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Potsdam Ein Heimathafen viele kleine Unternehmen
Lokales Potsdam Ein Heimathafen viele kleine Unternehmen
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00:27 24.03.2018
Maria Ruge und Leendert Messchendorp haben den Potsdamer Yachthafen seit 2014 modernisiert. Quelle: Fotos: Peter Degener
Potsdam-West

20 Jahre lang hat Leendert Messchendorp in einer eigenen Werft exklusive Yachten gebaut. Vor vier Jahren kam der Niederländer von Groningen nach Potsdam und tat sich mit Maria Ruge zusammen. Die Hotelfachfrau aus der Uckermark hat ebenfalls ihr Herz an Schiffe verloren.

Gemeinsam betreiben sie heute den Yachthafen Potsdam an drei Standorten entlang der Havel. Zwei wichtige Tipps bekamen sie vor einigen Jahren, die dafür sorgten, dass sie trotz trüben Frühlingsanfangs in eine hoffnungsvolle unternehmerische Zukunft schauen können.

Die Unternehmer investierten 1,5 Millionen Euro

Der erste brachte sie in Kontakt mit Armin Burchardi, der seit 1992 den Yachthafen an der Kastanienallee führte und seine Nachfolge regeln wollte.

Durch den zweiten Tipp erfuhren sie von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft MBG. „Mein Steuerberater hat uns von der MBG erzählt, ich hatte davon noch nie gehört“, sagt der Niederländer. 140.000 Euro investierte die Beteiligungsgesellschaft. Mit diesem Fremdkapital erhielten sie weitere Kredite, die Investitionen von 1,5 Millionen Euro ermöglichten.

Am Dienstag bekamen sie Besuch von den MBG-Geschäftsführern Milos Stefanovic und Steffen Hartung, die sich im neuen Winterlager des Hafens davon überzeugten, dass sie die richtigen Unternehmer gefördert haben.

Milos Stefanovic (l.) und Steffen Hartung, beide Geschäftsführer der MBG Berlin-Brandenburg schauen sich im Yachthafen Potsdam an der Kastanienallee um. Quelle: Peter Degener

Mit Hilfe der Kredite erwarben Messchendorp und Ruge von Burchardi 2014 die drei Steganlagen an der Oberen Planitz, in der Neustädter Havelbucht und an der Kastanienallee, wo auf einem rund 1,2 Hektar großen Grundstück an der Havel der Yachthafen seinen eigentlichen Sitz hat.

Beim Aufräumen wurden 63 Boote zerschnitten und entsorgt

Zugleich begannen sie mit der Sanierung des Unternehmens. „Wir haben über 400 Tonnen Stahl und Schrott vom Hof geholt. Etliche Boote lagen hier rum. Zwei Jahre lang haben wir versucht die Eigentümer ausfindig zu machen und am Ende immer noch 63 Boote zerschnitten und entsorgt“, sagt Messchendorp.

Sie pflasterten die Freiflächen, errichteten im letzten Herbst eine neue Halle für die Winterzeit, reißen bald alte Baracken ab.

16 Betriebe haben sich im Yachthafen angesiedelt

Neun Angestellte haben sie mittlerweile. Zugleich ist ihr Standort auch Heimathafen für 16 weitere Betriebe – ein Restaurant, Segel- und Planenservice und Werkstatt gehören dazu.

Doch Vorbesitzer Burchardi hatte nicht nur alte Boote hinterlassen. Stege und Dampferanlegestelle sowie der große Hafenkran, der bis zu 25 Tonnen schwere Boote heben kann, entstanden noch unter seiner Regie.

„Unsere Auslastung liegt bei 120 Prozent“

„Wir haben von Anfang an das Potenzial gesehen. Unsere Liegeplätze sind voll belegt. Durch Gastboote, die kurzfristig freie Plätze nutzen, liegt unsere Auslastung bei 120 Prozent“, sagt Messchendorp.

Der Schein trügt: Sobald die Sonne scheint, sind die insgesamt rund 400 Liegeplätze der drei Standorte des Yachthafens voll belegt. Quelle: Peter Degener

MBG-Geschäftsführer Steffen Hartung sieht hier den oft problematischen Fall der Unternehmensnachfolge erfolgreich gelöst.

Nicht immer kann die MBG solche Erfolgsgeschichten erzählen. Risiko gehört zu den Investitionen dazu. „Wir haben 2017 etwa zweieinhalb Millionen Euro abschreiben müssen“, sagt Milos Stefanovic.

Investitionen in Rasierklingen-Abo und „Bier Deluxe“

Doch zugleich wurde wieder in neue Unternehmer investiert: In einen Rasierklingen-Aboservice aus Kleinmachnow etwa oder das Potsdamer Start-Up „Bier Deluxe“, wo man besondere Biere aus aller Welt importieren kann.

„Es muss aber nicht immer das hippe, ungewöhnliche sein“, sagt Milos Stevanovic, „wir unterstützen alle bodenständigen Unternehmer, die Mutmacher sind, selbst anpacken und etwas wagen wollen.“

Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft

Selbsthilfeeinrichtung der mittelständischen Wirtschaft nennt sich die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg (MBG). Sie wird neben Banken von den Kammern für Handwerk, Industrie und Handel getragen.

Sie unterstützt kleine Unternehmen mit sogenannten „stillen Beteiligungen“ bei Wachstum und Investition und erleichtert den Firmen damit die Genehmigung von größeren Krediten. Die Unternehmen müssen spätestens nach zehn Jahren das Geld zurückzahlen. 2018 feiert die MBG bereits ihr 25-jähriges Bestehen. Seit 1993 wurden 722 Firmen in Berlin und Brandenburg mit insgesamt 181 Millionen Euro unterstützt. Aktuell hat die MBG zwischen 10 000 Euro und einer Million Euro in 67 Unternehmen des Kammerbezirks Potsdam investiert. Im Schnitt beteiligt sich die MBG mit 230 000 Euro.

2017 wurden in Berlin und Brandenburg 39 verschiedene Unternehmen mit 9,6 Millionen Euro unterstützt.

Von Peter Degener

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