, um auf das Familien-Anwesen zurückzukehren – „dorthin, wo ich die Bäume als Kind kannte“. An seinem noblen Noch-Wohnkiez wird er nichts vermissen. „Dort gibt es nur Nachbarn, die in Coupés auftauchen.“ Dass der Verkauf der Villen Wunderkind und Rumpff auf Geldprobleme zurückzuführen sei, dementierte Joop energisch: „Ich bin weit davon entfernt, pleite zu sein.“

Bildhübsch ist die Orchideenneuzüchtung

Bildhübsch ist die Orchideenneuzüchtung.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Immerhin hat er etliche Projekte in der Pipeline. Mehr Gebrauchsgegenstände möchte er designen; Zudem ist ein neues Parfüm in Planung. Bei Heidi Klums Show „Germany’s Next Topmodel“ wird er beim Finale dabei sein, denn: „Heidi ist wirklich eine coole Socke.“ Eine ganze Staffel möchte er nicht noch mal machen. Die Mädchen sind zwar schön, aber anscheinend auch teilweise schön anstrengend.

Von Ildiko Röd

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