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Zeit für ’nen Zeitsprung

Zeit für ’nen Zeitsprung

Nach Art und Umfang hätte diese erste Aprilwoche auch locker im ausgehenden Dezember Platz gefunden: Vier traurig-kalte Tage unter kahlen Ästen und fahlem Himmel, nur dass man auf Schneeglöckchen und Primeln wartet statt auf Böller und Raketen.

Aber nach denen kann man wenigstens die Uhr stellen. Wer will da schon den Zeigefinger heben, wenn manche Ostertouristen ihren Spaziergang im Park Sanssouci nur noch mit Glühwein ertragen?

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Fast höhnisch könnte man da auch diese Aktion finden: Nach Art von „Rudis Resterampe“ versteigert das Fundbüro der Stadtverwaltung von kommenden Donnerstag an liegengebliebene Bikinis und Außenbordmotoren, Picknick-Sets und Campingstühle. Oder will man uns einfach ein wenig Hoffnung machen, dass die Urlaubs-Saison doch noch in die Gänge kommt? Bisher hat von diesem „Frühling“ ja nur profitiert, wer seinen Gästen wenigstens die Illusion von Wirtlichkeit vermitteln kann: In der Biosphäre etwa treten sich die Leute schon auf die Füße auf der Suche nach einem warmen Plätzchen. Dann doch lieber in ein Straßencafé in der Innenstadt, da herrscht wenigstens freie Platzwahl.

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Aber genug der Miesepetrigkeit, Potsdam hat schließlich mehr zu bieten als skandinavische Sommernachtsträume. Zum Beispiel die beste Versorgung mit Kita-Plätzen von allen deutschen Landeshauptstädten: Fast 73 Prozent der unter Zwölfjährigen werden hier betreut. Höchste Zeit also für unsere spätpubertierenden Mittdreißiger, sich eine neue Ausrede einfallen zu lassen, warum das mit dem Nachwuchs gerade nicht so gut in die Lebensplanung passt.

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Wie wär’s mit „Alle 16 Jahre im Sommer“? Gestern hatte das neue Stück des Potsdamer Star-Dramaturgen John von Düffel Premiere am Hans-Otto-Theater: In Zeitsprüngen von 1974 bis 2006 folgen wir den Bewohnern einer Westberliner WG durch die wilde Jugend in die Kälte der bürgerlichen Ehe und schließlich in die Einsamkeit – und das trotz erfüllten Kinderwunsches. Noch nicht überzeugt? Nebenbei geht’s auch um Fußball.

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Genau wie bei Babelsberg 03. Der Drittligist hat diese Woche erstmal einen Notvorstand vom Amtsgericht verordnet bekommen. Die amtierenden Gremien waren nicht satzungsgemäß zustande gekommen. Nun könnten innerhalb von 14 Tagen die Mitglieder einberufen werden, um den chronisch klammen Verein wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Nötig wäre es, denn schon rufen die Ersten nach geordneter Insolvenz und einem Neustart in der vierten Liga. Beim Blick auf die Tabelle könnte man allerdings meinen, dass sich die Frage bald eh nicht mehr stellt: Platz 18 von 20. (Von Martin Küper)

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