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Potsdam Zehn Menschen werden vermisst
Lokales Potsdam Zehn Menschen werden vermisst
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00:23 03.04.2018
Bei einer Suchaktion durchstreifen Polizisten einen Bereich. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Sie setzen sich ins Auto und kommen nie an. Verschwinden beim Spazierengehen. Kehren aus dem Büro oder der Schule nicht nach Hause zurück. Drei erwachsene Frauen und sieben Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren gelten im Bereich der Polizeiinspektion Potsdam – also in der Landeshauptstadt, in Werder, in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf – derzeit als vermisst.

Deutschlandweit sind laut Bundeskriminalamt 11 400 Vermisste registriert. In dieser Zahl seien sowohl Fälle enthalten, die sich innerhalb weniger Tage aufklären, als auch Vermisste, die bis zu 30 Jahren verschwunden sind. Der älteste Fall im Bereich der Polizeiinspektion Potsdam liegt drei Jahre zurück.

Bei Kindern ist immer von einer Gefahr für Leib oder Leben auszugehen

„Eine Person gilt als vermisst, wenn, sie ihren gewohnten Lebensraum verlassen hat, wenn der Aufenthaltsort unbekannt ist und für die Person eine Gefahr für Leib und Leben prognostiziert wird – wenn sie also Opfer einer Straftat oder eines Unglücks sein könnte –, wenn sie hilflos, suizidgefährdet oder auf Medikamente angewiesen ist“, erklärt Therese Franz, Sprecherin der Polizeiinspektion. Grundsätzlich sei es aber so, dass jeder Erwachsene selbst bestimmen könne, wo er sich aufhalten möchte und wo nicht. „Verschwindet zum Beispiel nach einem Streit der Ehemann, muss das nicht unbedingt ein Fall für die Vermisstenabteilung sein“, sagt Therese Franz.

Bei Minderjährigen verhalte es sich dagegen so, dass sie bereits als vermisst gelten, wenn sie ihren gewohnten Lebensraum verlassen haben und ihr Aufenthalt nicht bekannt ist. Bei Minderjährigen gehe man grundsätzlich von einer Gefahr für Leib oder Leben aus, wenn die Ermittlungen der Polizei nichts anderes ergeben.

Die Suchmaßnahmen sind vom Einzelfall abhängig

Ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener: „Jeder Fall ist einzeln zu betrachten und zu bewerten“, sagt Therese Franz. Wird eine Person als vermisst gemeldet, seien also auch die Maßnahmen der Polizei entsprechend spezifisch. Generell prüfe man aber, ob es in der Vergangenheit bereits zu ähnlichen Vorfällen gekommen ist – wenn ja, werde recherchiert, wo sich der Vermisste damals aufgehalten hat. Die Polizei befragt zudem die Bezugspersonen – also Familie, Freunde und Bekannte –, um Informationen zu sammeln, aus denen sich ein Motiv ableiten lassen könnte.

Um an weitere Hinweise zu gelangen, untersuchen die Beamten auch die persönlichen Sachen, fragen bei Krankenhäusern, Jugendämtern oder Taxiunternehmen an, sie checken mitunter Kreditkarteninformationen, überprüfen bevorzugte Aufenthaltsorte.

„So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Gründe, weshalb Menschen verschwinden“, sagt Therese Franz. Oft spiele eine Demenz oder eine andere Krankheit eine Rolle, auch private und berufliche Problem seien von Belang. Bei Minderjährigen habe man es häufig mit Ausreißern zu tun.

Wenn ein Mensch verschwindet

In Deutschland werden laut BKA täglich je etwa 250 bis 300 Fahndungen neu erfasst und auch gelöscht.

Etwa die Hälfe der Vermissten-Fälle erledigen sich laut BKA innerhalb der ersten Woche. Binnen Monatsfrist liege die „Erledigungs-Quote“ bei über 80 Prozent. Der Anteil der Personen, die länger als ein Jahr vermisst werden, bewegt sich laut BKA bei etwa 3 Prozent. Wird eine Vermisstensache nicht aufgeklärt, bleibt die Personenfahndung bis zu 30 Jahren bestehen.

Knapp zwei Drittel aller in Deutschland Vermissten sind männlich; etwa die Hälfte aller Vermissten sind Kinder und Jugendliche.

Die Polizei wird laut BKA oft von Privatpersonen gebeten, bei der Suche nach Angehörigen – nach Eltern, Großeltern, Geschwistern oder nach ehemaligen Schulfreunden – zu unterstützen. Sie könne aber nur dann helfen, wenn die Vermisstenkriterien erfüllt sind. Häufig fehle es aber daran – insbesondere, weil keine Gefahr für Leib oder Leben vorliegt. Nicht selten haben sich die Gesuchten in derartigen Fällen bewusst abgesetzt. nf

Von Nadine Fabian

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