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Potsdam Zeitplan für neues Kreativhaus liegt vor
Lokales Potsdam Zeitplan für neues Kreativhaus liegt vor
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02:21 21.05.2018
30 der charakteristischen Betonbänder der Fassade, sogenannte Lisenen, wurden jetzt zum Rechenzentrum gebracht. Quelle: Christian Morgenstern
Innenstadt

Die weitere Zwischennutzung des Kreativhauses Rechenzentrum und eine Einigung mit der Stiftung Garnisonkirche werden konkreter – aber auch teurer als erwartet. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor, die der MAZ vorliegt. Darin wird auch erstmals ein möglicher Zeitplan für die Errichtung des Ersatzbaus für das Rechenzentrum auf der dahinter liegenden Plantage genannt.

Studie für neues Kreativquartier soll bis November fertig sein

Der Zeitplan sieht vor, dass nach dem zu erwartenden Beschluss durch die Stadtverordneten in zwei Wochen eine Machbarkeitsstudie beauftragt wird. Bis November sollen darin die Eckdaten für notwendige Baumassen und räumliche Anforderungen untersucht werden. Hier sollen die künftigen Nutzer eingebunden werden. Auch erste Kostenschätzungen und mögliche Rechtsformen für den Betrieb des Hauses sollen in der Machbarkeitsstudie geprüft werden.

Für die Studie sind 60 000 Euro vorgesehen, die aus der Sanierungsmaßnahme Potsdamer Mitte finanziert werden. Eine Förderung durch das Land „wird derzeit mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung erörtert.“

Das Rechenzentrum mit der rekonstruierten Wetterfahne der Garnisonkirche Quelle: Volker Oelschläger

Ab 2022 könnte an Plantage und ehemaliger Feuerwache gebaut werden

2019 und 2020 sollen die Verfahren zur Vergabe der nötigen Grundstücke an der Plantage und der ehemaligen Feuerwache und die Änderungen des Bebauungsplans durchgeführt werden, sowie die Gestalt des Neubaus geklärt werden. 2021 sieht der Zeitplan die Baugenehmigung, Ausführungsplanung und Ausschreibungen vor, so dass ab Anfang 2022 bis voraussichtlich Oktober 2023 tatsächlich gebaut werden könnte. Bis Ende 2023 sollen demnach die Bauabnahmen erfolgen.

Stiftung Garnisonkirche verzichtet bis 2023 auf Bau des Kirchenschiffs

Die ausgehandelte Vereinbarung der Stadt mit der Stiftung Garnisonkirche und dem Sanierungsträger als Eigentümer des Rechenzentrums liegt den Stadtverordneten ebenfalls zur Genehmigung vor. Sie sieht den Betrieb des Rechenzentrums bis spätestens zum Jahresende 2023 vor. „Die Stiftung verzichtet auf ihr Recht, in den nächsten fünf Jahren mit dem Bau des Kirchenschiffs zu beginnen“, heißt es darin.

Brandschutz für Weiternutzung kostet zusätzlich 200 000 Euro

Rund 200 000 Euro zusätzlich sind nötig, um den Brandschutz des Rechenzentrums für eine Verlängerung der temporären Nutzung bis dahin zu gewährleisten. Diese Kosten, sowie die Mehrkosten der Stiftung durch den Weiterbetrieb trägt die Stadt Potsdam allein. Bislang ging man von 460 000 Euro Mehrkosten für die Nutzung über August 2018 hinaus aus.

Neben dem Brandschutz wird mit dem Geld die Schließung von Fensteröffnungen und die Überwachung der Gebäudestatik während der Arbeiten am Garnisonkirchturm nebenan finanziert. Hinzu kommen nun Brandschutztüren, ein weiterer Fluchtweg und Erweiterungen der Sicherheitsbeleuchtung und Brandmeldeanlage.

Die Lisenen der FH werden zum Rechenzentrum transportiert Quelle: Christian Morgenstern

Künstler sichern sich Betonbänder der FH-Fassade

Während die Errichtung des neuen Kreativquartiers nun Formen annimmt, schreitet der Abriss der alten Fachhochschule am Alten Markt weiter voran – ein kleiner Teil der über 30 000 Tonnen Stahlbeton wird aber von den Nutzern des Rechenzentrums aufbewahrt. Anja Engel, Kulturmanagerin des Hauses initiierte und organisierte den Transport von 30 Lisenen, den charakteristischen Betonbändern der FH-Fassade. Insgesamt 18 Tonnen Material wurden am Donnerstag von der Baustelle zum Rechenzentrum transportiert.

Reste der FH sollen nicht einfach wie die Stern-Elemente verschwinden

„Eine Diskussion über den Umgang mit den markanten Stern-Elementen der Fassade verlief nach Verteilungsfragen im Sande und die Elemente zu größten Teilen in der Unsichtbarkeit“, sagt Engel. Das soll sich nicht wiederholen. Mehrere Künstler haben bereits Konzepte entwickelt, die sich damit befassen, inwiefern dieses Material öffentlich und auch wert ist gespeichert zu werden.

Die Betonbänder sind markante Reste des Fachhochschulgebäudes Quelle: Christian Morgenstern

So fragt sich die Künstlerin Jeannette Jacob, was passiert, wenn die schweren Elemente nach Jahrzehnten ihre parallele Ordnung aufgeben und neu arrangiert werden. Künstler Phillip Langer interessiert vor allem das Material selbst. Er hat einige Eimer feineren Schutt gesichert, den er in Öl gebunden auf die Leinwand bringen will.

Verwertung der Lisenen vielleicht erst durch folgende Generationen

Wann und wo die großen Betonelemente tatsächlich als Skulptur, architektonisches Fragment oder auch Denkmal an die städtebaulichen Diskussionen Potsdams zu sehen sein werden, ist noch völlig offen. Auf dem Wirtschaftshof des Rechenzentrums liegen sie laut Engel nun bereit „für spätere Nutzungen, als Diskursmasse, als Fundus für Möglichkeiten und Entscheidungen einer nachfolgenden Generation.“

Von Peter Degener

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