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Potsdam Zeitzeugen des Wendeherbstes
Lokales Potsdam Zeitzeugen des Wendeherbstes
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00:34 06.01.2019
Demonstration auf dem Platz der Nationen (heute Luisenplatz) am 4. November 1989. Zum 30. Jahrestag soll ein Denkmal daran erinnern, dessen Gestaltung aber noch offen ist. Quelle: Michael Hübner
Innenstadt

Nachbarn in der Berliner Vorstadt fragten den jungen Museologen Thomas Wernicke im Oktober 1989, ob er beim Neuen Forum mitmachen wolle. Am 9. September von 30 Erstunterzeichnern im märkischen Grünheide gegründet, sollte sich dieser Zusammenschluss in kürzester Zeit zur namhaftesten Bewegung der DDR-Opposition entwickeln. „Ende Oktober habe ich in einer Privatwohnung den Sprecherrat des damals noch verbotenen Neuen Forums kennen gelernt“, berichtet er: „Klar war man erst mal sehr reserviert mir gegenüber, wir kannten uns ja nicht. Später wussten wir: die Spitzel waren längst da.“

Thomas Wernicke. Quelle: Bernd Gartenschläger

Nur wenige Monate danach, im Ergebnis der ersten freien Kommunalwahl vom 6. Mai 1990, wurde Thomas Wernicke Stadtverordneter und Vorsitzender der Fraktion Neues Forum/Argus im Potsdamer Rathaus. Die Zeit danach schildert er als „permanenten Ausnahmezustand“: „Mein zweites Fernstudium lief weiter. Familie hatte ich mit zwei Kindern. Einmal blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Sohn zum Hauptausschuss mitzunehmen. Der spielte dann unterm Tisch mit seinen Autos. Ich war physisch total kaputt.“

Thomas Wernicke (61), seit 2004 Ausstellungsleiter am Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, ist der erste Gast einer Zeitzeugenreihe „Die Friedliche Revolution in Potsdam“, mit der der Förderverein des Potsdam-Museums am das bevorstehende 30. Jubiläum des Wendeherbstes 1989 erinnert. Die Auftaktveranstaltung am 24. Januar um 19 Uhr im Potsdam-Museum wird moderiert von der Stadtführerin Susanne Fienhold-Sheen.

Ein Denkmal für die Friedliche Revolution

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zur Erinnerung an den Herbst 1989 in Potsdam soll die Einweihung eines „Denkmals für die Friedliche Revolution“ auf dem Luisenplatz werden, dessen Gestaltung allerdings noch offen ist. Der damalige Patz der Nationen wurde am 4. November 1989, wenige Tage vor dem Fall der Berliner Mauer, zum Schauplatz der größten Bürgerrechtskundgebung des Wendeherbstes in Potsdam. Die Finanzierung des Denkmals war lange unklar.

Ursprünglich sollte es über Spenden bezahlt werden. Erst vor eineinhalb Monaten hatte Kultur-Fachbereichsleiterin Birgit-Katherine Seemann im Kulturausschuss bekannt gegeben, dass die Stadt 50 000 Euro dafür bereit stellt.

Ein Jahr der Rekorde für den Museums-Förderverein

Der Förderverein des Potsdam-Museums blickt nach Mitteilung des Vereinsvorsitzenden Markus Wicke auf ein Rekordjahr zurück: Mit 80 000 Euro erzielte der Verein „unser bestes jährliches Einnahmeergebnis“, erstmals hat der 2004 gegründete Verein mehr als 250 Mitglieder.

Gemeinsam mit der städtischen Denkmalbehörde entwickelte der Verein die Potsdamer „Kulturerben“-Kampagne, die mit einer vielbeachteten Broschüre und dem Kulturerbenfest mit mehr als 35 beteiligten Vereinen auf dem Alten Markt an die Öffentlichkeit ging.

15 000 Euro konnte der Verein allein für die Restaurierung von Gemälden Potsdamer Künstler einwerben, die in der Doppelausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne“ gezeigt werden. Im Teil 2 mit „Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914-1945“, der am 23. Februar eröffnet wird, ist unter anderem Otto Heinrichs Gemälde „Eisbahn am Kiez“ zu sehen.

Als Höhepunkte des Jahres 2019 für den Verein nennt Markus Wicke neben dem Atlasfest am 19. Mai auf dem Alten Markt die Zeitzeugenreihe zur Friedlichen Revolution in Potsdam 1989 mit Potsdamern, die „dazu beitrugen, dass am 10. November 1989 die Glienicker Brücke geöffnet werden musste“. Das Auftaktgespräch am 24. Januar mit Thomas Wernicke und Susanne Fienhold-Sheen beginnt um 19 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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