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Zentrum-Ost soll größer werden

Wohnungsbau in Potsdam Zentrum-Ost soll größer werden

Das Potsdamer Wohngebiet Zentrum-Ost soll wachsen. Die Stadtverordneten haben die Auslegung die Bebauungsplanes und eine Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Protest kam von den Grünen und den Anderen, die den Verlust innerstädtischen Grüns kritisieren. Neben 270 Wohnungen sind in dem neuen Viertel eine Schule und eine Kita geplant.

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Blick über Havel und Humboldtbrücke zum Park Babelsberg (l.) und dem Zentrum-Ost.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das Wohngebiet Zentrum-Ost soll trotz Kritik von Denkmalpflegern und Umweltverbänden in Richtung Humboldtbrücke wachsen. Das haben die Stadtverordneten am Mittwochabend nach heftiger Diskussion beschlossen. Grund des Streits: Für den Bau von rund 270 Wohnungen soll das Wäldchen zwischen Nuthestraße, Wohngebiet und Uferweg gerodet werden. Georg Bittcher (Die Andere) und Saskia Hüneke (Grüne) kritisierten den drohenden Verlust innerstädtischen Grüns als Naturraum und als Naherholungsmöglichkeit für die Anwohner.

Abgelehnt wurde ein Änderungsantrag der Grünen, nach dem der Uferbereich zwischen der Nuthemündung und der Humboldtbrücke „als öffentliche Gründfläche“ erhalten und weiter entwickelt werden sollte. Ziel wäre die Verlängerung des zur Bundesgartenschau 2001 angelegten Nutheparks gewesen – und die Einschränkung der Neubauten. SPD-Fraktionschef Pete Heuer und der Vorsitzende des Bauausschusses Ralf Jäkel (Linke) verwiesen auf eine bereits von den Ausschüssen bestätigte Ergänzung, nach der ein 27 Meter breiter Streifen mit Bäumen und Sträuchern am Ufer „dauerhaft erhalten“ und „während der Bauzeit geschützt“ werden soll.

In namentlicher Abstimmung abgelehnt wurde ein Änderungsantrag der Anderen, nach dem die weiteren Planungen ohne die Einbeziehung von Flächen erfolgen sollte, die im Flächennutzungsplan als Grünflächen festgesetzt sind. Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) wies die Behauptung von Andreas Walter (Grüne) zurück, in der Stadt würden „zur Zeit in atemberaubender Geschwindigkeit Grünflächen aus dem Flächennutzungsplan herausgelöst“.

Nach den aktuellen Plänen sollen auf drei Baufeldern mehrere drei- bis fünfgeschossige Wohnhäuser errichtet werden. 20 Prozent der aktuell geplanten 270 Wohnungen sollen im sozialen Wohnungsbau errichtet werden. Entlang der Nuthestraße entsteht laut Bauplanung eine „klare städtische Kante“. Bestandteil des neuen Quartiers sind eine Schule und eine Kindertagesstätte.

Nach dem am Mittwoch mit den Stimmen von SPD, CDU und Linken verabschiedeten Auslegungsbeschluss sollen der Bebauungsplan Nr. 145 „Am Humboldtring“ und die beabsichtigte Änderung des Flächennutzungsplans erneut öffentlich zur Diskussion gestellt werden.

Konflikte mit der Schlösserstiftung

Denkmalpfleger kritisieren die geplante Erweiterung des Wohngebiets Zentrum-Ost nicht zuletzt, weil sie Sichtbeziehungen aus dem als Weltkulturerbe besonders geschützten Park Babelsberg in die Umgebung beeinträchtigen könnten.

In dem Gebiet gibt es weitere Konfliktherde. Das akuteste Problem betrifft das Bootshaus des Seesportclubs Potsdam im Park Babelsberg, das auf Dringen der Stiftung zum Jahressende geräumt werden soll. bisher gibt es keiner Alternative dafür.

Offen ist der Fahrplan für die Verlegung des Stadtbades Babelsberg Richtung Humboldtbrücke. Dafür wäre ein Grundstückstausch zwischen Stadt und Stiftung nötig. Das Bad würde auf die jetzt vom Seesportclub genutzten Flächen vorrücken.

Von Volker Oelschläger

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