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Potsdam Zeitreise in den Potsdamer Stadtschloss-Kiez
Lokales Potsdam Zeitreise in den Potsdamer Stadtschloss-Kiez
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21:57 05.11.2017
Kolorierte Fotografie des Alten Markts aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Quelle: www.GrussausPotsdam.de
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Innenstadt

Am Montag, den 6. November, geht’s los: Nach langjährigen heißen Debatten beginnt der Abriss des FH-Gebäudes. Damit verschwindet bis September 2018 ein prägender Bau aus dem Stadtbild. In den nächsten Jahren sollen auf der Fläche zwei Karrees entstehen – ähnlich jenen, die einst zwischen St. Nikolai und der Hohewegstraße (heute: Friedrich-Ebert-Straße) standen. Doch wie hat man sich das Leben früher im Kiez vorzustellen? Wohnten hier – nah dran am Stadtschloss – die Promis?

Hoffotograf Niederastroth hatte sein Geschäft in der Nähe des Stadtschlosses. Quelle: www.GrussausPotsdam.de

„Nein“, sagt Bauexperte Andreas Kitschke, der die Geschichte des Viertels erforscht hat: „Auf den Höfen gab es Schmieden, Brauereien und in fast jedem Haus ein Ladengeschäft.“ Schneider, Schuhmacher, Köche und ein Strohhutfabrikant residierten hier – dazu um 1800 Hofuhrmacher Franz Joseph Claar und um 1900 der Hoffotograf. Vertreten im bunten Berufemix war auch heute Ausgestorbenes: „Neben dem Schloss gab es einen Seifensieder – das muss unheimlich gestunken haben“, erzählt Kitschke amüsiert.

Das Gesicht des Alten Markts hat sich in den letzten hundert Jahren unglaublich verändert, wie alte Postkarten und Fotos zeigen.

Die Lokalszene konzentrierte sich auf die Schlossstraße zwischen Plögerschem Gasthof und Knobelsdorffhaus. Deren Fassaden sollen im neuen Viertel wiederauferstehen. Das Problem: Der Vorgängerbau des Gasthofs – seit 1849 Sitz der Stadtkommandantur – stand in der heutigen Friedrich-Ebert-Straße. Dort, wo jetzt die Tram fährt. Was also tun? „Der Gasthof muss um eine Haustiefe verschoben werden, ist jedoch enorm wichtig für die Stadt- und Baugeschichte Potsdams“, erläutert Kitschke die Abweichung vom Original.

Bauexperte Andreas Kitschke. Quelle: Christel Köster

Insgesamt jedoch werden sich stadtplanerische Zusammenhänge wieder völlig neu erschließen. Beispiel: Nikolaikirche. Heute wirke sie wie abgedrängt an den Rand des Platzes – kein Zufall, so Kitschke: „Die SED wollte sie mit dem Staudenhof und der monolithischen FH vom Passantenstrom abriegeln.“ Bald wird es auch wieder zwei neue – alte – Straßen geben. Die Kaiserstraße verläuft zwischen Platz der Einheit und Altem Markt. Ihr Name war keine Hommage an Wilhelm I. oder Wilhelm II. Drei Brüder namens Kayser standen Pate – ihres Zeichens Bäcker, Sattelknecht, Tracteur (Speisewirt). Auch die Schwertfegerstraße soll wiedererstehen. Sie verläuft rechtwinklig zur Kaiserstraße und stellt die Verbindung zum Neuen Markt her.

Lesetipp: www.grussauspotsdam.de. Die nicht-kommerzielle Internetseite von Klaus Hellenthal ist eine wahre Fundgrube für Geschichtsfans.

Von Ildiko Röd

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