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Potsdam Wolfgang Wegeners Wandgemälde zieht um
Lokales Potsdam Wolfgang Wegeners Wandgemälde zieht um
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20:17 27.02.2018
Einweihung des Wandbildes von Wolfgang Wegener in der Rosa-Luxemburg-Schule mit Sigrun Rabbe vom Sanierungsträger (l.) und Kulturdezernentin Noosha Aubel (parteilos). Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam/Innenstadt

Ein Wandgemälde des Potsdamer Malers Wolfgang Wegener (1933-2002) wurde am Mittwoch mit einem Schülerkonzert in der Mensa der Rosa-Luxemburg-Schule eingeweiht. Fast 40 Jahre schmückte das vier mal sieben Meter große Bild das Foyer der Fachhochschule am Alten Markt, die jetzt abgerissen wird. Im Sommer 2017 sei es ihrer Schule angeboten worden, sagte Direktorin Sabine Hummel, die das Werk in seiner schwerelosen Blässe an Marc Chagall erinnert: „Es bringt Wärme in den Raum.“

Wolfgang Wegener (r.v.l.) und Waltraud Wegener 4.v.r.) auf dem Gemälde „Geburtstagsrunde“ (1976) von Karl Raetsch, das kürzlich im Museum Barberini gezeigt wurde. Quelle: Potsdam-Museum

Künstlerwitwe Waltraud Wegener, die den Festakt bescheiden aus der letzten Reihe verfolgte, kann sich noch gut an die Entstehung des erinnern: „Er hat sehr viele Entwürfe dafür gemacht“, sagte sie zur MAZ. Einen Namen habe die Landschaft mit den jungen Leuten auf einer Sommerwiese nicht. „Jugend und Freizeit“ sei einer von mehreren Arbeitstitel dafür gewesen.

Der von einer Spezialfirma für 28.000 Euro ausgeführte Umzug des Bildes war aufwendig, wie Sigrun Rabbe als Chefin des Sanierungsträgers schilderte. Da es direkt auf den Putz gemalt ist, musste es mit dem Mörtel und dem vordersten, zwei Zentimeter dicken Rand des Ziegelmauerwerkes von der Wand abgelöst werden. Vorher wurde das Bild in acht Teile geschnitten und mit Kunstharz versiegelt, auf das Gipskartonplatten zur Stabilisierung kamen. Nun konnte es in acht Einzeltafeln transportiert werden.

Fehlstellen auf dem Wandbild wurden nach der Montage mit grauer Masse ausgespachtelt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das selbe Verfahren wurde bereits bei der Neuplatzierung des Wandbildes „Die Erben des Spartakus“ beim Umbau des Bildungsforums angewendet. Bekanntlich zersägte man diese Arbeit in drei Teile, die nun über mehrere Räume verteilt sind. Beim Umbau der „Erben“ kam es zu einem Unfall: Die Platte mit den gemarterten Sklaven zersplitterte, weil ein Mann dagegen lief. Auch Wegeners Wandbild nahm laut Rabbe beim Umzug Schaden. Abplatzungen und Ausfransungen an den Rändern sind nun mit grauer Masse ausgespachtelt, Retusche sei nicht vorgesehen.

Die „Café-Bellevue-Bar“ im damaligen Interhotel Potsdam mit dem Wandmosaik „Luft, Wasser, Ströme“ von Wolfgang Wegener. Quelle: Archiv

Das Wandbild war mit seinem Platz im Foyer der Fachhochschule die präsenteste Arbeit mit baugebundener Kunst von Wolfgang Wegener in Potsdam.

Das populärste Werk Wegeners jedoch war das drei mal neun Meter große Glasbaustein-Mosaik „Luft, Wasser, Ströme“ in der „Café-Bellevue-Bar“ im 16. Obergeschoss des Potsdamer Interhotels, heute „Mercure“. Das Mosaik wurde 2002 bei einer umfassenden Sanierung des Gebäudes abgebaut und ist beim Beelitzer Bauunternehmer Thomas Schielicke eingelagert, wie er am Mittwoch auf MAZ-Anfrage bestätigte.

Ein Klassiker der Moderne in Brandenburg

Wolfgang Wegener, geboren 1933 in Rostock, studierte nach einer Ausbildung zum Fotolitografen in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, danach an der Kunsthochschule Dresden.

Ab 1958 lebte er als freischaffender Maler und Grafiker in Kleinmachnow, seit 1971 in Potsdam-Nedlitz. Er starb 2002.

Der Maler zählte zu den herausragenden Potsdamer Künstlern. Sinnbild seiner vielfältigen Freundschaften ist die „Geburtstagsrunde“ (1976) von Karl Raetsch, die es als einziger Potsdamer Beitrag in die DDR-Kunstschau des Museums Barberini schaffte.

Als einen „Klassiker der Moderne in Brandenburg“ beschrieb ihn Hinrich Enderlein, Vorsitzender des Kulturbundes, als Laudator der großen Retrospektive 2003 im Alten Rathaus.

Von Volker Oelschläger

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