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Wutmieter-Demo gegen Pro Potsdam

Potsdam Wutmieter-Demo gegen Pro Potsdam

Die Bewohner des Altbaus in der Tuchmacherstraße 8 haben am Sonnabend 250 Unterstützer mobilisiert, um den Hausverkauf durch die kommunale Immobilienholding Pro Potsdam zu verhindern. Als letzte Konsequenz bieten die Hausbewohner an, den Altbau selbst zu erwerben.

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Die Demo zog vom Lustgarten über den Platz der Einheit bis zum Rathaus.

Quelle: Julian Stähle

Innenstadt/Babelsberg. Die Botschaften auf den Transparenten und in den Sprechchören ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns den Wohnraum klaut“, „Miete schön statt Mitteschön“ und „Wohnen ist ein Menschenrecht – kein Luxusgut“, schallte es am Sonnabendnachmittag über die Friedrich-Ebert-Straße. Die Demo, die von der Initiative „Freunde der Tuchmacherstraße“ angemeldet worden war und nach Veranstalterangaben etwa 250 Teilnehmer hatte, machte insbesondere für ein aktuelles Thema mobil: „Solidarität für die Tuchmacherstraße 8“, forderten die empörten Demonstranten auf ihrem Weg vom Lustgarten zum Rathaus. Von der Stadtpolitik fühlen sie sich verraten: „Das wohnungspolitische Konzept ist ein Feigenblatt“, lautete eine Wutparole.

Wie berichtet, wehren sich die Mieter des unsanierten Babelsberger Altbaus in der Tuchmacherstraße 8 gegen die Pläne der Pro Potsdam. Die kommunale Immobilienholding will das Haus zum Höchstgebot verkaufen – gestern endete die Ausschreibungsfrist. Aufgerufenes Mindestgebot: 750 000 Euro. Die Pro Potsdam begründet den Verkauf mit dringend notwendigen Modernisierungsmaßnahmen, um für die elf Mieteinheiten „zeitgemäße Wohnverhältnisse“ zu schaffen, so Sprecherin Anna Winkler. Für die „Pro“ ist es nicht rentabel, das Haus selbst zu sanieren und zu unterhalten. Zudem muss die Kasse für andere Aufgaben gefüllt werden. „Es fühlt sich so an, als ob wir verkauft werden, damit die anderen Dinge realisiert werden können – auf unsere Kosten“, fasste Mieterin Anja Henke bei der Demo ihren Frust zusammen: „Warum ist für ein einzelnes Haus nicht möglich, was für die Heidesiedlung und das Behlertkarree geht?“ Die beiden Wohnblöcke würden ja auch von der Pro Potsdam sozialverträglich saniert, argumentiert Henke.

Bei den Mietern geht die Angst um, dass der künftige Käufer das Haus luxussaniert und dann entsprechende Mieten abkassieren will. Momentan zahlen die Bewohner zwischen 3,50 und 6,90 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. „In Babelsberg ist es mittlerweile schwierig, etwas unter zehn Euro pro Quadratmeter zu finden“, befürchten Henke und Jördis Borak von der Mieterinitiative. Am liebsten möchten sie aber ohnehin in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Deshalb haben sich die Bewohner am Wochenende dazu entschlossen, ein Kaufangebot für das Haus zum Mindestgebot abzugeben. Dabei setzt man auf die Hilfe des bundesweiten Mietshäusersyndikats, das mit Know-how bei der Projektfinanzierung hilft. Um den Kauf zu stemmen, würden die Mieter der Tuchmacherstraße 8 zunächst einen Verein gründen und dann zusammen mit dem Mietshäusersyndikat eine GmbH bilden.

Von Ildiko Röd

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