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Potsdam Busspur an der B1 soll ab Herbst gebaut werden
Lokales Potsdam Busspur an der B1 soll ab Herbst gebaut werden
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00:22 10.01.2019
Busspur auf der Zeppelinstraße. Ab Herbst 2020 sollen die Busse ab Geltow auf eigener Spur nach Potsdam kommen. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Wildpark

Im Herbst soll mit dem Bau einer Busspur zwischen Geltow und der Bahnbrücke Pirschheide am Stadteingang von Potsdam begonnen werden. Das hat Rathaussprecherin Christine Homann auf MAZ-Anfrage mitgeteilt. Die Stadt rechne mit einer Bauzeit von einem Jahr.

Die neue Spur solle südöstlich der Bundesstraße 1, also stadteinwärts, im Bereich des bisherigen Radweges Richtung Potsdam angelegt werden. Die Bundesstraße und der Radweg stadtauswärts Richtung Teltow, der künftig in beide Richtungen befahren werden soll, bleiben in der Breite unverändert: „Die Anordnung der Busspur hat keinen Einfluss auf die Breite der Bundesstraße“, sagte Homann. Eine zweite Busspur stadtauswärts in Richtung Geltow sei nicht geplant.

Busspur ist Teil des umstrittenen Modellversuchs Zeppelinstraße

Die Einrichtung einer separaten Busspur zwischen Potsdam und Geltow war Teil eines von den Stadtverordneten beschlossenen Pakets von Maßnahmen, mit denen der Verkehr und damit die vergleichsweise hohe Schadstoffbelastung auf der viel befahrenen Zeppelinstraße reduziert werden sollten. Kernidee war es, mit einer Verringerung der Fahrstreifen im Stadtgebiet den Bewegungsraum für den privaten Kraftverkehr einzuengen, zugleich aber mit einer Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs umweltfreundliche Alternativen zu bieten.

Neben zusätzlichen Fahrzeugen sollte „rechtzeitig vor dem Modellstart“ auch die neue Busspur freigegeben werden, damit die Busse nicht im Stau stecken blieben. Als Zieltermin für die Einrichtung der Busspur zwischen Potsdam und Geltow setzten die Stadtverordneten mit Beschluss vom Oktober 2015 den Sommer/Herbst 2016 fest.

Versuch zeigt erste Erfolge

Tatsächlich startete das Projekt dann aber ohne diese Zusatzspur. Ab Oktober 2015 wurden in einem in einem ersten Modellversuch für zunächst sechs Monate die Fahrstreifen auf der Zeppelinstraße zwischen Kastanienallee und Geschwister-Scholl-Straße reduziert. Stadtauswärts wurde ein Radstreifen auf der Fahrbahn markiert, stadteinwärts eine Busspur zwischen Forststraße und Kastanienallee. Begleitend wurde der Vorplatz des Bahnhofs Pirschheide als Endhaltestelle der Straßenbahn zum kostenlosen P+R-Parkplatz ausgebaut.

Der Takt der Buslinien 631 und 580 zwischen Werder (Havel) und Potsdam wurde verdichtet, die Busspur an der Zeppelinstraße wurde im Frühjahr 2016 bis zum Ortsausgang Pirschheide verlängert. Im August 2016 wurde die Verkehrsgeschwindigkeit auf der Zeppelinstraße zwischen Kastanienallee und Breiter Straße dauerhaft auf 30 km/h begrenzt.

Nach einem zweiten mit Messreihen begleiteten Verkehrsversuch von Juli bis Dezember 2017 meldete die Stadt im Frühjahr 2018 erste Erfolge: Die Belastung mit Stickstoffdioxid sei „dauerhaft unter dem Jahresmittelwert“, pro Tag seien 2400 bis 3500 Autos weniger als vorher auf der Zeppelinstraße gezählt worden. Als Problem erkannten die Verkehrsplaner „Ausweichfahrten“ auf Nebenstraßen. Diesem Problem will die Stadt mit neuen Einahnstraßenregelungen begegnen (MAZ berichtete).

Die geplante Busspur zwischen Geltow und Potsdam sollte für eine „weitere Verbesserung der Alternativen“ vorangetrieben werden, so die Stadt im Frühjahr 2018. Laut Rathaussprecherin Homann soll die Spur spätestens im Herbst 2020 fertig sein. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von zwei Millionen Euro.

Busspur an der B1 wird für Taxis geöffnet

Die Busspur von Geltow nach Potsdam soll nach laut Rathaussprecherin Christine Homan auch für Taxis geöffnet werden. Aktuell gebe es mit der Friedrich-Engels-Straße am Hauptbahnhof nur eine Stecke in Potsdam, auf der die gemeinsame Nutzung gestattet ist.

Der Grund: Die gemeinsame Nutzung dürfe „Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss nicht negativ beeinträchtigen“. Der Fall wäre das bei Busspuren im Gleisraum von Straßenbahnen und mit extra Ampelregelung für Bus und Tram.

Von Volker Oelschläger

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