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Potsdam PWG-Vorstandssprecher Wolfram Gay geht
Lokales Potsdam PWG-Vorstandssprecher Wolfram Gay geht
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16:43 27.06.2018
PWG-Vorstand Matthias Pludra (v.l.), Vorstandssprecher Wolfram Gay und sein Nachfolger Klaus-Dieter Boshold, der ab Juli übernimmt. Quelle: Anne Knappe
Potsdam

„Das Berufsleben ist wie eine Leberwurst – es ist alles drin.“ Wolfram Gay gibt die Anekdote gerne zum Besten. Ein älterer Herr habe ihm den Satz am Wurststand am Potsdam Bassinplatz kürzlich zugerufen. „Das fand ich ganz treffend“, so Gay bei seinem Abschied, zu dem der Aufsichtsrat der Potsdamer Wohngenossenschaft 1956 (PWG) am Mittwoch ins Restaurant Mövenpick Zur Historischen Mühle geladen hatte. Mit 66 Jahren scheidet Gay als Vorstandssprecher der PWG zum 1. Juli aus.

Für Potsdam sei er ein entscheidender Impulsgeber gewesen, lobte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in seiner Ansprache. In Gay würde sich beides paaren: die hanseatische Gelassenheit und die preußische Beharrlichkeit, so der Oberbürgermeister weiter. 1951 in Potsdam geboren, wuchs Gay in der Mangerstraße in der Berliner Vorstadt auf. Als fast Zehnjähriger ging er 1961 mit seinen Eltern nach Hamburg. Mit 22 Jahren kehrte er zum betriebswirtschaftlichen Studium nach West-Berlin zurück. Insgesamt blickt er auf 30 Jahre kaufmännisches Geschick zurück. So sammelte er bei der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft 1892 Erfahrung als Prokurist. Nach der Berufung in den Aufsichtsrat der PWG 2000 wurde er drei Jahre später zum Vorstandssprecher gewählt. Sein Start war aber auch mit Skepsis belegt. „Wossi“ habe man ihn damals umgangssprachlich genannt, erzählt er. Das Motto: „Mal gucken, wohin die Fahrt geht.“ Doch die Reise war durchaus erfolgreich: Zu den besonders beachtenswerten Projekten zählt das „Wohnen an der Französischen Kirche“. Für den Wiederaufbau der drei Holländerhäuser an der Französischen Kirche und der Verbindung aus Alt und Neu bekam die PWG am Montag (MAZ berichtete) den Preis „Gewohnt gut“ des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) verliehen. Auch sein kulturelles Engagement, beispielsweise um das Babelsberger Kunsthaus „Sans titre“, zeichneten ihn aus. Hochgelobt wurde die Etablierung der Spareinlage, die inzwischen von 9,3 Millionen auf 59 Millionen Euro angewachsen sei und den Mitgliedern attraktive Zinsen bescheren würde. Ein Abschied, sagt er, das sei ein Blick zurück in die Vergangenheit, aber auch ein Blick in die Zukunft, in die er durchaus zuversichtlich blickt.

Ab Juli übernimmt nun Klaus-Dieter Boshold die Verantwortung für den kaufmännischen Bereich. Der 58-Jährige Familienvater ist gelernter Sparkassenkaufmann. Zuletzt leitete er von 2006 bis 2018 die Wohnungsgenossenschaft „Carl Zeiss“ in Jena. Seit Mai dieses Jahres ist er bei der PWG zum Vorstandsmitglied bestellt worden. „Er hat das Gespür es fortzusetzen – und wenn er alles so macht wie ich –dann kann er nicht viel falsch machen“, so Gay mit einem Augenzwinkern. Ganz von der Bühne verschwindet er allerdings noch nicht. Die nächsten zwei Jahre wird er die Arbeit der Spareinrichtung als nebenamtliches Vorstandsmitglied weiterhin unterstützen. „Ein bisschen wie der Souffleur im Theater“, so Gay.

Von Anne Knappe

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