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Potsdam Zehntausende bei der Erlebnisnacht in Potsdam
Lokales Potsdam Zehntausende bei der Erlebnisnacht in Potsdam
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19:08 26.07.2015
Bei der elften Ausgabe der Potsdamer Erlebnisnacht wurde in der Innenstadt viel getanzt. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Die Erlebnisnacht – diesmal schon in elfter Auflage – ist mittlerweile ziemlich auf den Hund gekommen. Hundeeis, Hunde-Pansenfrikadellen und coole Klamotten für Bello oder Schnuffi: das und mehr gab es am Stand „Alles für den Hund“ an der Brandenburger Straße, wo man sogar Regencapes für nicht ganz wetterfeste Wauwaus erstehen konnte. Tatsächlich sah es am Samstagnachmittag einige Zeit ganz so aus, als wären „Friesennerze“ für die Zehntausenden Besucher – die meisten Potsdamer, aber auch viele aus Berlin und dem Umland – ein absolutes Muss. Schließlich gab es eine Sturmwarnung.

Auf dem „Broadway“ schob sich gegen 18 Uhr schon eine kleine Völkerwanderung vom Holländischen Viertel über die Friedrich-Ebert-Straße zum Luisenplatz und wieder zurück. Währenddessen schoben sich oben am Himmel die Wolken bedrohlich zusammen; die Stoffverschläge an den Ständen wurden von den Böen wild emporgewirbelt. Doch zum Glück war dann doch nicht gänzlich „Vom Winde verweht“ angesagt – abgesehen von einem weggeflogenen Schirm und einen lädierten Pavillon gab es keine ernsthaften Schäden zu vermelden. Wegen der teilweise starken Windböen wurden aber dennoch Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. So mussten zwei Feuershows aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. „Das ist sehr schade, weil die Künstler teilweise ein halbes Jahr lang für diesen Auftritt bei der Erlebnisnacht geprobt haben, aber es wäre tragisch, wenn eine Sturmböe reingeht und es dann Verletzte gibt“, zog Gitty Oeckel von der Eventagentur P3 Projekt GmbH am Sonntag ein erstes Resümée des Großereignisses.

Genießen, entdecken, tanzen: Zum elften Mal hat am Samstag die Erlebnisnacht in Potsdam stattgefunden. Viele Gäste waren gekommen, um die barocke Innenstadt in all ihren Facetten zu erleben. Wer die Nacht zum Tage machen wollte, hatte allerdings öfter Pech. Manche Bühnen machten schon gegen Mitternacht dicht.

Segensreich wirkte sich so manche Himmelsaufhellung auf den Regionalmarkt „Pro Agro“ aus: Vor den 15 Ständen, malerisch gruppiert um das Bassin am Luisenplatz, bildeten sich im Handumdrehen lange Schlangen: Die Liebe zur Mark geht durch den Magen. Nach dem Aufblauen am Horizont stand auch Klipps Erlebnisnacht-Plänen nichts mehr im Wege: „Ich bin ein Rocker“, enthüllte er seinen wenig überraschenden Musikgeschmack, „und werde mich mit meinem Sohn von Bühne zu Bühne durchkämpfen.“ Eine reife Leistung, falls er es wirklich durchzog – schließlich warteten 25 Bühnen mit Musik, Kleinkunst, Alleinunterhaltern, Tanz und Sportaktionen auf. Gut für Klipp, dass die Potsdamer Band „GehRock“ nur einen Steinwurf entfernt vom Luisenplatz in der Elflein-Straße aufspielte. Auch umlagert, aber eindeutig weniger rockig war ein paar Querstraßen weiter der Auftritt von Ines Adler – Gewinnerin der „Goldenen Stimmgabel“ für die deutsche Version eines „Titanic“-Hits – und ihrer Tochter Saskia. Die Partystimmung kochte, als das Duo „Atemlos durch die Nacht“ anstimmte. Generell ging es aber kein bisschen atemlos durch die Erlebnisnacht. Vielmehr lautete das Motto: die Entdeckung der Langsamkeit. „Schön, einfach mal so durch die Straßen schlendern zu können und zu erkunden, was abseits der Brandenburger Straße los ist“, priesen Angelika und Klaus Müller aus Golm die Freuden des ziellosen Flanierens. Etwas, wofür im Alltagsstress keine Zeit bleibt.

„Glögglich“, pardon: glücklich, zeigte sich Lakritzkontor-Chef und „Glöggsbrause“-Erfinder Dietmar Teickner über die Entwicklung des Events in den letzten Jahren: weg von den großen Bühnen wieder hin zu mehr Kleinteiligkeit. „Wir haben die Kurve gekriegt, dass es wieder schön ist.“ Darauf eine Glöggsbrause (Prosecco mit einem Schuss schwedischen Preiselbeerglühweins)! Tatsächlich hatte die Nacht einen ganz besonderen Charme, der zum Beispiel darin lag, dass „Waffel-Paul“ in der Mittelstraße nicht etwa einen an der Waffel hat, sondern neben Stroopwafels (Sirupwaffeln) noch seinen holländischen Humor im Angebot hatte. „Ich muss bei den Potsdamern Entwicklungshilfe leisten und ihnen zeigen, was Stroopwafels sind“, flachste der „süße“ Standbetreiber mit Rudi-Carrell-Akzent. In seinen runden Teigkreationen stecke etwas, „das süchtig macht“. Zwinkerzwinker. Kleiner Scherz, aber angesichts der Schlange vor dem Stand hätte man es fast geglaubt.

Zwar liegen keine konkreten Angaben zu Besucherzahlen vor, weil der Eintritt frei ist. Von Veranstalterseite schätzt man allerdings, dass diesmal etwas weniger Besucher da waren als bei der Erlebnisnacht 2014. Gitty Oeckel: „Das lag sicher am Wetter, da vor allem am späten Abend das Wetter nicht sehr freundlich war.“ Einige Bühnen wurden bereits gegen Mitternacht wieder abgebaut.

Von Ildiko Röd

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