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Potsdam Zentrales Kunstgutdepot am Hauptbahnhof ist fertig
Lokales Potsdam Zentrales Kunstgutdepot am Hauptbahnhof ist fertig
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00:33 12.05.2018
Neues Haus für alte Kunst: Fertigstellung und Übergabe des Zentralen Kunstgutdepots der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in der Potsdamer Friedrich-Engels Straße 78 Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Der Neubau des Zentralen Kunstgutdepots (ZED) der Potsdamer Schlösserstiftung auf dem Grundstück der Friedrich-Engels-Straße am Potsdamer Hauptbahnhof ist nun fertiggestellt. 2016 wurde der Grundstein dafür auf dem Areal des ehemaligen Reichbahnausbesserungswerks gelegt.

Potsdam, 9. Mai 2018 – Das neue zentrale Kunstdepot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ist offiziell eröffnet worden. Die MAZ war dabei und zeigt, wo künftig die Schätze der Stiftung lagern werden.

Die Kulturministerin Martina Münch (SPD) würdigte das neue Gebäude am Mittwoch als „wichtigen Meilenstein“ für die Schlösserstiftung. „Wir erreichen damit einen großen Fortschritt für die Bewahrung von Kunstgütern“, lobte die Ministerin. „Es wird eine dauerhafte, hochmoderne und auf die Bedürfnisse der empfindlichen Kulturgüter ausgerichtete Bleibe sein.“

Das neue Gebäude bietet Platz für bis zu 28 000 Stücke. „Vieles ist deponiert und zwar unter ganz unzureichenden Bedingungen in Nachkriegsprovisorien,“ sagt Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Schlösserstiftung. So würden auf dem Dachboden im Neuen Palais oder Schloss Charlottenburg noch einige Dinge lagern. Was also gerade nicht in einer Ausstellung zu sehen ist, findet im Depot künftig seinen Platz. Spiegel, Porzellan, Silber, Möbel, Teppiche, Kronleuchter, Vorhänge, Öfen, Glas: Aus sechs Einzeldepots werden die Stücke derzeit zusammengeführt. In großen Rollregalen, die bis zur Decke reichen, stehen schon die ersten Objekte. So zum Beispiel das Inventar aus dem Schloss Babelsberg, das bis zum Ende der Sanierung hier unterkommt. Auch Einrichtungsgegenstände aus DDR-Zeiten vom Schloss Schönhausen sind schon eingeräumt. Etwa ein Zehntel des 5100 Quadratmeter großen Depots sei schon belegt, bis November soll der Rest folgen. An großen Metalgittern werden noch 1800 Gemälde ihren Platz finden. Es sei kein „Endlager“ betont Dorgerloh, sondern vielmehr ein aktives Depot, in das immer wieder Bewegung kommt.

Optimale Bedingungen

In dem energieeffizienten Gebäude gibt es drei verschiedene Raumklimata, deren Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte auf die jeweiligen Objekte abgestimmt sind. Im Schnitt seien es 20 bis 21 Grad, so Architektur-Projektleiterin Kerstin Laurenz. Öffentlich wird es allerdings nicht zugänglich sein, sagt Dorgerloh. So würden Menschen durch die Atmung unerwünschte Feuchtigkeit reinbringen. Das wiederum sei schlecht für die empfindlichen Stücke. Über ausgeklügelte Schleusensysteme gelangen sie deshalb in das Depot. Für die organischen Materialien wie Holz oder Textil gibt es die Stickstoffkammer. Dort werden die Gegenstände dekontaminiert, erklärt Chefrestauratorin Kathrin Lange. Das heißt, von Motten oder Ameisen befreit.

Fein säuberlich geordnet:Die ersten Möbelstücke sind schon in das Zentrale Kunstgutdepot eingezogen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das Zentrale Kunstgutdepot ist das letzte große Projekt im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms für die preußischen Schlösser und Gärten von Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg. 12 Millionen hätte der Bau gekostet. Bis 2030 stehen mit dem Sonderinvestitionsprogramm zwei noch mal 400 Millionen Euro bereit. Davon soll hinter dem Gebäude noch ein weiteres, kleineres Depot für Skulpturen entstehen. Baubeginn wird voraussichtlich zu Beginn der 2020er Jahre sein.

Von Anne Knappe

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